Prüfung eines einbruchhemmenden Fensters im Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV).
Prüfung eines einbruchhemmenden Fensters im Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV). (Quelle: FVSB)

Branche im Blick

28. November 2021 | Teilen auf:

Einbruchschutz: So sichern Sie die eigenen vier Wände

In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher wieder Hochkonjunktur. Daher ist besondere Vorsicht in Sachen Wohnungseinbrüche geboten. Aber was ist für die Sicherheit des Eigenheims am wichtigsten? Die Verbände Fachverband Schloss- und Beschlagindutire (FVSB) und Fenster + Fassade (VFF) erklären die Schwachstellen eines Hauses und worauf es beim Einbruchschutz besonders ankommt.

Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik geht hervor, dass der Wohnungseinbruchdiebstahl im Jahr 2020 um 13,9 Prozent (-12.122 Fälle) gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Auch in diesem Jahr zeigt sich schon jetzt an den aktuellen Zahlen der Bundesländer, dass die Einbrüche erneut weniger geworden sind. Bundesländer mit üblicherweise hohen Fallzahlen konnten sogar einen sehr starken Rückgang verzeichnen. Zwar setzt sich der Trend, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche von Jahr zu Jahr weiter zurückgeht, somit stetig fort, aber dennoch ist der richtige Einbruchschutz nach wie vor ein wichtiges Thema. Die rückläufigen Zahlen bestätigen, dass sich die Sicherungsmaßnahmen gegen Wohnungseinbruchdiebstahl lohnen. Zudem hatte aber auch die Corona-Pandemie Einfluss auf die Entwicklung. Unter anderem durch Homeoffice und Kurzarbeit sowie den eingeschränkten Freizeitaktivitäten waren viel mehr Menschen zu Hause als sonst. Dennoch ist es ratsam, sich mit dem Thema Einbruchschutz auseinanderzusetzen.

„Bei 77 Prozent der Einbrüche verschaffen sich Diebe über aufgehebelte Fenster und Türen Zutritt“, erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Für optimalen Einbruchschutz kommt es da auf das Zusammenspiel von fachgerechter Montage sowie Profil, Glas und Beschlag an.“ Je länger Fenster oder Tür Widerstand leisten, umso schlechtere Karten habe der Dieb.

Doch was schützt gegen einen Einbruch? Vor allem widerstandsfähige Türkonstruktionen und Anbauteile sind hier sinnvoll. Aber auch moderne Fenster mit Einbruchhemmung bieten zudem zahlreiche Schutzfunktionen. So sollten also geprüfte einbruchhemmende Türen und Fenster mit Sicherheitsbeschlägen, Sicherheitsschlössern und Mehrfachverriegelungen verwendet werden. Zudem ist es möglich, Zusatzsicherungen wie Querriegelschlösser oder Kastenriegelschlösser einzusetzen. Fenster, Terrassen- und Balkontüren sind durch Sicherheitsbeschläge mit Pilzkopfverriegelungen und Sicherheitsschließblechen zu sichern. Zudem kann man hier Fensterzusatzsicherungen wie Fensterzusatzschlösser oder weitere Sicherungen wie Gitter und massive Rollladen einsetzen. 

Wichtig ist immer, dass einbruchhemmende Bauteile stets von einem Fachbetrieb montiert werden. „Da falsch montierte Produkte auch keinen Schutz vor einem Einbruch bieten, sollte man die Montage einem Fachmann überlassen“, erläutert Stephan Schmidt, Geschäftsführer vom FVSB.

Auf die Resistance Class achten Wie sicher Fenster und Türen sind, bestimmt die sogenannte Resistance Class, kurz RC, also Widerstandsklasse. „Für den Privathaushalt sollte man sich heute mindestens für RC 2 entscheiden“, empfiehlt Lange. „RC 1 bietet nur einen Grundschutz gegen körperliche Gewalt, beispielsweise Gegentreten und Gegenspringen. Ab RC 2 leisten Fenster und Türen wirksamen Widerstand gegen Schraubendreher, Zange und Keile und reduzieren so das Einbruchrisiko.“

Sensoren und Alarmanlage sind weitere Sicherheitsaspekte Zusätzlich zum mechanischen Einbruchschutz sind Alarm- oder Überwachungsanlagen mit Sensortechnik sinnvolle Ergänzungen für die Sicherheit des Eigenheims. So können mit Sensoren ausgestattete Fenster einen Einbruchversuch direkt auf das Handy melden. „Ergänzt mit Kamerasystemen und einem Fingerprint-System macht man den Einbrechern das Leben erheblich schwerer“, so Lange abschließend.

Tipp:

„Die staatliche Förderung sollte man nicht verschenken: Die neuen einbruchhemmenden Fenster nach Widerstandsklasse RC 2 werden bei einem guten Wärmedämmwert von mindestens 1,1 W/m²K oder besser auch gefördert: Hier kann im Rahmen des BEG nach KfW-Programm 261/262 entweder ein 20 Prozent Tilgungszuschuss oder nach BAFA ein Investitionszuschuss von 20 Prozent gestellt werden. Für Türen gibt es ergänzend mit dem KfW Förderprogramm 455-E ein separates Förderprogramm. Vorab ist immer ein Energieeffizienz-Experte einzubinden.“

Prüfung eines einbruchhemmenden Fensters im Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV). (Quelle: FVSB)

Prüfung eines einbruchhemmenden Fensters im Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV). (Quelle: FVSB)
Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB), empfiehlt in den Einbruchschutz zu investieren. (Quelle: FVSB)
zuletzt editiert am 01.12.2021