Bei den Zukunftstagen von Veka am Stammsitz in Sendenhorst am 22. und 23. Juni hat sich fast alles um das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz gedreht. Zusätzlich zu interessanten Vorträgen gab es auch eine 400 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit den Neuheiten des Systemgebers.
Diese Ausstellung war auch ein Stück Messeersatz – zumindest für die deutschen Kunden, von denen rund 350 Mitarbeiter der Partnerbetriebe den Weg ins Münsterland fanden. Veka hatte aufgrund der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen die Teilnahme an der auf Juli verschobenen Fensterbau/Frontale abgesagt und wollte mit den Zukunftstagen die Gelegenheit nutzen, nach der pandemischen Zwangspause wieder persönlich sich auszutauschen und die Entwicklungen des Hauses zu präsentieren. „Der enge Dialog mit unseren Verarbeitern ist für uns von großer Bedeutung. Deshalb freuen wir uns, dass diese Veranstaltung so gut angenommen wurde und wir so zahlreiche Gäste in Sendenhorst begrüßen konnten“, sagt Josef L. Beckhoff, Vorstand Vertrieb und Marketing, nach Abschluss der Veranstaltung.
Bei seiner Begrüßungsrede ließ er die letzten zwei Jahre Revue passieren und damit die Herausforderungen von Corona-Pandemie bis Preisentwicklung. Auch den Ukraine-Krieg sprach er an: „Ich habe unsere Ukraine- und Russland-Standorte selbst aufgebaut, daher schmerzt mich die Entwicklung persönlich sehr. Doch es liegen noch weitere große Herausforderungen vor uns: Ressourcen schonen, Energieverbauch senken. Wir als Veka haben alle Möglichkeiten, um diese Aufgabe zu bewältigen.“

Ursache Mensch
Passend dazu war der Auftaktvortrag gewählt. Frank Böttcher, Wetter- und Klimaexperte, legte in seinem Vortrag „Hitze, Dürre, Starkregen – wohin steuern wir in unserer Wetterküche?“ die Grundlagen des Klimawandels dar und beschrieb eindrücklich die häufiger auftretenden Wetterextreme, deren oftmals verheerende Folgen auch in Deutschland längst spürbar sind. Trotz Corona liege der CO2-Gehalt in der Atmosphäre historisch hoch. Die Wassermengen und Starkregen nehmen bereits zu, gleichzeitig steigt die Zahl der heißen, trockenen Tage. Diese Entwicklung werde sich fortsetzten, wobei Wind dagegen weniger eine Gefahr darstelle.
„Wird die 1,5 Grad Celsius-Grenze gerissen, werden enorme Schäden entstehen, auch durch Extremwetter. Im Jahr 2050 wird es kein schwimmendes Eis mehr im Nordpolarmeer geben, dann steigt das Meer um drei bis vier Millimeter pro Jahr – das klingt wenig, ist erdgeschichtlich aber gigantisch. Noch haben wir die Möglichkeit, die Entwicklung zu stoppen, aber es ist eine Herkulesaufgabe“, mahnte Böttcher. Auch räumte er mit der oft angeführte Scheinausrede auf, wir befänden uns lediglich am Ende einer Eiszeit. „Diese waren bisher ein eher regionaler und kein weltweiter Effekt: Als die Wikinger Grönland entdeckten, war es grün, während an einem anderen Ende der Welt eine Eiszeit herrschte. Es ist gesichertes Wissen: Der Mensch ist die Ursache des Klimawandels.“
Gemäß seiner Prognos werden begrünte Fassaden zunehmen, Städtebauten werden häufiger weiß sein, weil so die Hitze besser draußen gehalten wird, und die Wassermengen aufgrund von Starkregen erfordern ein verändertes Abwassermanagement. So schwer es sein wird, den Klimawandel zu bremsen, so fest glaubt der Experte aber auch daran, dass Menschen – wenn die Not groß genug ist – kreative Lösungen finden.

