Für das 2. Halbjahr erwartet der Anbieter ein deutlich besseres Ergebnis.
Für das 2. Halbjahr erwartet der Anbieter ein deutlich besseres Ergebnis. (Quelle: Arbonia)

Bauelemente

30. August 2022 | Teilen auf:

Arbonia präsentiert durchwachsene Halbjahreszahlen

Die Schweizer Arbonia AG blickt nach eigenen Angaben auf ein herausforderndes 1. Halbjahr 2022 zurück. Im Zuge der Covid-Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine kam es zu erheblichen Steigerungen bei Rohmaterial- und zusätzlich zu stark ansteigenden Energiepreisen sowie zu Problemen bei den Lieferketten. So konnte der Hersteller im 1. Halbjahr 2022 den Nettoumsatz in Schweizer Franken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent von 588,6 Millionen auf 630,9 Millionen (der Umrechnungsfaktor in Euro beträgt derzeit nahezu 1 zu 1) steigern. Das währungs- und akquisitionsbereinigte Wachstum betrug 9,8 Prozent. Das EBITDA ging im gleichen Zeitraum von 67,6 auf 52,4 Millionen Schweizer Franken zurück, infolge der massiven Steigerung der Materialquote von 45,0 auf 51,4 Prozent (Materialpreissteigerungen von rund 68 Millionen Schweizer Franken). Das Konzernergebnis (nach Steuern) belief sich auf 11,7 Millionen und liegt unter dem Vorjahreswert von 23,6 Millionen Schweizer Franken.

Die Division Türen hat einen Nettoumsatz von 284,2 Millionen Schweizer Franken erwirtschaftet und liegt somit 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte betrug das Wachstum 3,7 Prozent, wobei Holzlösungen ein organisches Wachstum von 5,5 Prozent und Glaslösungen von –1,1 Prozent erzielte. Das EBITDA reduzierte sich von 40,3 Millionen Schweizer Franken auf 30,3 Millionen Schweizer Franken. Die Division Türen war im ersten Halbjahr 2022 mit einigen schwierigen Themen konfrontiert. Es kam z

Zu Beginn des Jahres kam es zu Produktionseinschränkungen aufgrund einer großen Anzahl von quarantänebedingten Abwesenheiten und damit verbunden, konnte der hohe Auftragsbestand zu alten Preisen im 1. Halbjahr 2022 nicht wie erwartet abgebaut werden. Mit den Investitionen in erhöhte Kapazitäten, Produktivität und Automatisierung hat die Division aber bereits in den vergangenen Jahren das Fundament für profitables Wachstum gelegt und somit größere negative Auswirkungen verhindern können. Für die Division gab es ebenfalls in erheblichem Umfang Preissteigerungen bei Rohstoffen zu verarbeiten. Um diesen entgegenzuwirken, wurden weitere Preiserhöhungen im 1. Halbjahr bei den Kunden angekündigt, die im 2. Halbjahr wirksam werden. Am deutschen Standort Weinsheim konnte zudem der Bau des neuen Zargenwerks bei Prüm wie geplant fortgeführt und der Standort mit ersten neuen Maschinen bestückt werden. Mit dem Hochfahren der Produktion steigt die Gesamtkapazität der Division kontinuierlich von 2,6 Millionen auf 3,4 Millionen Türen und Zargen pro Jahr im Jahr 2024 an. Mit der zusätzlichen Kapazität soll der hohe Auftragsbestand gesenkt werden, um so auch kurzfristig Aufträge annehmen und neue Kunden gewinnen zu können. Zugleich kann auf teure Sonderschichten am Wochenende verzichtet und die Lieferzuverlässigkeit gesteigert werden.

Weiterhin wird mit dem Bau des Logistikzentrums in Roggwil/Schweiz die Lieferzeit für dortige Kunden verkürzt, um verstärkt Wohnraumtüren aus dem Türenwerk Prüm anbieten zu können. Ein Teil des divisionsweiten Kapazitätsausbaus soll ausserdem in attraktive angrenzende Märkte wie Österreich, Belgien, Tschechien, Slowakei, Ungarn oder Rumänien fließen, damit kann das Angebot gestärkt werden. Ein letzter, wichtiger Aspekt ist der etwa 30-jährige Superzyklus im deutschen Türenmarkt, in dem zuletzt Anfang der 90er Jahre über zwölf Millionen Türen pro Jahr abgesetzt wurden. Daher kommt die Kapazitätserweiterung zum richtigen Zeitpunkt, da die in Deutschland nach der Wende verbauten Türen zeitnah ersetzt werden müssen. Arbonia erwarb im Juli 2022 100 Prozent der Anteile an der deutschen Joro Türen GmbH, einem Produzenten von Spezialobjekttüren im Bereich Brand-, Rauch-, Schall- und Einbruchschutz. Die Stärke von Joro liegt insbesondere auf individuellen Kundenanforderungen, die sich im industriellen Setup der Arbonia Türenwerke bisher nicht abbilden ließen. Mit der Übernahme von Joro werde die Division den Ausbau des Objektgeschäfts konsequent weiter vorantreiben. Zudem erhält sie den Zugang zu umfassenden Zulassungen und Zertifizierungen für Türen in Übergrößen. Im Geschäftsjahr 2021 erzielte Joro einen hohen einstelligen Euro-Millionen Umsatz mit einer EBITDA-Marge, die über derjenigen der Division Türen liegt.

zuletzt editiert am 16.09.2022