Wenn es um Einbruch- und Brandschutz geht, ist die SicherheitsExpo seit über 20 Jahren der Branchentreff für Süddeutschland. Auch in ihrer 23. Auflage hat sich die Messe dabei im Hinblick auf Besucherzahlen, Aussteller- und Ausstellungsfläche weiterentwickelt. So informierten sich laut Veranstalter Anfang Juli an zwei Tagen über 3.500 Besucher bei mehr als 120 Ausstellern über die neuesten Produktentwicklungen und Dienstleistungen. Das kompakte Format der Messe, unterstützt durch zahlreiche Fachvorträge, mit aktuellen Themen wie KRITIS und moderne Zutrittskontrolle, ist bei allen Beteiligten beliebt und ein wichtiger Termin für viele Entscheider.
Ralf Margout
Neben Trends der vernetzten digitalen Zutrittskontrolle, kommt dabei auch der mechanische Einbruchschutz, der immer die solide Basis der Sicherheitstechnik sein sollte, nicht zu kurz, beziehungsweise er wird mit modernster Sicherheitstechnik kombiniert.
Mechanische Sicherheitstechnik als Basis
Ein gutes Beispiel dafür sind die neuen „XS4 Heavy Duty“ Beschläge von Salto. Als mechanisch verstärkte Varianten der Serien „XS4 One S“ und „XS4 Original+“ erfüllen sie aufgrund zusätzlicher Sicherheitsmerkmale die Zertifizierungsstandards für Sicherheitsbeschläge nach EN 16867. Außerdem sind sie für Sicherheitstüren (bis zu RC3 nach EN 1627) sowie für Außentüren mit erhöhten Anforderungen an den Witterungsschutz geeignet. Die Beschläge kombinieren somit eine besonders widerstandsfähige mechanische Bauweise mit moderner Elektronik und smarten Zutrittsfunktionen und bieten dabei eine hochsichere schlüssellose Zutrittslösung. Aufgrund einer kabellosen und batteriebetrieben Bauart sind sie einfach zu installieren und ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb mit schnellem Batteriewechsel. Die Verbindungen mit den Salto Technologien SVN für die virtuelle Vernetzung und BLUEnet für die Funkvernetzung ermöglichen ein flexibles Zutrittsmanagement sowie die Dokumentation von Zutrittsereignissen. Die „XS4 One S“ und „XS4 Original+ Heavy-Duty-Modelle“ sind dabei mit den Zutrittskontrollplattformen Salto Space für ein On-Premise-Systemlayout sowie den Cloud-Lösungen Salto KS und Homelok kompatibel. Der Zutritt ist schlüssellos mit RFID-Medien und digitalen Schlüsseln für Mobile Access möglich. Darüber hinaus präsentierte der Anbieter die Zutrittslösungen von Gantner und Ticket- und Buchungssysteme von Vintia.

Dormakaba stellte zusammen mit den Partnern Bavaria Zeitsysteme und Tobler seine Zutrittslösungen für Gebäude und Räume vor. Präsentiert wurden unter anderem die Zutrittskontrolllösung „Matrix-aaS-Cloud“, die Argus Sensorschleuse „V60“ und das modulare Fluchtwegsicherungssystem „Safe-Route“. Außerdem bietet der Konzern umfassende Lösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Dabei wurde gezeigt, wie eine ganzheitlich geplante sowie konsequent umgesetzte Zutrittslösung dazu beiträgt, die Anforderungen des KRITIS-Dachgesetz zu erfüllen. Digitale Komponenten, die den Zutritt revisionssicher dokumentieren, werden dabei mit physischen Sicherheitslösungen in der kritischen Infrastruktur kombiniert. Ferner wurde das neue „IT-Schrank Griffschloss 3610“ für den sicheren Zugriffsschutz für IT-Schränke vorgestellt. Die mechanischen Schließsysteme wurden mit dem vor kurzem mit dem German Innovation Award ausgezeichneten Wendeschlüsselsystem „revy“ erweitert. Das hochwertige, patentierte Schließsystem kann dabei gleichermaßen in Privathäusern, Wohnanlagen oder Firmen zum Einsatz kommen.

