Ein Schließsystem von Iloq.
Während in Österreich 2020 der Umsatz mit mechanischen Türschließern mit 11,8 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau stagnierte, brach das Geschäft mit automatischen Türschließsystemen dramatisch ein. Quelle: Iloq

Beschlag- und Sicherheitstechnik

08. April 2021 | Teilen auf:

Minus bei Türschließsystemen – Plus bei Schließzylindern

Der Markt für automatische Türschließsysteme ist in Österreich im vergangenen Jahr um nahezu 20 Prozent geschrumpft. Mechanische Türschließer hingegen spüren die durch Corona hervorgerufene Krise kaum. Dies zeigen die aktuellen Daten einer Studie des Marktforschungsinstituts Branchenradar.com Marktanalyse. Die Corona-Krise wirbelte den Markt deutlich durcheinander.

Während der Umsatz mit mechanischen Türschließern mit 11,8 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau stagnierte, brach das Geschäft mit automatischen Türschließsystemen dramatisch ein. Laut der Studie gingen die Herstellererlöse um beinahe 19 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,6 Millionen Euro zurück. Dabei fiel der Löwenanteil des Rückgangs auf den Neubau. Hier lag das Minus im Jahresvergleich sogar bei 35 Prozent.

Dass sich die beiden Teilmärkte quasi gegenläufig entwickelten, hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen sind mechanische Türschließer weitaus weniger stark vom Neubau abhängig als automatische Türschließsysteme, da defekte mechanische Produkte im Gebäudebestand eher getauscht, automatische Türschließer hingegen repariert werden. Folglich wird der Markt für mechanische Türschließer durch ein relativ konstantes Austauschvolumen stabilisiert. Zum anderen werden automatische Systeme im Gegensatz zu mechanischen Türschließern praktisch ausschließlich im Nicht-Wohnbau montiert.

Und hier führten mancherorts mehrwöchige Baustellenschließungen im ersten Lockdown zu Bauverzögerungen, die bis Jahresende nicht mehr aufgeholt wurden. In jedem Fall sank dadurch der Umsatz mit Drehtür- und Falttürsystemen sowie mit Schiebetürsystemen gleichförmig um jeweils rund 15 Prozent, mit automatischen Karusselltürsystemen sogar um 42 Prozent gegenüber Vorjahr.

Für beide Teilmärkte prognostizieren die Marktforscher in diesem Jahr wieder leichten Aufwind. So erwartet man für den Gesamtmarkt ein Umsatzplus von 3,5 Prozent in diesem und im kommenden Jahr sogar von sieben Prozent gegenüber Vorjahr.

Anders verhielt sich der Markt für Sicherheitszylinder, der in Österreich auch im Jahr 2020 moderat zulegen konnte. Wachstumstreiber hier war der Wohnungsmarkt, der um 3,1 Prozent wuchs. Speziell in Mehrfamilienhäusern wurden Sicherheitszylinder für Schließanlagen deutlich stärker nachgefragt. Im Nicht-Wohnbau hingegen gab es mit einem Minus von 2,2 Prozent gegenüber Vorjahr deutliche Rückgänge.

Für das laufende Jahr rechnen die Marktforscher mit einem konstanten Marktwachstum, auch wenn sich die Impulse aus dem Wohnungsneubau zunehmend abschwächen. Im Gegenzug könnten dafür die Preise leicht anziehen. Alles in allem erscheint ein Umsatzplus von knapp ein Prozent in diesem und dem kommenden Jahr realistisch.