Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel fordert von der Bundesregierung weitreichende Maßnahmen zur Unterstützung des Wohnungsbaus. Anlass ist die aktuelle Veröffentlichung der Wohnungsbaugenehmigungen. Demnach erfolgten im ersten Halbjahr dieses Jahres 107.000 Genehmigungen im Wohnungsbau, nochmals 21 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit entfernt sich der Wohnungsbau immer weiter von der anfangs der Legislaturperiode angepeilten Zielgröße von 400.000 fertiggestellten Wohnbauten pro Jahr, teilt der Verband mit.
Lange Genehmigungsverfahren
Gründe für die Misere im Wohnungsbau seien lange Genehmigungsverfahren, die gestiegenen Bauzinsen und der bürokratische Aufwand. „Die Streichung der KfW-Mittel durch den Bundeswirtschaftsminister Anfang 2022 war auf jeden Fall das falsche Signal für bauwillige Familien“, betont der Vorsitzende Maximilian Habisreutinger. Die komplizierte QNG-Förderung, die Verteuerung der Heizungsanlagen und die damit verbundene Verunsicherung der Bauherren seien weitere Gründe für die Zurückhaltung.
Die vom Bundesjustizministerium geplante Initiative für einen Gebäudetyp E („e“ wie einfach) sei im Grundsatz zu begrüßen, so der GD Holz. Allerdings bleibe abzuwarten, inwieweit von den allgemein anerkannten Regeln der Technik rechtssicher abgewichen werden könne und dies in der Praxis beim Neubau oder insbesondere bei der Sanierung auch umgesetzt werden kann.
Stärkung der KfW-Mittel
Das vermutete Einsparpotential von bis zu 10 Prozent bezeichnet der Verband in diesem Kontext als „ein ambitioniertes Ziel“ und fordert die Stärkung der KfW-Mittel, günstigere Zinssätze, höhere Kreditbeträge und einen Verzicht auf die teure und bürokratische Effizienzhaus 40- und QNG-Pflicht für KfW-Mittel. Das sollten vordringliche Maßnahmen sein, um den Wohnungsbau zu stimulieren und insbesondere bauwilligen Familien das Eigenheim zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung.
