Aus einer vom Verband durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass neun von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie nicht auf einen anderen Energieträger ausweichen können, sollte kurzfristig kein Gas mehr zur Verfügung stehen.
Schotten dicht: Aus einer vom Verband durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass neun von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie nicht auf einen anderen Energieträger ausweichen können, sollte kurzfristig kein Gas mehr zur Verfügung stehen. (Quelle: anaterate/Pixabay)

Bauwirtschaft

03. May 2022 | Teilen auf:

Aluminium-Produktion ist rückläufig

Teils deutlich gesunken ist die Aluminiumproduktion in Deutschland im ersten Quartal 2022. Einen besonders starken Rückgang verzeichneten die Hersteller von Rohaluminium mit einem Minus von knapp einem Fünftel (-18 Prozent) auf gut 235.000 Tonnen. Die drastisch gestiegenen Stromkosten bringen nach Angaben des Verbandes Aluminium Deutschland insbesondere die energieintensiven Primäraluminiumhütten an die Grenze der Wirtschaftlichkeit, so dass sie aktuell dazu gezwungen sind, ihre Auslastung stark herunterzufahren.

Im Halbzeugsektor fiel die Entwicklung moderater aus. Mit einem Volumen von 502.000 Tonnen blieb die Herstellung von Walzprodukten gegenüber dem Vorjahresquartal mit -1 Prozent vergleichsweise stabil. Die Fertigung von Strangpressprodukten liegt im bisherigen Jahresverlauf bis März noch 6 Prozent im Plus – allerdings mit nachlassender Dynamik. Nach einem starken Jahresstart sank sie im März um 1 Prozent. Die erheblichen Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie, sind noch nicht gelöst.

„Aluminium ist durch seine Lösungskompetenz ein Schlüsselwerkstoff für die Verwirklichung des Green Deals. Für uns als energieintensive Industrie ist die aktuelle Strom- und Gaspreisentwicklung eine harte Belastungsprobe. Die oftmals mittelständisch geprägten Unternehmen der Aluminiumindustrie werden dadurch teils an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Die deutsche und europäische Aluminiumindustrie leidet. Derweil floriert sie in anderen Teilen der Welt mit deutlich schlechteren Umwelt- und Klimastandards. Das ist Carbon Leakage par excellence“, betont Dr. Hinrich Mählmann, Präsident von Aluminium Deutschland.

Aus einer vom Verband durchgeführten Mitgliederbefragung geht hervor, dass neun von zehn Unternehmen der deutschen Aluminiumindustrie nicht auf einen anderen Energieträger ausweichen können, sollte kurzfristig kein Gas mehr zur Verfügung stehen. Bereits ab einer Verringerung der Gaszufuhr von bis zu 30 Prozent würde bei der Hälfte der Unternehmen die Produktion stillstehen, bei einem weiteren Viertel wäre dies bei einer Kürzung von 30 bis 40 Prozent der Fall.

zuletzt editiert am 03.05.2022