Die KfW-Förderungsprogramme für energieeffizientes Bauen sind kurzfristig gestoppt worden.
HDE kritisiert Entwurf des Energieeffizienzgesetzes und fordert Nachbesserungen. (Quelle: LBS West)

2022-01-24T15:55:22.770Z KfW-Förderstopp sorgt für Unruhe

Der plötzliche Antragsstopp in den KfW-Förderprogrammen für energieeffiziente Sanierungen und Neubauten wird nach Einschätzung der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) für starke Irritation im Markt sorgen. „Ein Ausfall der Förderung kann Bauherren, deren Projekte fertig geplant sind oder die bereits Förderung beantragt haben, in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Abläufe werden gestört, Finanzierungen müssen neu aufgestellt werden. Das ist nicht nur für die Bauherren problematisch, sondern auch für die Sanierungswelle, die die Förderung eigentlich starten soll. Wir können die Bundesregierung nur dringend bitten, diese Situation so schnell wie möglich durch frische Haushaltsmittel zu beenden“, kommentiert Thomas Drinkuth, Leiter der RTG.

Deutschlandweit stehen private Bauherren laut der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund unter Schock. Florian Becker, Geschäftsführer der Organisation erklärt in einem Statement: „Dass die Programme nun so früh im Jahr wegen zu hoher Mittelinanspruchnahme gestoppt wurden, ist ein Vertrauensbruch für viele Verbraucher, die sich auf die Förderung verlassen haben. Im Zusammenhang mit dem Auslaufen der KfW 55 Förderung und dem Ende des Baukindergeldes birgt der Vorgang unkalkulierbare Gefahren für die Erreichung der klima- und wohnpolitischen Ziele der Bundesregierung.“

Auch die RTG mahnt, dass wenn eine staatliche Förderung fester Bestandteil des Finanzierungskonzepts ist, dürfe sie nicht einfach wegbrechen. „Alles andere gefährdet die Wirksamkeit der Förderung“, so Drinkuth weiter. Die Repräsentanz sowie viele andere Verbände und Vereine fordern eine Neuausrichtung der Förderung.

Der Zusagestopp betrifft zum Beispiel die Kredit- und Zuschussvariante zum Programm Effizienzhaus 40 mit den  Programm-Nummern 261, 262 und 461, aber auch das Effizienzhaus 55, das bis Ende des Monats noch laufen sollte. Auch das Förderprogramm Energieeffizient Sanieren zum Effizienzhaus ist vom Förderstopp betroffen. Nicht betroffen von dem Förderstopp ist nach Angaben des Herstellers Hilzinger die vom BAFA angebotene Förderung (20 Prozent Zuschuss) von Einzelmaßnahmen in der Sanierung. Dazu gehört zum Beispiel der Fenstertausch. Kunden, die also ihre alten Fenster austauschen möchten können über die BAFA nach wie vor einen direkten Zuschuss in Höhe von 20 Prozent beantragen. Nicht betroffen von dem Förderstopp sei demnach auch die steuerliche Abschreibung in Höhe von 20 Prozent nach §35c EStG.

zuletzt editiert am 14. Februar 2022
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