Die deutsche Wirtschaft kommt weiterhin nicht vom Fleck und dürfte in diesem Jahr das dritte Jahr in Folge stagnieren. Politische Unsicherheit durch die vorgezogenen Bundestagswahlen, aber auch die weltweiten handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten treffen die deutsche Wirtschaft in einer fragilen Lage. Erst im kommenden Jahr ist mit einer deutlichen Erholung um 1,1 Prozent zu rechnen. Das geht aus der aktuellen Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor.
Schwacher privater Konsum
Damit revidiert das DIW seine Konjunkturprognose für Deutschland erneut leicht nach unten. Ein wesentlicher Grund dafür ist der private Konsum, der sich hierzulande trotz steigender Reallöhne schwächer als erwartet entwickelt. Angesichts der angespannten weltpolitischen Lage und Sorgen um den Arbeitsplatz halten sich viele Menschen in Deutschland mit größeren Anschaffungen zurück.
USA kein verlässlicher Partner mehr
„Der Verlust der USA als verlässlichen politischen Partner stellt die künftige Bundesregierung vor große Herausforderungen und verschärft insbesondere für die exportorientierten Unternehmen die ohnehin schwierige Lage“, sagt DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. „Das geplante Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen könnte im kommenden Jahr für einen deutlich stärkeren Wirtschaftsaufschwung als prognostiziert sorgen.“
Im Jahr 2025 wird mit einer breiten Stagnation in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gerechnet. Wirtschaftspolitische Unsicherheiten werden voraussichtlich vor allem die Exportwirtschaft ausbremsen.
Lichtblick: Handlungsfähige Regierung
„Trotz dieser Herausforderungen gibt es aber auch Lichtblicke: Mit den kurzen Sondierungsgesprächen und den jetzt schon anlaufenden Koalitionsgesprächen können wir schnell eine handlungsfähige Regierung erwarten, wodurch sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rasch klarer abzeichnen dürften“, so Dany-Knedlik.
Die günstigeren Finanzierungsbedingungen stützen zudem die Entwicklung der Investitionstätigkeit. Bau- und Ausrüstungsinvestitionen dürften moderat zulegen, unterstützt durch eine steigende Nachfrage der öffentlichen Hand, prognostiziert das DIW.
