Die deutsche Bauwirtschaft steckt weiter in einer tiefen Krise – das zeigt das aktuelle Update des „Construction Radars“ von Roland Berger. Demnach sinkt 2024 das Marktvolumen der gesamten Baubranche im Vergleich zum Vorjahr erneut um fünf Prozent. Für 2025 ist eine gewisse Stabilisierung auf niedrigem Niveau zu erwarten, aber eine Erholung stellt sich nicht vor 2026 ein, teilen die Unternehmensberater mit.
Die stärksten Verluste mit -18,4 Prozent verzeichne wieder der Bereich Neubau von Wohnungen: Grund sei vor allem die Zurückhaltung privater Bauherren. Dieser Bereich werde voraussichtlich auch 2025 weiter schrumpfen.
Talsohle im Tiefbau durchschritten
Auf der anderen Seite der Skala stünden Neubauten im Bereich Tiefbau, hier sei die Talsohle bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand bereits durchschritten. 2024 wachse dieser Sektor um 1,5 Prozent und 2025 voraussichtlich um 1,7 Prozent. Treiber seien dabei der Energiesektor, die Telekommunikation und der öffentliche Verkehr.
Für die kommenden Jahre erwarten die Studienautoren durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von nur noch 1,8 Prozent für die gesamte Bauwirtschaft – eine deutlich schlechtere Prognose als in der vorhergehenden Ausgabe des Construction Radar (3,7 Prozent). Bremsend wirkt dabei vor allem im kommenden Jahr unter anderem die fortgesetzte Krise im Wohnungsbau, heißt es in einer Mitteilung.
