Außenansicht der Niederlassung in Künzelsau-Gaisbach. Foto: Würth

Beschlag- und Sicherheitstechnik

14. May 2020 | Teilen auf:

Würth stellt Weichen für Wandel vom Händler zum Hersteller

Die Würth-Gruppe hat auf ihrer Bilanzpressekonferenz Anfang Mai die Umsatzzahlen des Jahres 2019 und die Pläne für die Zukunft vorgestellt. „Diese Krise zeigt deutlich die Stärken und Chancen der Multikanalstrategie“, beschreibt Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, die Situation unter der Pandemie. Obgleich der Ausbruch der Corona-Pandemie die Entwicklung des Gesamtkonzerns natürlich beeinflusse, sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg: Im 1. Quartal 2020 verzeichnet die Würth-Gruppe ein Umsatzwachstum von 2,8 Prozent.
Aber vor allem die Gesellschaften in den von Covid-19 stark betroffenen Ländern wie Italien, Frankreich und auch Spanien bekamen die Auswirkungen zu spüren. Dennoch: Frankreich erzielte laut Unternehmensangaben trotz komplettem Lockdown einen E-Business-Zuwachs im 1. Quartal 2020 von 29,1 Prozent, Italien lag ebenfalls bei fast 30 Prozent und in Österreich sowie weiteren Landesgesellschaften wurden die Click & Collect-Aufträge verdoppelt (Bestellung per App oder telefonisch und Abholung in Paketstationen vor der Niederlassung).
Auch die Umsätze der Adolf Würth GmbH & Co. KG hätten sich unter den gegebenen Umständen sehr gut entwickelt, da das Handwerk so gut wie durchgängig arbeiten konnte. Im 1. Quartal 2020 verzeichnet das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 7,6 Prozent.
Für 2019 meldet der Konzern einen neuen Rekordumsatz: 14,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 13,6 Milliarden Euro) erzielte das Unternehmen im Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, was einem Wachstum von 4,8 Prozent entspricht. Trotz der schlechteren Entwicklung in der Würth-Gruppe Deutschland (+2,2 Prozent) aufgrund der Abkühlung in der Automobilindustrie habe sich der Umsatz über den Multikanalvertrieb im Bereich E-Business erhöht: Der E-Business-Umsatz wuchs überproportional und liege bei 2,6 Milliarden Euro. Damit habe sich der Anteil am Konzernumsatz auf 18,3 Prozent erhöht. Das Betriebsergebnis liege mit 770 Millionen Euro unter dem Vorjahr (2018: 870 Millionen Euro). Die unter Druck geratene Rohertragsmarge sei unter anderem ausschlaggebend für diesen Rückgang.
Für die Zukunft setze der Konzern auf den Wandel vom Händler zum Hersteller. Über das große Netz an Außendienstmitarbeitern und Niederlassungen fließe das Knowhow aus dem Handwerk in die Entwicklung der Produkte ein. In den zurückliegenden zwölf Monaten sei auf dem Campus am Stammsitz des Konzerns in Künzelsau der Bereich Forschung und Entwicklung bereits deutlich ausgebaut worden. Die Investitionen in die Herstellerkompetenz und Innovationsprojekte am aktuellen Entwicklungsstandort gehen den Angaben zufolge zukunftsgerichtet weiter, auch wenn sich die Fertigstellung des neuen Innovationszentrums aufgrund der aktuellen Situation etwas verzögern werde.