Das Vortragsforum als fester Bestandteil der SicherheitsExpo
Dormakaba beteiligte sich auf der SicherheitsExpo außerdem mit zwei Vorträgen im Forum. Michael Paule, DVP Vertical Business Owner for Data Centers bei Dormakaba Deutschland, referierte über „Ganzheitlich vernetzte Sicherheitslösungen am Beispiel eines Datacenters“ und Walter Nidermayer, CEO, Bavaria Zeitsysteme sprach über das Thema „Update Zugangskontrolle“ mit den Schwerpunkten Cloud, Mobile ID, KRITIS, Smart Access, KI, und Zukunft.

Lukas Ortner, Leitung Projekt- & Prozessmanagement bei SimonsVoss, hielt dort einen Vortrag über Mechatronische Schliesssysteme für den Schutz kritischer Infrastrukturen und stellte das neue System „Fortlox“ vor, das für die Absicherung von großen Firmenkomplexen und technischer Infrastruktur entwickelt wurde. „Physische Sicherheit ist keine Option, sie ist gesetzliche Pflicht“, betonte Ortner und verwies auf die Regulatorik, die von der NIS-2-Richtlinie, über das KRITIS-Dachgesetz bis zum Cyber Resilience Act reicht. „Das Schutzbedürfnis steigt enorm, die hybride Bedrohung – ein Mix aus physischen und digitalen Angriffen – nimmt zu“, lautete seine Einschätzung.
Am Messestand von SimonsVoss konnten sich die Besucher dann über die Neuheit der „Fortlox-Serie“ umfassend informieren. Diese bestehenden aus dem robusten knauf- und batterielosen Cylinder und dem Key als Schließmedium. Das frei programmierbare System wird wahlweise mit der AXM-Software oder der LSM-Software zentral oder dezentral verwaltet. Das neue System ist dabei mit elektronischen Beschlägen, elektronischen Knaufzylindern und Steuerungen des Anbieters kompatibel.

Ferner wurden die Systeme „3060“ als digitale Komplettlösung für große Unternehmen sowie „Smart-Intego“ als Integrationslösung für eine digitales Gebäudemanagement vorgestellt. Außerdem wurde der digitale Innentürbeschlag „Smart-Handle AX SmartIntego“ als integrierte Lösung für Zimmertüren in Hotels präsentiert.
BKS präsentierte ausgewählte Produkte und Lösungen rund um moderne Sicherheits- und Zutrittstechnik und war mit dem Publikumsinteresse, der Besucherfrequenz und dem fachlichen Austausch in vielen Gesprächen sehr zufrieden, was die Relevanz der präsentierten Themen bestätigte. Diese waren unter anderem Neuheiten der elektronischen Zutrittssysteme. Und für Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen smarte Zutrittssysteme und elektronische Hotelzutrittslösungen für ein modernes Hospitality-Management. Die Systeme „Gemos“ und Gemos access“ sind dabei gerade auch in KRITIS-Umgebungen leistungsstarke Lösungen für das Gebäudemanagement. Besonders freute man sich über den Besuch des Messeschirmherren, dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.

Assa Abloy zeigte unter anderem den neuen „Cliq Updater“, der eine sichere Kommunikation ohne Netzwerkkabel bietet. Dies bedeutet, eine komfortable Lösung, um Schlüsseldaten einfach und sicher zu aktualisieren. Die Kommunikation zwischen dem Updater und dem Wandprogrammiergerät erfolgt per RS-485-Verbindung und kommt ganz ohne Netzwerkkabel im Außenbereich aus. Er eignet sich daher auch für Nachrüstungen oder dezentrale Anwendungen und in Kombination mit einem Cliq-Wandprogrammiergerät lässt sich das Gerät über Distanzen bis zu 200 Metern betreiben.

