Baustelle
Die steigenden Baukosten und die zunehmende Verunsicherung lassen die Nachfrage nach Wohnungen zurückgehen. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft

25. July 2022 | Teilen auf:

Auftragslage am Bau verschlechtert sich

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2022 um 0,5 Prozent gegenüber April 2022 gestiegen. Im Vorjahresvergleich sank der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang jedoch deutlich, und zwar um 7,5 Prozent gegenüber Mai 2021. Nominal (nicht preisbereinigt) lag der Auftragseingang aufgrund der gestiegenen Baupreise mit einem Volumen von 8,9 Milliarden Euro 15,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 sanken die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum real um 1,7 Prozent, während sie nominal um 13,6 Prozent stiegen.

Das Statistische Bundesamt meldete für Mai einen preisbereinigten Rückgang des Auftragseingangs im Wohnungsbau im Vergleich zum Vorjahresmonat von 13,5 Prozent. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis Mai wird nun ein reales Minus von 5,1 Prozent ausgewiesen. „Angesichts des hohen Bedarfs an Wohnungen ist dies eine schlechte Nachricht. Insbesondere, da wir davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Schließlich belasten neben den hohen Baukosten auch die weiter steigenden Energie-, Lebenshaltungs- und Zinskosten das Budget der privaten Haushalte“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Ein Auftragsplus verzeichneten hingegen noch der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau.

Auch der Umsatz rutscht ins Minus

Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Mai 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9  Prozent gesunken. Der nominale Umsatz erhöhte sich aufgrund der stark gestiegenen Baupreise um 15,1 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro.  In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 sanken die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 0,4 Prozent und stiegen nominal um 14,4 Prozent. „Hier machen sich die Lieferengpässe bemerkbar. Wenn kein Material da ist, kann auch nicht gebaut werden. Damit liegen wir jetzt in der Spanne unserer Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2022 von minus zwei bis null Prozent“, so Müller.

zuletzt editiert am 25.07.2022