Die Verknappung der Baustoffe und extreme Preissteigerungen machen derzeit auch der Holz-/Holz-Alufensterbranche das Leben schwer. Wie können Unternehmen damit umgehen? Wie wirkt sich das auf die Verträge aus? Der Bundesverband Pro-Holzfenster (BPH) beschäftigte sich damit im Juli im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit Dr. Burkhard Siebert, Rechtsanwalt und Hauptgeschäftsführer beim Bauindustrieverband Hessen-Thüringen.
Alle Materialien verzeichnen deutlich höhere Preise, ein besonders eklatantes Beispiel ist Konstruktionsvollholz: Hier sind die Preise von Januar 2021 bis Juni 2021 um etwa 275 Prozent gestiegen. Waldschäden und Handelshemmnisse sind ein Grund dafür. Aber die Lieferengpässe und Stoffpreisänderungen stehen auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, wie Burkhard Siebert erläuterte. „Die Wirtschaft ist trotz Pandemie schneller wieder angelaufen als erwartet. Andererseits gibt es pandemiebedingte Reduzierungen in der Produktion und Störungen in der Lieferkette. Das führt zu einer angespannten Situation, wie wir sie in der Nachkriegszeit noch nie hatten.“
In der Teilnehmerrunde wurde natürlich auch die Frage diskutiert, ob die gestiegenen Einkaufspreise so ohne Weiteres an die Kunden weitergegeben werden können. Die Verkaufspreise seien immer „ein haariges Thema“, wie BPH-Vorsitzender Eduard Appelhans meinte. Was bei privaten Kunden im Moment noch durchsetzbar sei, sei bei Architekten und Auftraggebern der öffentlichen Hand schon schwieriger. Dennoch ist Eduard Appelhans zuversichtlich: „Was uns hilft, ist die durchweg gute Auftragslage.“
