Das Fachpublikum, das auf Sicherheits-Expo in München war, war qualifiziert und sehr interessiert.
Das Fachpublikum, das auf Sicherheits-Expo in München war, war qualifiziert und sehr interessiert. (Quelle: Redaktion/kosi)

Veranstaltungen 2021-12-21T23:00:00Z Messe mit Sicherheit

Als Präsenzveranstaltung geplant und gerade noch rechtzeitig konnte die Sicherheits-Expo am 24. und 25. November in München stattfinden. Ursprünglich war die Messe als 3G-Veranstaltung vorgesehen, eine Woche vor dem Start dann aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen zur 2G- und einen Tag zuvor zur 2G+-Messe erklärt worden. Ein Erfolg war sie trotzdem.
Silke Koppers

Natürlich kann man eine solche Veranstaltung nicht mit Vor-Corona-Zeiten vergleichen. Und obwohl der Veranstalter Netcomm mit 2.000 Besuchern unter 2G-Bedingungen gerechnet hatte, sind die circa 1.000 Besucher, die im Endeffekt bei einer 2G+-Regel da waren, aufgrund der kurzfristigen Verschärfung der Einlassbedingungen durchaus als Erfolg zu werten.

Auch bei den knapp 100 Ausstellern war die Erleichterung angesichts des interessierten Publikums deutlich anzumerken. Und es hat sich gelohnt, denn neben bekannten Herstellern zeigten auch neue Marktteilnehmer, was sie zu bieten haben.

Zu ihnen zählt der Hersteller Ajax, die erstmals auf der Sicherheits-Expo ausgestellt haben. Am Stand des ukrainischen Unternehmens herrschte verhältnismäßig reges Treiben, das Interesse war groß. Zusammen mit dem Ajax-Team konnten Messebesucher neue Geräte und Software des Unternehmens kennenlernen und die Sicherheitsgeräte in Aktion erleben, unter anderem den funkgesteuerten Bewegungsmelder mit Alarmfotoverifizierung für den Außenbereich „MotionCam Outdoor“, den bidirektionalen Funk-Außenbewegungsmelder „DualCurtain Outdoor“ oder die kabellose Touch-Tastatur mit Unterstützung von kontaktlosen Karten und Anhängern „KeyPad Plus“.  

Selbsterzeugte Energie

Zwei Gänge weiter präsentierte Assa Abloy seine „Sicherheitstechnik für jeden Anspruch“. Dort konnte unter anderem das Zutrittskontrollsystem „Scala offline“ und die Integration des „Cliq Web Managers“ in „Scala net“ begutachtet werden. Außerdem stellt das Unternehmen seinen ersten autarken „eCliq-Schlüssel“ vor – und damit nach eigenen Angaben eine Weltneuheit von Assa Abloy: der „Spark“ ist der erste elektronische „eCliq-Schlüssel“ der Mark Ikon, der ohne Batterie auskommt. Der „Spark“ öffnet Türen mit selbst erzeugter Energie. Er ist dadurch autark, unabhängig und verfügt über viele elektronische Funktionen. Er gehört zu den vier „eCliq“-Schlüsseln, die der Hersteller zukünftig als System-Schlüsselkonzept mit großer Flexibilität anbieten will.

Ursprünglich war die Messe als 3G-Veranstaltung vorgesehen, eine Woche vor dem Start dann aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen zur 2G- und einen Tag zuvor zur 2G+-Messe erklärt worden.
Ursprünglich war die Messe als 3G-Veranstaltung vorgesehen, eine Woche vor dem Start dann aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen zur 2G- und einen Tag zuvor zur 2G+-Messe erklärt worden. (Quelle: Redaktion/kosi)

