Ein sonniger Tag an einer großen Baustelle, an der ein Hochhaus im Rohbau durch mehrere hohe Turmdrehkrane errichtet wird. Das Gebäude ist eingerüstet, und im Vordergrund rahmen grüne Bäume das Baugeschehen ein.
Der hohe Baubedarf erfordert laut dem DIW Berlin mehr Kapazitäten in der Bauwirtschaft. (Quelle: Lukas Kosc / Pexels)

Branche im Blick 2026-10-26T08:57:26.177Z Arbeitsproduktivität im Baugewerbe im Sinkflug

Das Baugewerbe in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich an Produktivität verloren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. So zeigt die Studie der Wirtschaftsforscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung große Produktivitätsunterschiede zwischen Bauunternehmen, selbst zwischen Unternehmen derselben Sparte und Größe.

„Bauwirtschaft muss Kapazitäten ausweiten“

Nach einer Simulationsrechnung mit Unternehmensdaten für 2022 läge die Bauleistung um rund zwölf Prozent höher, wenn die weniger produktiven Betriebe zu vergleichbaren Unternehmen aufschließen würden. Das entspräche der Leistung von knapp 350.000 zusätzlichen Beschäftigten. „Die Bauwirtschaft muss ihre Kapazitäten ausweiten, damit die milliardenschweren öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur nicht die Preise treiben. Da Arbeitskräfte knapp sind, kann dies nur durch eine Trendwende bei der Arbeitsproduktivität gelingen“, sagt Studienautor Martin Gornig.

Berechnungen der Wirtschafsforscher zufolge lag die Arbeitsproduktivität im Baugewerbe 2025 nahezu 30 Prozent unter dem Niveau von 2010, während sie in der Gesamtwirtschaft oder im Verarbeitenden Gewerbe stieg. Der Negativtrend zeige sich über alle Bausparten und Unternehmensgrößen hinweg. Beschleunigt habe er sich seit der Corona-Pandemie und durch den Zins- und Kostenschock vor allem seit dem Ukraine-Krieg, heißt es vom DIW.

Mehr Robotik auf dem Bau

„Um die Produktivität signifikant zu steigern, müssten bereits verfügbare, moderne Produktionsmethoden deutlich schneller und flächendeckender eingesetzt werden“, so Gornig. Auch die öffentliche Hand könne dazu beitragen: Über die Senkung bürokratischer Nebenbelastungen, innovationsfreundliche Ausschreibungen und gezielte Pilotprojekte ließen sich wichtige Impulse setzen. „Wenn wir dahin kommen, dass wir auf dem Bau nicht nur mit Maschinen, sondern auch mit Robotern arbeiten, können wir die Arbeitsproduktivität hier enorm steigern“, sagt Studienautor Alexander Schiersch.

zuletzt editiert am 26. Oktober 2026
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