Timo Josten, Vice President of IoT Solutions bei Grandcentrix, einer hundertprozentigen Tochter von Vodafone Deutschland, lieferte einen Überblick über IoT-Lösungen für Smart Home.
Timo Josten, Vice President of IoT Solutions bei Grandcentrix, einer hundertprozentigen Tochter von Vodafone Deutschland, lieferte einen Überblick über IoT-Lösungen für Smart Home. (Quelle: Screenshot)

Smarte Gebäude 2021-11-03T16:18:37.128Z Informativer Austausch

Für einen regen und informativen Austausch rund um Smart-Home-Themen sorgt die Smart Home-Expertenrunde NRW mit regelmäßigen Treffen. Ende September fand dies in Kooperation mit dem Eco Verband zum Thema „IoT für Smart Home“ online statt, bei dem rund 40 Teilnehmer zusammenkamen.

Klaus Scherer, Leiter Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Smart Home Initiative Deutschland, gab zu Beginn der Expertenrunde einen Einblick in die Historie von Smart Home, das als Teil der gigantischen IoT-Welt gesehen wird. IoT begann mit einem Toaster, erläuterte Scherer. Der US-amerikanische Software- und Netzwerkexperte John Romkey sowie australische Computerwissenschaftler Simon Hackett verbanden 1990 einen Toaster mit dem Internet. Er konnte online ein- und ausgeschaltet werden. Den Begriff „Internet of Things“ prägte 1999 der britische Forscher Kevin Ashton. Schon 2008 waren mehr Geräte mit dem Internet verbunden, als es Menschen auf der Erde gab (nach Cisco). Gemeint waren damit nicht nur Smartphones und Computer, sondern alle möglichen Gegenstände („Things“). Rund 75 Milliarden Geräte weltweit werden 2025 mit dem Internet verbunden sein. Sie sollen unseren Alltag komfortabler und Produktionsprozesse effizienter machen, durch mehr Effizienz Strom sparen und zugleich die Umwelt schonen, den Verkehrsfluss optimieren oder auch das Leben in Megacities vereinfachen.

Interessant ist die Tatsache, dass IoT-Systeme zu 22 Prozent aus Hardware, zu 31 Prozent aus Software und zu 47 Prozent aus Services bestehen. Als wichtigste Eigenschaften von IoT-Systemen werden Einfachheit, Interoperabilität, Zuverlässigkeit und Sicherheit gefordert. Doch wie werden Geräte und Komponenten der Smart Home-Welt technisch mit dem Internet verknüpft? Welche Anwendungen und welchen Nutzen bringt das? Welche neuen Services werden dadurch ermöglicht? Welches neue Geschäft können Hersteller und Dienstleister aller Art mit IoT plus Smart Home generieren?

Auf diese spannenden Fragen versuchte die 26. Smart Home NRW-Expertenrunde Antworten zu geben. Mit kenntnisreichen und erfahrenen Referenten aus unterschiedlichen Bereichen bot die NRW-Expertenrunde wieder hochwertige Informationen, dieses Mal in Kooperation mit dem Eco Verband, der mit über 1 100 Mitgliedern aus 70 Ländern seit mehr als 25 Jahren maßgeblich die Entwicklung des Internets in Deutschland mitgestaltet.

Interoperabilitäts- und Inselkonzepte gibt es Markt auf Protokollebene, zum Beispiel ZigBee, Z-Wave, WiFi, BlueTooth5, Thread, KNX und auf der Systemebene, beispielweise Apple-HomeKit, GoogleHome, Amazon-Alexa, HomeMatic, Bosch, Quivicon/Deutsche Telekom.
Interoperabilitäts- und Inselkonzepte gibt es Markt auf Protokollebene, zum Beispiel ZigBee, Z-Wave, WiFi, BlueTooth5, Thread, KNX und auf der Systemebene, beispielweise Apple-HomeKit, GoogleHome, Amazon-Alexa, HomeMatic, Bosch, Quivicon/Deutsche Telekom. (Quelle: Screenshot)

