Nach den gestrigen Abstimmungen im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) über die neue EU-Verpackungsverordnung betont der Handelsverband Deutschland (HDE), dass die Nutzung von nachweislich ökologisch vorteilhaften Verpackungsformaten auch künftig nicht eingeschränkt werden darf.
Die Abgeordneten des ENVI stimmten unter anderem für feste Vorgaben zur Nutzung von Mehrweglösungen sowie für ein Verbot bestimmter Einwegverpackungen. Durch die neuen Regelungen sieht der HDE das überaus erfolgreiche deutsche Einwegpfandsystem in Gefahr. Zudem könnten Einzelhändler zum Aufbau von Nachfüllstationen verpflichtet werden.
„Die Etablierung von EU-weiten Standards im Mehrweg-Bereich muss zwingend von einer ganzheitlichen Perspektive auf den Lebenszyklus des Produkts begleitet werden, die ökologische, soziale sowie wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt. Leider hat eine knappe Mehrheit des Umweltausschusses im Europäischen Parlament gegen diesen Ansatz gestimmt und stattdessen starre Mehrwegvorgaben festgelegt“, so die HDE-Geschäftsführerin für Europapolitik und Nachhaltigkeit, Antje Gerstein.
Zielgerichtete Ausnahmen von möglichen Mehrwegquoten sind aus Sicht von Gerstein absolut sinnvoll, wenn die Umweltauswirkungen von Einweglösungen auf Grundlage einer Lebenszyklusanalyse erwiesenermaßen niedriger sind. Die Diskussion über Verbote bestimmter Einwegverpackungen sieht der HDE nicht als zielführend an: „Verpackungen erfüllen immer eine Funktion. Neben dem Schutz des Produkts vor Außeneinwirkung und der Erfüllung von ökologischen Zielen zählen dazu auch Punkte wie Kundeninformation, Produktdifferenzierung oder die Anbringung von gesetzlichen Kennzeichnungspflichten.“
Die Abstimmungen im gesamten Plenum des Europäischen Parlaments sind für den 21. und 22. November angesetzt.