Zutrittskontrolle mit Synergie
„Scala net“ ermöglicht eine vernetzte Zutrittskontrolle mit umfassenden Funktionen wie Zeitsteuerung, Zonenüberwachung oder Aufzugsintegration. Aufgrund des modularen Lizenzmodells lässt sich das System flexibel an steigende Anforderungen anpassen und unterstützt gängige RFID-Technologien sowie den offenen OSS Standard Offline. Neu ist die Integration der Offline-Komponenten der Marke „Clex public“ vom Konzernpartner Uhlmann & Zacher. Sie erweitern das System um kabellose, batteriebetriebene Lösungen und ermöglichen damit zusätzliche Anwendungen für Türen, Möbel und weitere zu schützende Bereiche. Die zentrale Verwaltung erfolgt dabei weiterhin über „Scala net“, wodurch sich die Komponenten nahtlos in bestehende Zutrittsstrukturen einfügen lassen.
Evva präsentierte Lösungen für modernes Zutrittsmanagement und damit praxisnahe Lösungen sowie Neuheiten rund um die elektronischen Zutrittskontrollsysteme „Airkey“, „Emzy“ und „Xesar“ sowie seine zahlreichen mechanischen Schließsysteme und deren Anwendungsmöglichkeiten. Mit der neuen Mandantenfähigkeit in der Version 3.4 der Xesar-Software können beispielseise in Business Centern eingemietete Unternehmen ihre Zutrittsrechte flexibel und eigenständig verwalten. Mitarbeitende können so ohne Umweg über die zentrale Gebäudeverwaltung selbst angelegt, geändert oder entfernt werden, was Zeit und Kosten spart und die Flexibilität erhöht.

Das Elock2 Team zeigte, wie höchste Sicherheitsanforderungen von Industrieanlagen über Kliniken bis zu Schulen und Behörden smart und zuverlässig mit modernen Sicherheitslösungen in der Praxis erfüllt werden können. Aus dem umfangreichen Sortiment haben insbesondere der Türwächter „TW4“ und das Batteriebetriebene Automatikschloss „V 4“ für Gesprächsstoff gesorgt. Der batteriebetriebene Türwächter aus Edelstahl löst beim Öffnen einen abschreckenden Voralarm sowie Daueralarm beim Öffnen aus. Ein alarmloses Öffnen ist per Transponder, Morse-Code oder nach Zeitplan sowie durch eine QR-Code Lösung möglich. Somit bietet er je nach Benutzergruppe eine flexible Zugangskontrolle und einfache Programmierung per Karte oder Software. Das System arbeitet autark und es ist kein externer Stromanschluss notwendig. Den TW gibt es in einer breiten Variante für Vollblatt- und Stahlblechtüren sowie als „TWS 4“ für schmale Modellvarianten wie zum Beispiel Rohrrahmentüren. Das ebenfalls rein batteriebetrieben Automatikschloss „V4“ kombiniert Funktion, Design und Sicherheit im kompakten Edelstahlgehäuse. Es arbeitet selbstverriegelnd und hat eine Panikfunktion sowie dieselben Öffnungsmöglichkeiten und Eigenschaften wie der „TW 4“. Somit ist eine nahtlose Integration in bestehende Zutrittskontrollsysteme möglich.

Viele weitere Aussteller der SicherheitsExpo deckten mit ihren Produkten und Dienstleistungen das gesamte Portfolio moderner Sicherheitstechnik mit den Themen Zutrittskontrolle, Brandschutz, IT Security, Perimeter-Protection und Videoüberwachung ab. Zahlreiche Vorträge des Messeforums über aktuelle Themen wie den Schutz kritischer Infrastruktur, der Einsatz von künstlicher Intelligenz, Zutritts- und Cloudlösungen rundeten die Veranstaltung dabei sinnvoll ab. Außerdem wurde die Messe durch die Präsenz der Branchenverbände BDSW, BHE, BSKI, BVSW und interkey sowie der Polizei unterstützt.
SicherheitsExpo zukünftig an mehreren Standorten
Die nächste SicherheitsExpo in München wird vom 30.6. bis 1.7.2027 stattfinden. Turnusmäßig wird die Messe am 22. und 23. September 2027 zum zweiten Mal in Berlin organisiert. Mit der neuen KRIFA, dem Fachkongress mit Ausstellung zum Thema Sicherheit und Krisenvorsorge, der am 15. und 16. Juli in Münster durchgeführt wurde, kreierte die Messegesellschaft AFAG ein neues Format zu diesem wichtigen und aktuellen Thema. In diesem Jahr wird mit der SicherheitsExpo Alpe Adria am 14. und 15. Oktober erstmals auch eine Messe in Klagenfurt veranstaltet.
Einen ausführlichen Rückblick auf die SicherheitsExpo finden Sie übrigens auch in der kommenden Ausgabe des M&T Schloss + Beschlagmarkt.