Laut dem Münchner Ifo-Institut steckt die deutsche Wirtschaft in der Krise fest und Unternehmen zeigen sich zurückhaltender bei ihrer Personalplanung. „Auch für das dritte Quartal 2024 ist kaum Besserung zu erwarten“, kommentiert Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen.
Demnach lässt vor allem in der Industrie die Trendwende auf sich warten. Die energieintensiven Industriezweige konnten dagegen ihre Produktion seit Jahresbeginn etwas ausweiten. Im restlichen Verarbeitenden Gewerbe stagniert die Wirtschaftsleistung. Insgesamt nehmen die Auftragspolster immer weiter ab, und der Industrie fehlt es an Neuaufträgen, heißt es in einer Mitteilung. Die Beurteilung der aktuellen Lage sei im Juli auf den tiefsten Wert seit September 2020 gesunken.
Beschäftigung und Konjunktur im Minus
Darüber hinaus sank das Beschäftigungsbarometer im Juli auf 95,4 Punkte, nach 95,9 Punkten im Juni. „Aufgrund der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung sinkt die Bereitschaft, neue Mitarbeiter einzustellen“, sagt Wohlrabe. „Wo Aufträge fehlen, wird auch kein zusätzliches Personal gebraucht.“ In der Industrie sei das Barometer unverändert geblieben. Im Baugewerbe werde der Personalbestand trotz Krise vorerst konstant bleiben. Nur die Dienstleister stellten teilweise noch neue Mitarbeiter ein, aber weniger als im Vormonat, so das Institut.
Auch das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im Juli deutlich gesunken und liegt nun bei 87,0 Punkten – ein Minus von fünfeinhalb Punkten im Vergleich zum Juni. Damit entfernt sich der Barometerwert wieder von der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt, berichtet das DIW.
