Erdgasflamme
Kraftwerke zahlten im Juni 2022 für Erdgas 227,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer war Erdgas 182,6 Prozent teurer und für Wiederverkäufer 159,5 Prozent. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft

20. July 2022 | Teilen auf:

Erzeugerpreise auch im Juni auf hohem Niveau

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juni 2022 um 32,7 Prozent höher als im Juni 2021. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat ist damit wieder leicht rückläufig, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Im Mai 2022 hatte die Veränderungsrate bei +33,6 Prozent und im April bei +33,5 Prozent gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise im Juni 2022 um 0,6 Prozent. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Die Energiepreise waren im Juni 2022 im Durchschnitt 86,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2022 stiegen diese Preise um 1,6 Prozent und damit etwas weniger stark als im Vormonat (+2,5 Prozent gegenüber April 2022). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Juni 2021 von 141,1 Prozent und elektrischer Strom mit +93,3 Prozent. Zudem stiegen auch die Preise für Vorleistungsgüter (+22,3 Prozent), Investitionsgüter (+7,4 Prozent) sowie Ge- und Verbrauchsgüter (10,5 Prozent und 14,7 Prozent) deutlich an.

„Bei vielen Baumaterialien fällt der Preisanstieg sogar noch deutlich höher aus als der Durchschnitt“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. „Die Bauunternehmen sind insbesondere von den Preissteigerungen bei Stahlprodukten betroffen: Der Preis für Betonstahl lag im Juni um 53,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Da fällt auch der jüngste Rückgang von Mai auf Juni um 2,8 Prozent kaum ins Gewicht. Es wundert somit nicht, dass der Preisindex für den Neubau von Straßenbrücken jüngst um 21,5 Prozent zugelegt hat.“

„Neben den hohen Stahlpreisen belasten auch die hohen und weiter steigenden Energie- und Mineralölpreise die Branche. Insbesondere Dieselkraftstoff schlägt hier zu Buche, schließlich entfällt hierauf die Hälfte des Energieverbrauchs im Baugewerbe. Und der Preis für Diesel ist binnen Jahresfrist um 52,4 Prozent gestiegen“, so Müller. Der Preis für Dieselkraftstoff sei von Mai bis Juni um 1,9, für Asphalt um 3,1 und für Bitumen sogar um 6,3 Prozent gestiegen.

zuletzt editiert am 21.07.2022