Eine aktive Baustelle mit einem teilweise fertiggestellten Rohbau aus Porenbeton, umgeben von einem umfangreichen Stahlgerüst. Im Vordergrund befinden sich gestapelte Schalungselemente und Baumaterialien, während im Hintergrund ein Baukran in den Himmel ragt.
Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger ent­wickelt als noch im Frühjahr erwartet. (Quelle: Pixabay)

Branche im Blick 2026-09-25T13:03:13.329Z Deutsche Wirtschaft: Aufschwung mit Problemen

Die deutsche Wirtschaft ist seit Ende 2025 im Aufschwung und die Erholung fällt stärker aus als noch im Frühjahr erwartet, bleibt aber schwach. Für das laufende Jahr wird ein BIP-Plus von 1,3 Prozent und für die beiden folgenden Jahre von 1,1 Prozent bzw. 0,4 Prozent erwartet. Gegenüber dem Frühjahr wurde die Prognose für 2026 um 0,7 und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Das geht aus der aktuellen Gemeinschaftsprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hervor.

Die deutsche Wirtschaft hat sich demnach im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger ent­wickelt als noch im Frühjahr erwartet. Der mit dem Iran-Krieg verbundene Energiepreisschock hat die deut­sche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen. Im dritten Quartal hat sich die Erholung vorübergehend verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. Für 2027 erwarten die Institute eine Fortsetzung des Aufschwungs.

„Robuster als erwartet“

„Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Struktur­probleme belasten“, sagt Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Alles in allem rechnen die Institute in diesem Jahr mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent, 1,1 Prozent im Jahr 2027 und 0,4 Prozent im Jahr 2028.

Gegenüber dem Frühjahr wird die Prognose für 2026 um 0,7 Pro­zentpunkte und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Die Inflation von 2,8 Prozent in diesem Jahr dürfte zunächst auf 3,2 Prozent im Jahr 2027 steigen und 2028 auf 2,0 Prozent zurückgehen. Am Arbeitsmarkt kommt die Erholung verzögert an: Die Erwerbstätigkeit sinkt zunächst weiter, während die Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent im Jahr 2026 auf 6,2 Prozent im kommenden und 5,8 Prozent im Jahr 2028 zurückgeht, so die Wirtschaftsexperten.

zuletzt editiert am 25. September 2026
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