In nur etwas über der Hälfte aller Einbruchsversuche schafften die Täter es ins Objekt. Der Rest scheiterte.
In nur etwas über der Hälfte aller Einbruchsversuche schafften die Täter es ins Objekt. Der Rest scheiterte. (Quelle: Abus)

Beschlag- und Sicherheitstechnik

05. April 2022 | Teilen auf:

Einbruchzahlen so gering wie noch nie

Auf einem historischen Tiefstand sind die Einbruchszahlen in Deutschland angelangt. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2021 hervor, die heute (5. April) veröffentlicht wurde. Demnach wurden in Deutschland 54.236 Wohnungseinbrüche im letzten Jahr erfasst. Das sind fast 28 Prozent weniger als im Vorjahr mit 75.023 Einbrüchen, angezeigte Einbruchsversuche eingeschlossen. Zudem scheiterten in 48,7 Prozent der Fälle Einbrecher beim Versuch in das Zielobjekt einzudringen. Im Jahr 2020 waren es 46,7 Prozent. Dieser gestiegene Prozentsatz zeigt deutlich, dass professionelle Einbruchschutzmaßnahmen wirken.

Bei Diebstählen aus Keller-, Dachbodenräumen und Waschküchen hat sich der Anstieg im letzten Jahr nicht zu einem Trend entwickelt. Nachdem die Zahlen im Jahr 2020 gestiegen sind, sank sie nun wieder um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 89.860 Delikte. „Die Corona-Pandemie führte auch im zurückliegenden Jahr dazu, dass die Menschen mehr Zeit zuhause verbrachten. Das sehen wir eindeutig bei der Zahl der Wohnungseinbrüche. Bei Bau und Renovierung von Wohnungen oder Häusern wird zudem der Einbruchschutz häufig mitgedacht. Ich würde mir wünschen, dass auch Keller-, Dachböden und Waschküchen häufiger mit professionellem Einbruchschutz ausgestattet werden,“ sagt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“, die seit 18 Jahren kostenlos Informationen zu Einbruchschutz bereitstellt und professionelle Beratung vermittelt.

Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes: „Home-Office und Teillockdown gaben Einbrechern im vergangenen Jahr weniger Tatgelegenheiten. Der erfreuliche Trend der sinkenden Einbruchzahlen ist aber auch ein Ergebnis der gemeinsamen Aufklärungsarbeit von Polizei und Sicherheitswirtschaft.“ Damit die Einbruchzahlen auch nach Lockerung der Corona-Restriktionen weiterhin nachhaltig sinken, wird empfohlen, auf Grundlage maßgeschneiderter Sicherheitskonzepte in mechanische und elektronische Sicherheitstechnik zu investieren. „Insbesondere die Aufklärungsquote von nur 19,5 Prozent zeigt, dass private Investitionen in Sicherheitstechnik weiterhin wichtig sind“, unterstreicht Rieche.

zuletzt editiert am 05.04.2022