In Deutschland werden wieder finanzierbare Wohnungen gebaut - allerdings kleinere als bisher. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Studie herausgefunden.
Ein Grund dafür, dass die Wohnungen kleiner werden, ist laut DIW das Schrumpfen der Haushalte. Immer mehr Menschen benötigen keine vier Zimmer mehr und haben stattdessen lieber weniger Aufwand. Der massive Anstieg der Immobilenpreise seit 2010 hat dazu beigetragen, dass sich viele Familien eine große Wohnung oft nicht leisten können. „Über Jahrzehnte haben steigende Einkommen und der Wunsch nach mehr Komfort dazu geführt, dass unsere Wohnungen immer größer wurden", sagt Konstantin Kholodilin vom DIW.
Viele große Wohnungen stammen aus einer Zeit, in der sich kinderreiche Familien in den Städten niedergelassen haben. Erstmals seit Beginn der Erhebungen stagniert die durchschnittliche Wohnungsgröße in Deutschland. Bis 2050 wird sie schrumpfen, zeigt die DIW-Studie.
Das ist ein Novum. Denn seit 1965 ist die durchschnittliche Fläche pro Wohnung von 69 auf 94 Quadratmeter gewachsen. Gleichzeitig hat sich die Wohnfläche pro Person von knapp 20 auf gut 49 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Aber seit 2005 werden Neubauwohnungen wieder kleiner. In ferner Zukunft können wir davon ausgehen, dass Wohnraum im Schnitt etwa sechs Quadratmeter kleiner sein wird als heute.
Die Entwicklung der Immobilien in Deutschland ähnelt langsam, aber sicher der in anderen Industrieländern. In Belgien oder Norwegen beispielsweise wurden Neubauwohnungen bereits um das Jahr 2000 kleiner gebaut. Was die Effizienz und Größe angeht, so schaut man auch auf Japan. Hier machen die Bauträger vor, wie es gehen könnte: wenig Wohnraum mit vielen Zimmern bei maximaler Effizienz.