Zusammen mit den Partnern Bavaria Zeitsysteme und Tobler Sicherheitstechnik zeigte Dormakaba auf der Messe eine Reihe von neuen Produkten und Lösungen in den Bereichen Sicherheit und Zutritt zu Gebäuden und Räumen. Eye-Catcher war ein Showmobil, in dem die neue vernetzte Türlösung „EntriWorX Ecosystem“ sowie weitere innovative Zugangslösungen vorgestellt wurden. Die übergreifende Lösung kombiniert laut Hersteller umfassende Datenanalysen mit einer nutzerfreundlichen Handhabung der Türsysteme. Sie beinhaltet smarte Planungstools, eine Unit, die alle Produkte verbindet, die Setup App zur einfachen Inbetriebnahme und die Webapplikation „EntriWorX Insights“. Ob Brandschutz, Barrierefreiheit oder Zutrittskontrolle gefragt ist, die Planungstools sollen alle relevanten Daten verbinden, den Austausch verbessern und die Zusammenarbeit über alle Gewerke und Partner vereinfachen. 

Weitere Ausstellungsschwerpunkte waren die Partnerlösungen von Bavaria Zeitsysteme und Tobler, eine einfache Zutrittskontrolle in der Cloud, designorientierte Sensorschleusen, ein flexibles Fluchtwegsicherungssystem und selbstverriegelnde Panikschlösser. Und obwohl weniger Besucher auf die Messe kamen als sonst, zieht Dormakaba ein positives Fazit. „Wir sind mit der Messe zufrieden. Wir haben zwar weniger, dafür aber sehr gute Gespräche mit großen Unternehmen geführt. Endlich mal wieder konnten wir live und persönlich Kontakte knüpfen und uns mit unseren Partnern austauschen“, betont Standleiter Michael Gempp, Regionalleiter Süd Vertrieb Lösungen.

Lob für die Messe

Auch Evva war vor Ort. Ralf Reiners, Geschäftsführer der Evva Sicherheitstechnik in Deutschland, war schon im Vorfeld der Messe überzeugt, dass die Veranstaltung einen sehr guten Austausch mit Kunden und Evva-Partnern fördert: „Die Sicherheits-Expo ist ein Garant für hochqualitatives Netzwerken und Fachgespräche auf Spitzenniveau. Sie ist auch zu Corona-Zeiten eine sichere Umgebung, um sich über die neuesten Entwicklungen am Sicherheitsmarkt live und persönlich zu informieren.“

Entsprechend konnte sich der interessierte Besucher am Stand über das neue mechanische Zutrittssystem für den Wohnbau „Akura 44“ informieren. So mache der speziell entwickelte Kurzzylinder mit sechs aktiven und zehn passiven Stiften im Zylinder bei der Schließanlagenplanung und Sicherheit keinerlei Abstriche. Optional ist der Schlüssel auch um eine Magnetpille erweiterbar. Zudem schütze die bewährte Magnettechnologie des Herstellers vor unbefugtem 3D-Druck. Darüber hinaus war mit „Xesar 3.1“ einer der Ersten das Update von „Xesar“ erlebbar sowie die exklusive Vorschau auf den neuen elektronischen Motozylinder „EMZY“.

Erstmals seit zwei Jahren hat sich auch PCS wieder auf einer Messe präsentiert und hat auf dem Branchentreffpunkt erstmals die neue Produktlinie „Intus Flex“ gezeigt. Die mechatronischen Schließsysteme sind laut Hersteller in vielen Varianten erhältlich, unter anderem als Schließzylinder, E-Handle oder Spindschloss. Auch eine Absicherung von Einbruchhemmenden- oder Brandschutz-Türen sei mit der Neuheit möglich. Die Komponenten können wahlweise über das Standard-Kartenformat OSS-SO oder per Funkvernetzung mit dem Zutrittssystem verbunden werden. Bei Funkvernetzung kommunizieren die „Intus Flex“-Endgeräte über Gateways mit dem Zutrittskontrollmanager oder „Intus-Terminal“. Die Offline-Daten müssen nicht auf dem Ausweis gespeichert werden. Vorhandene RFID-Ausweise können weiter genutzt werden.

