Baustahl (Quelle: Pixabay)
Besonders die Stahlpreise sind stark gestiegen. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft

21. October 2021 | Teilen auf:

Holz- und Stahlpreise weiter auf Höhenflug

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2021 um 14,2 Prozent höher als im September 2020. Dies war laut dem Statistischen Bundesamt der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Oktober 1974, als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr war den Statistikern zufolge die Preisentwicklung bei Energie.

Vorleistungsgüter waren 17,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Nadelschnittholz (+117,9 Prozent), dessen Preise jedoch gegenüber August 2021 leicht nachgaben (-2,0 Prozent). Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr aber auch bei Verpackungsmitteln aus Holz (+92,5 Prozent), Sekundärrohstoffen (+87,2 Prozent) und Betonstahl in Stäben (+81,8 Prozent). Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 59,8 Prozent höher. Der starke Preisanstieg bei den Stahl- und Holzpreisen dürfte, wie schon in den vergangenen Monaten, insbesondere in der hohen Nachfrage im In- und Ausland sowie in Problemen in der Versorgung mit Rohstoffen begründet sein, heißt es von Seiten des Statistischen Bundesamts.

„Der Preisanstieg bei Baumaterialien setzt sich weiter fort. Insbesondere der Preis für Bauholz legte weiter zu, dieser ist im September 2021 binnen Monatsfrist um 8,4 Prozent gestiegen. Er liegt damit mittlerweile um 137 Prozent über dem Niveau des Vorjahres“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die veröffentlichen Zahlen. „Dabei spielt der Basiseffekt durch die befristete Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 in diesem Fall noch nicht einmal eine Rolle. Die Erzeugerpreisindizes werden ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen.“

„Die seit Jahresbeginn steigenden Baumaterialpreise werden bei den meisten Bauunternehmen zu Lasten der Margen gehen, da nur eine geringe Zahl der Bauunternehmen die gestiegenen Preise komplett an die Auftraggeber weitergeben kann“, so Müller weiter. Dies hätte die aktuelle Herbst-Umfrage der Creditreform ergeben, wonach lediglich 16 Prozent der befragten Bauunternehmen angegeben hätten, die Preiserhöhungen vollständig an die Kunden weitergeben zu können.

zuletzt editiert am 28.10.2021