Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.
Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. (Quelle: HDB/Martin Stockberg)

Bauwirtschaft

18. May 2022 | Teilen auf:

Bauindustrie senkt Konjunktur-Prognose

Auf einem Pressegespräch zum morgigen „Tag der Bauindustrie“ (19. Mai) hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie seine Konjunktur-Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. So erwartet die Branche nun für das laufende Jahr für die realen baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe eine Entwicklung zwischen null und -2 Prozent (Prognose Ende 2021: +1,5 Prozent). Darin ist schon das – vor allem witterungsbedingte – hohe reale Umsatzplus von neun Prozent im Januar und Februar „eingepreist“. Die Prognose stehe zudem unter dem Vorbehalt, dass sich im weiteren Jahresverlauf keine weiteren Verschärfungen bei Energiepreisen und dem Bezug von Baumaterial ergeben, wie der Verband deutlich macht. Sie sei von daher vor allem ein Abbild der aktuellen Situation.

„Vor fünf Monaten ist der Bau noch mit einem historisch hohen Auftragsbestand in das neue Jahr gestartet. Mit dem Angriffskrieg Putins wurde er zu einem konjunkturellen Fragezeichen“, sagt Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. „Preissteigerungen und Baumateriallieferanten, die oftmals nur noch Tagespreise abgeben – davon sind über 80 Prozent unserer Mitglieder betroffen. Fakt ist: Wir haben ein Problem. Fehlendes Bitumen für den Straßenbau, fehlende Investitionen durch Preissteigerungen und in letzter Konsequenz eine Konjunktur im Minus, Sie können sicher sein: Das Problem der Bauindustrie betrifft uns alle.“

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat in den letzten Tagen seine dritte Ukraine-Umfrage unter seinen Mitgliedern erhoben. Die Ergebnisse:

  • Neun von zehn Firmen beklagen direkte oder indirekte Auswirkungen des Krieges auf ihr Unternehmen.
  • Die Probleme liegen hauptsächlich bei der mangelnden Verfügbarkeit beziehungsweise den starken Preissteigerungen bei diversen Baumaterialien sowie beim Bruch von Logistikketten.
  • 80 Prozent der Unternehmen bezeichnen diese Probleme als stark beziehungsweise sehr stark.
  • 74 Prozent der Firmen beklagen Verzögerungen bei laufenden Bauprojekten.
  • 35 Prozent sind von Auftragskündigungen betroffen, nochmal sechs Prozent mehr als vor vier Wochen, und zehn Prozent mehr als Anfang März.
  • Mittlerweile 45 Prozent der Antwortenden gaben an, sich mit dem Auftraggeber auf eine Preisgleitung zu einigen (Vorumfrage: 33 Prozent).

In der Juli-Ausgabe lesen Abonnenten des Schloss- und Beschlagmarkts mehr über den „Tag der Bauindustrie“.

zuletzt editiert am 18.05.2022