Mit dem Messeverlauf zufrieden war auch Primion Technology, einer der nach eigenen Angaben europaweit führenden IT-Systemhäuser für Zutrittskontrolle, Zeiterfassung und Gefahrenmanagementsysteme. Das Unternehmen wertet die Besucherzahlen als klares Bekenntnis des renommierten Kundenstamms zum Unternehmen und seinen umfassenden Systemlösungen. Die Anzahl der Besucher am Primion-Stand sei unerwartet hoch gewesen. Günther Rieß, Niederlassungsleiter München: „Unsere Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bewahrheitet und wir waren bereits am ersten Messetag positiv überrascht. Auch am zweiten Messetag konnten wir Bestandskunden aber auch unerwartet viele Neu-Interessenten begrüßen und beraten.“ Zwar hatten im Vorfeld einige Unternehmen ihren Besuch absagen müssen, im Gegenzug aber konkret online oder telefonisch gezielt ihre individuellen Anforderungen direkt platziert.

Auf großes Interesse sei vor allem die „pKT-Offline“-Lösungen für die Absicherung einzelner Bereiche in einem Unternehmen und die Integration der neuen Spind-Lösungen mit Verwaltung in der Software sowie Status-Anzeige am Terminal gestoßen. Aber auch die Möglichkeiten der innovativen mobilen Zeiterfassung sowie Zutrittskontrolllösungen für Hochsicherheitsbereiche wurden nachgefragt.

Errichter und Dienstleister

Ebenfalls mit einem Showmobil vor Ort war Protection One vertreten, das nach eigenen Angaben erste Unternehmen in Deutschland, das die Live-Täteransprache eingeführt hat. Damit erziele der Dienstleister und Errichter eine Schadenverhinderungsquote von 97,3 Prozent bei sogenannten Echteinbrüchen. Vor allem im gewerblichen Bereich bietet das Unternehmen ein breitgefächertes Paket an Schutz- und Gefahrenabwehrmöglichkeiten an, vom digitalen Zaunüberwachungssystem, über virtuelle Wächterrundgänge, hin zu Live-Einbruchschutz und der Detektion von nicht eingefriedeten Außenbereichen hin zur Steuerung des Zutritts durch cloudbasierte Zutrittskontrollsysteme.

Wie auf der Security in Essen durfte auch Salto in München nicht fehlen. Und das Unternehmen kam diesmal nicht allein: Mit am Stand vertreten waren die letztes Jahr übernommenen Firmen Ganter und Contidata. Gemeinsam präsentieren sie Systemlösungen für Zutrittskontrolle, Schrankschließsysteme, Payment und Ticketing.

Mit den elektronischen Zutrittskontrollsystemen von Salto erhalten Anwender laut eigenen Angaben Lösungen, die Sicherheit, einfache Bedienung und Effizienz vereinen und darüber hinaus vielfältige Integrationsmöglichkeiten enthalten. Aufgrund der vielseitigen Hardware und Technologien entstehen individuell abgestimmte Anlagen, die alle Zutrittspunkte wie Türen, Tore, Zufahrten, Aufzüge, Möbel etc. einbinden. Salto-Lösungen sollen viele tägliche Funktionen und Reaktionen auf Vorfälle automatisieren, wodurch Anwender Zeit und Geld sparen können und die Wartung effizienter gestaltet werde. Zudem lasse sich die Zutrittskontrolle mit einer Vielzahl von Drittsystemen koppeln, wodurch Prozesse automatisiert und die betriebliche Effizienz noch weiter gesteigert werden. Neben anderen Sicherheitsgewerken, z.B. Videoüberwachung, Brand-, Einbruchmelde- sowie Gefahrenmanagementsysteme, sei auch eine Integration mit der Gebäudeautomation (Licht, Heizung, Jalousien) möglich.

Dormakaba hat sein Showmobil als Teil des Standes genutzt.
Dormakaba hat sein Showmobil als Teil des Standes genutzt. (Quelle: Redaktion/kosi)

Ergänzend dazu zeigte Gantner seine elektronischen Schrankschließsysteme, die sich für Freizeiteinrichtungen, Büroumgebungen, Bildungseinrichtungen, Depots oder Poststationen eignen. Das Unternehmen hat dafür verkabelte und batteriebetriebene Lösungen sowie App-basierte Terminals im Angebot, die sich für die Nachrüstung im Bestand als auch für Neuinstallationen anbieten. Gantner Ticketing biete zudem eine ganzheitliche, modulare Ticketing- und Besuchermanagementlösung für den Freizeitbereich mit hohem Besucheraufkommen.

