IoT
Der TÜV Rheinland hat darauf hingewiesen, dass Verbraucher bei Smart-Home-Geräten auf den Schutz ihrer Daten achten sollten. Bild: Pixabay
24.08.2018 Türen/Tore

TÜV Rheinland warnt vor datensammelnden Smart-Home-Geräten

Der TÜV Rheinland hat darauf hingewiesen, dass Verbraucher bei Smart-Home-Geräten auf den Schutz ihrer Daten achten sollten. Das für Hersteller von IoT-Geräten Bemerkenswerte daran: Der TÜV unterscheidet zwischen geschlossenen („proprietären“) Systemen und solchen, die offen sind, in denen also mehrere Hersteller miteinander kombinierbar sind – und rät aus Datenschutzgründen eher zu den geschlossenen Systemen. Branchenexperten hingegen fordern von den Herstellern der Smart-Home-Geräte, ihre Systeme nicht proprietär zu gestalten, sondern offen, damit sich die Nutzer nicht für ein einzigen Hersteller entscheiden müssen, sondern verschiedene Hersteller kombinieren können.

Hintergrund: Laut TÜV funktionieren geschlossene ("proprietäre") Systeme nur mit den Geräten eines Herstellers und werden über Funk und eigene Apps gesteuert. In offenen Systemen hingegen seien Geräte verschiedener Hersteller miteinander kompatibel und werden durch Sprachsteuerungsassistenten beziehungsweise über eine Cloudlösung gesteuert. "Die proprietären Geräte sind in Sachen Datenschutz eher unkritisch. Die offenen Systeme können aber schnell zu Datensammlern werden", sagt Uwe Wienand, zuständig für die Prüfung smarter Haushaltsgeräte bei TÜV Rheinland. Beispiel: Hobbyköche rufen über ihren Sprachassistenten regelmäßig Rezepte ab, bestellen die entsprechenden Zutaten online und bewerten das Gericht anschließend. "So wissen die Hersteller schnell, wie viele Personen welchen Alters oder Geschlechts im Haushalt leben. Über die IP-Adresse lässt sich zudem herausfinden, wo die User sich befinden", sagt Wienand. Solche Daten sind kostbar, nicht nur für die gezielte Platzierung von Werbung. Auch die Hausgerätehersteller nutzten die Informationen für neue Entwicklungen und Anpassungen. In den Datenschutzbedingungen muss laut TÜV zum Beispiel vermerkt sein, ob die Daten nur für interne Zwecke verwendet oder an eine externe Gesellschaft weitergegeben werden. "Im Zweifel sollten Verbraucher lieber nachfragen, bevor sie Datenschutz- oder Nutzungsbedingungen einfach schnell akzeptieren. Viele Texte sind geschönt formuliert, um wichtige Informationen darin zu verstecken", so der Experte.

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