Teil der Lösung
Ein Baustein dafür ist die tiefgreifende Modernisierung des Gebäudebestands. Wie der Gesetzgeber diesen Prozess vorantreiben will und auf welche Weise die Fensterhersteller davon profitieren können, legte Frank Lange dar, der Geschäftsführer des VFF und der Gütegemeinschaft Fenster, Fassade und Haustüren. Demnach wird die Förderung im Neubau verschwinden und mehr in die Sanierung fließen. Dort wird das große Wachstum erwartet. Der Verband kämpft derweil dafür, dass es auf Gesetzgeberseite nicht zu einer linearen Verschärfung der U-Werte kommt, da diese nicht leistbar und auch nicht zielführend sind. „Wir verdeutlichen der Politik gerade, dass wir Teil der Lösung sind, und nicht Teil des Problems“, so Lange.
Dass auch Veka das Thema Klimawandel längst im Blick hat, verdeutlichte Hermann Schmitz deutlich. Der Leiter des Bereichs Technologie & Innovation stellte beispielhaft Lösungen für Wärmeschutz, Lüftung und Verschattung vor, mit denen Partner des Systemgebers zukünftige Anforderungen erfüllen könnten. Und auch das betonte er: Die hohe Klasse-A-Profilqualität von Veka sei längst die beste Grundlage, um stärker werdenden Umwelteinflüssen mit stabilen und funktionalen Fensterkonstruktionen zu begegnen. Zudem merkte er an, dass statt eines Austauschs des Fensters, auch die Instandhaltung eine Option sei. „Ausgetauscht werden müssen nur die, die energetisch eine Katastrophe sind, aber nicht aus design- oder funktionstechnischen Gründen“, sagt Schmitz.
Wie umfassend sich Veka im eigenen Unternehmen für mehr Nachhaltigkeit engagiert, zeigte David Beckers auf. Der CSR-Manager (CSR steht für Corporate Social Responsibility und ist bislang ein freiwilliger Beitrag der Wirtschaft) erläuterte anhand alltagsnaher Beispiele, was „enkelgerechte“ Nachhaltigkeit, also ein auf zukünftige Generationen ausgerichtetes Handeln, bedeutet – und wie sich entsprechende Verbesserungen auch bei den Partnern des Systemgebers erzielen lassen. Eine der wichtigsten Maßnahmen zum Erreichen unserer Nachhaltigkeitsziele sei die Wiederverwertung alter Kunststofffenster sowie Produktionsreste, betonte Alexander Möhne, Vertriebsleiter der Veka Umwelttechnik – die es bereits seit 1993 gibt – zum Abschluss des kompakten Vormittagsprogramms. „Anfangs waren die Zyklate kaum gefragt, heute dagegen sehr“, schildert Möhne die Entwicklung und erklärt sogleich, dass GFK-verstärkte Fenster als Stahlersatz lediglich ein Kompromiss sei, weilt GFK nicht recyclebar ist.

Passende Produkte
Der Ausstellungsbereich war passend zu den Vorträgen nicht nur mit neu entwickelten Produkten bestückt, sondern auch mit Informationswänden zu aktuellen Themen, zum Beispiel abbrandfreie Schweißverfahren, Glasverklebung und nachhaltige Fenster. Produktseitig gab es unter anderem Exponate hergestellt aus dem Profilsystem für Aluminiumfenster „AluConnect“, das Hebe-Schiebetürsystem „Vekamotion 82 MAX“ und den Neubau-Dämmkastenlösung „Vekavariant EPS“ zu sehen.
Darüber hinaus umfasste das Angebot im zweiten Programmteil verschiedene Praxisveranstaltungen und Workshops. So wurde im Veka Systemtechnikum die Fertigung von Aluminiumfenstern aus „AluConnect“ ebenso demonstriert wie die Anwendung moderner Null-Fugen-Schweißverfahren. Als echter „Publikumsmagnet“ erwies sich „Vekainside“, ein umfassend mit Produkten des Systemgebers ausgestattetes Mobilheim im Stil eines Tiny House.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein geselliges Beisammensein am Abend. Dieser direkte Austausch sei extrem wichtig, merkte auch der Vorstandsvorsitzende Andreas Hartleif an, der die Gäste an dieser Stelle nochmals begrüßte und gemeinsam mit seiner Frau Elke die Gelegenheit für das persönliche Gespräch nutzte.
