Berner Branchenbarometer zeigt unterschiedliche Stimmung.
Das italienische Handwerk blickt besonders optimistisch in die Zukunft. (Quelle: Berner)

2022-08-08T13:02:32.583Z Berner Branchenbarometer zeigt unterschiedliche Stimmung

Eine Branche, viele Gesichter: Während die Stimmung bei italienischen und französischen Bauprofis gut ist, blickt man in deutschen und österreichischen Betrieben trotz weiterhin solider Auftragslage deutlich pessimistischer nach vorn. Das zeigt das aktuelle Branchenbarometer der Berner Group. Der B2B-Großhändler hat dazu länderübergreifend 3.600 Entscheider aus verschiedenen Gewerken des Bauhandwerks befragt. „Das Handwerk insgesamt hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Speziell im Baubereich sehen wir dennoch ein solides Stimmungsbild. Die Branche wächst weiter auf hohem Niveau, aber nicht mehr in allen Gewerken so stark wie bisher“, fasst Thomas Eikel, zuständiger Leiter des Construction-Segments, ein zentrales Ergebnis zusammen.

„Über alle Befragten haben 31 Prozent der Bauprofis berichtet, dass sie in der ersten Hälfte des laufenden Kalenderjahres ein besseres oder sogar viel besseres Geschäft hatten als in den sechs Monaten davor.“ Im Ländervergleich gibt es dabei allerdings deutliche Unterschiede. „Im deutschen Baugewerbe hat sich die Stimmung bereits seit November 2021 zunehmend eingetrübt“, berichtet Eikel. „Dieser Trend hat sich im 1. Halbjahr 2022 fortgesetzt.“ Entsprechend beurteilt in Deutschland gerade einmal jeder vierte Betrieb den Geschäftsverlauf in der ersten Hälfte des Kalenderjahres positiv. Gleiches gilt für Österreich. Im Nachbarland hat vor allem der Krieg in der Ukraine zu einem nachhaltigen Stimmungseinbruch geführt. Auch in Frankreich verzeichnet das Branchenbarometer für März/April einen deutlichen Stimmungsknick, dieser hat sich aber schon im Mai korrigiert. Seitdem geht es wieder aufwärts. Inzwischen blickt das Gros der französischen Bauprofis zuversichtlich in die Zukunft: Knapp zwei Drittel der Betriebe erwarten in der zweiten Jahreshälfte mehr Aufträge, nur gut jeder Zehnte befürchtet eine Verschlechterung.

Eitel Sonnenschein herrscht insbesondere in Italien. Dort äußern sich mit rund 50 Prozent fast doppelt so viele Baubetriebe wie in Deutschland und Österreich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung des bisherigen Jahres. „Maßgeblichen Anteil daran hat sicherlich der ‚Superbonus 110‘, der in Italien die Renovierung von Häusern für Besitzer und Bauherren sehr attraktiv macht“, erklärt Eikel. „Das staatlich geförderte Programm läuft nach derzeitigem Stand voraussichtlich noch bis Ende 2022.“ Und das sorgt für kräftigen Rückenwind. So sind 27 Prozent der italienischen Bauprofis davon überzeugt, dass sie in den nächsten sechs Monaten ein Umsatzplus erzielen können. Lediglich acht Prozent rechnen mit weniger Arbeit.

zuletzt editiert am 08. August 2022
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