Keine guten Aussichten im Metallhandwerk.
Das Metallhandwerk blickt pessimistisch auf das laufende Jahr. (Quelle: Fachverband Metall NW)

Bauwirtschaft

17. January 2023 | Teilen auf:

Keine guten Aussichten im Metallhandwerk

Zum Jahreswechsel beurteilt nahezu die Mehrheit der nordrhein-westfälischen Metaller die Aussichten für das gerade begonnene Jahr sehr skeptisch, so die Einschätzung des Fachverbandes Metall NW. 48,6 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Situation, während lediglich 13,18 Prozent optimistisch ins neue Jahr blicken. Nahezu unverändert stellt sich die aktuelle wirtschaftliche Lage dar. Lediglich knapp 22 Prozent der metallhandwerklichen Unternehmen schätzen ihre aktuelle Situation als nicht mehr „befriedigend“ ein. Knapp jedes dritte Unternehmen urteilt mit „gut“ oder besser.

Die Reichweiten der Aufträge sind gegenüber dem Vorjahr dramatisch eingebrochen. Hatten seinerzeit noch mehr als 30 Prozent einen Auftragsbestand von über sechs Monaten, so ist dieser Anteil auf unter zehn Prozent der Befragten geschrumpft. Insbesondere die feinwerkmechanischen Unternehmen befinden sich aktuell in einem sich verschärfenden Preiswettbewerb. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht hier – neben dem Fachkräftemangel mit knapp 80 Prozent der Rückmeldungen – eine der zentralen Herausforderungen für das laufende Jahr. Knapp 60 Prozent der Feinwerkmechaniker befürchten auch weiterhin Engpässe in ihren Lieferketten. Beim baunahen Metallbau dominiert ebenfalls der Fachkräftemangel. Knapp neun von zehn Metallern sehen sich hier herausgefordert. Mit Abstand folgen „Engpässe in der Lieferkette“ mit 42 Prozent, „Preiswettbewerb bei Kunden“ mit 36 Prozent und „Auftragsmangel“ mit immerhin 27 Prozent der Nennungen.

Unverändert stark sind auch die Belastungen der Metaller durch die steigenden Preise. Insbesondere Energie aber auch Material und Fremdleistungen belasten die Ertragskraft der Unternehmen. Selbst konnten die Metallbauer ihren Preis je Arbeitsstunde lediglich um knapp vier Prozent auf jetzt gut 58 Euro erhöhen. Die Maschinenstunde bei den Feinwerkmechaniker verharrt bei rund 71 Euro. 

„Wie nicht anders zu erwarten war, steht das Metallhandwerk vor einem sehr schwierigen Jahr. Auf der einen Seiten steigen die Preise für Energie, Material und Vorleistungen weiter an und auf der anderen Seite sorgt ein sich verschärfender Wettbewerb auf den Absatzmärkten für deutlich beschränkte Möglichkeiten diese an die Kunden weiterzugeben“, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Metall NW die Ergebnisse.

zuletzt editiert am 17.01.2023