Ohne bezahlbare Energie und eine wirksame Verschlankung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren drohe Deutschland ein zunehmender Mangel an mineralischen Rohstoffen, heißt es von den beiden Verbänden HDB und BBS in einer Mitteilung.
Ohne bezahlbare Energie und eine wirksame Verschlankung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren drohe Deutschland ein zunehmender Mangel an mineralischen Rohstoffen, heißt es von den beiden Verbänden HDB und BBS in einer Mitteilung. (Quelle: 8966388/Pixabay)

2022-10-13T22:00:00Z Bauindustrie und Baustoffindustrie plädieren für mehr Rohstoffsicherung

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (BBS) haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet: „Versorgungssicherheit mit Roh- und Baustoffen sowie Energie gewährleisten – Ressourceneffizienz weiter steigern“. Ohne bezahlbare Energie und eine wirksame Verschlankung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren drohe Deutschland ein zunehmender Mangel an mineralischen Rohstoffen, heißt es von den beiden Verbänden in einer Mitteilung.

Der für die kommenden Jahrzehnte absehbare Bedarf an mineralischen Rohstoffen wie Kies, Sand, Gips, Ton, Kalk- und Naturstein lässt sich laut der zwei Verbände aus heimischen Vorkommen decken. Die regionale Gewinnung sei nicht nur aus Gründen der Versorgungssicherheit, sondern wegen der hohen Transportintensität auch im Sinne des Klimaschutzes sinnvoll. „Regionale Versorgungsengpässe sind meist die Folge einer bürokratischen Genehmigungsflut und somit hausgemacht. Dabei muss klar sein: Ohne heimische Rohstoffe kein bezahlbares Bauen“, sagt Dr. Matthias Frederichs, BBS-Hauptgeschäftsführer.

Das Papier stellt verschiedene Lösungsansätze für deutlich beschleunigte Verfahren vor, darunter Stichtagsregelungen, digitale Anträge und eine Aufstockung des Personals in den zuständigen Behörden. Bei der Anwendung von Recycling-Baustoffen bestehen laut der Verbände ebenfalls ungenutzte Potenziale. Noch immer ließen viele öffentliche Auftraggeber den Einsatz von Sekundärrohstoffen, die rechtlich als Abfall eingestuft sind, in öffentlichen Ausschreibungen nicht zu, da sie einen unbegründeten Qualitätsverlust befürchten. „Die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten hat gezeigt: wir müssen stärker auf unsere eigenen Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft setzen. Ein Markt für Kreislaufwirtschaft kann aber nur entstehen, wenn Recycling-Produkte nicht länger als Abfall gelten, schnelle Zulassungsverfahren für neue Baustoffe eingeführt und Öffentliche Bauherren als Vorbild vorangehen“, sagt Tim-Oliver Müller, HDB-Hauptgeschäftsführer.

zuletzt editiert am 17. Oktober 2022
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