Contidata entwickelt und vertreibt bargeldlose Kassen- und Zahlungssysteme für alle gängigen Betriebskonzepte und Verpflegungsformen in der Betriebsgastronomie. Ob Eigen- oder Fremdbewirtschaftung durch einen Caterer, die Kassensysteme des Herstellers seien individuell zu konfigurieren, jederzeit erweiterbar und speziell konzipiert für den Gastroalltag in der Gemeinschaftsverpflegung.

Charmante Halbschale

Einen interessanten Zylinder präsentierte auch Smartloxx, ein junges Unternehmen im Bereich der Sicherheitstechnik, mit dem „Z1“. Dabei handelt es laut Hersteller um einen Zylinder für alle Türstärken von 30/30 bis 60/60. Er lässt sich vor Ort schnell auf die gewünschte Stärke in Schritten von 2,5 Millimetern anpassen. Dafür müsse nur das Halbschalen-Set abgehoben werden, die Teleskopachse auf gewünschte Länge gezogen und das Halbschalen-Set in neuer Längenposition wieder aufsetzen werden. Drei unterschiedliche Halbschalen-Sets stehen zur Verfügung (mit der kurzen HV10: wahlweise die Längen 30 / 32,5 / 35 / 37,5 oder 40 einstellen; mit der mittleren HV20: wahlweise die Längen 40 / 42,5 / 45 / 47,5 oder 50 einstellen; mit der langen HV30: wahlweise die Längen 50 / 52,5 / 55 / 57,5 oder 60 einstellen).

Die Halbschalen-Längenanpassung mache es möglich, dass kein kostspieliges Aufmaß beim Kunden mehr anfällt, keine aufwendige Bestellung nach Türstärke erfolgen muss und eine Sofort-Lieferung aus dem Vorrat erfolgen kann. Der Zylinder kann zudem mit verschiedenen Identmedien geöffnet werden, wie beispielsweise dem Handy, der App über einen Transponder oder per Codeingabe. Jeder Smartloxx-Zylinder werde immer mit Mulitfunktionsausstattung geliefert.

In München war auch der Pionier funkgesteuerter, kabelloser Schließtechnik, Simons-Voss, vertreten. Den Mittelpunkt des Standes bildete der im Juli 2021 erstmals vorgestellte „Digital Cylinder AX“, dessen Technologie-Plus und erweitertes Einsatzspektrum laut Hersteller auf hohes Interesse stieß. Gleiches galt für die kürzlich begonnene Kooperation von Simons-Voss mit dem Designbeschlag-Hersteller FSB. Die Gäste am Stand nutzten die Gelegenheit, sich über Details dieser High-Tech-Kombination zu informieren und die Funktionalität der Beschlaggarnituren selbst auszuprobieren.

„Natürlich gab es nicht die Frequenz wie zu normalen Zeiten“, erklärt Kai Preißer, Vertriebsleiter Süd, „aber wir hatten hochkarätige Besucher unter anderem aus dem Fachhandel am Stand, mit denen sich konstruktive und zukunftsweisende Gespräche über unsere Innovationen entwickelten.“

Die Sicherheits-Expo hat gezeigt, dass der Wunsch nach Messen weiterhin besteht – und vermutlich hoffen nicht nur die Besucher, die da waren, dass nächstes Jahr unter besseren Bedingungen die Messe wieder stattfinden kann, sondern auch die, die nicht kommen konnten. 2022 findet die Messe vielleicht wieder wie früher statt, Ende Juni, wenn die Infektionszahlen niedriger sind als im Winter – wie immer sich die Pandemie noch entwickelt.

zuletzt editiert am 04. Januar 2022
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