Timo Josten, Vice President of IoT Solutions bei Grandcentrix, einer hundertprozentigen Tochter von Vodafone Deutschland, lieferte einen Überblick über IoT-Lösungen für Smart Home. Demnach dient Smart Home als wichtiger Teil des „IoT-Universums“ als Oberbegriff für die Einbindung von IoT-Lösungen in den Lebensalltag – ein wesentliches Thema in aktuellen Diskussionen im Markt und in der Technik. Bei umfangreichen Installationen machen Heterogenität, Abgeschlossenheit und diverse Kommunikationsprotokolle das Zusammenspiel oft kompliziert. Interoperabilitäts- und Inselkonzepte gibt es Markt auf Protokollebene, zum Beispiel ZigBee, Z-Wave, WiFi, BlueTooth5, Thread, KNX und auf der Systemebene, beispielweise Apple-HomeKit, GoogleHome, Amazon-Alexa, HomeMatic, Bosch, Quivicon/Deutsche Telekom.

Josten stellte dann diverse „Onboarding-Konzepte“ vor, das heißt Verfahren zur Integration von Komponenten und Funktionen in IoT-Systeme wie Smart Home. Besonders fokussierte er das Interoperabilitätskonzept der Matter-Allianz (ehemals CHIP, Connected Home over IP), die von der CSA, Connectivity Standards Alliance (ehemals ZigBee Alliance) geleitet wird. Verschiedene Global Player wie Amazon, Apple, Google und Huawei sind dort Mitglied.

Dr. Bettina Horster, Vorstand Vivai AG Business Development und IoT sowie Direktorin IoT im Eco Verband, erläuterte die Leistung von Vivai-Care. Damit sei erstmals eine IoT-Plattform realisiert worden, die ein längeres autonomes Leben im Alter in den eigenen vier Wänden ermögliche. Mittels ausgefeilter Sensorik können Menschen mit Einschränkungen Unterstützung erhalten, die genau auf ihre aktuelle Lebenssituation abgestimmt ist. Hierfür werden bisher getrennt gehaltene Daten von Sensoren und Aktoren an zentraler Stelle gebündelt, ausgewertet und mit Care-Services im Internet verknüpft. Das System verbinde somit den Komfort von Smart Home mit der Sicherheit einer Pflegeeinrichtung, auch dank Einsatz neuester IoT-Technologie.

Raphael Tkacz, Customer Experience Manager bei der Firma Jung, erörterte das Thema „Anwendernutzen und neue Geschäftspotenziale durch IoT im Smart Home“.
Raphael Tkacz, Customer Experience Manager bei der Firma Jung, erörterte das Thema „Anwendernutzen und neue Geschäftspotenziale durch IoT im Smart Home“. (Quelle: Screenshot)

Raphael Tkacz, Customer Experience Manager bei der Firma Jung, erörterte das Thema „Anwendernutzen und neue Geschäftspotenziale durch IoT im Smart Home“. Das Customer-Experience-Management ziele auf die Schaffung positiver Kundenerfahrungen und damit auf den Ausbau und die Sicherung des Vermarktungspotenzials. Das Smart Home werde aktuell immer erwachsener, nicht zuletzt dank IoT. Auch wenn das IoT inklusive Services aller Art schier unbegrenzte Möglichkeiten rund um Komfort zu Hause biete, so stünden für Bauherren und private Bewohner zunächst andere Beweggründe im Vordergrund, sich heute über die Vorteile von Smart Home Gedanken zu machen und sich letztlich für den Kauf zu entscheiden. Dringliche Themen wie Energieeffizienz für den Klimaschutz und Assistenz beim sicheren Wohnen im Alter rückten an die erste Stelle. Wie aber kommt der Kunde ohne große Hürden von Beratung bis zum funktionierenden Smart-Home-System, auch mit IoT und nützlichen Internet-Services? Von der schlüssigen Beantwortung dieser Frage durch Hersteller, Integratoren und Handwerkerschaft werde entscheidend abhängen, ob die Markt- und Nutzenpotenziale von Smart Home mit IoT gehoben werden können.

Im Anschluss gab es eine muntere Diskussion zu den vorgetragenen Themen. Für alle, die sich im Themenbereich weiter schlau machen möchten, sei das nächste Treffen Ende November zum Fokusthema „Bedienkonzepte für Smart-Home-Systeme“ empfohlen. Kostenfreie Anmeldungen nimmt Klaus Scherer, Leiter Landesgruppe Nordrhein-Westfalen der Smart Home Initiative Deutschland, unter ksc@smarthome-deutschland.de entgegen.

zuletzt editiert am 03. November 2021
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