Ein Mikroskop-Arbeitsplatz mit zwei Monitoren, auf denen eine Vergrößerung und eine technische Zeichnung zu sehen sind.
Die Bauteile werden vor ihrer Wiederverwendung oder Entsorgung genauestens geprüft, wie beispielsweise hier unter dem Mikrobioskop. (Quelle: Breuer+Schmitz)

Nachhaltigkeit 2025-03-12T07:11:07.006Z Neues Programm bei Breuer + Schmitz ergänzt „ganzheitlichen Ansatz“

Der Beschlaghersteller BSW Breuer + Schmitz achtet seit Jahren sehr darauf, möglichst umweltschonend und nachhaltig zu agieren. Als Konsequenz führte das Familienunternehmen das „reuse + recycle“-Programm ein. Was es damit auf sich hat, erklärt Mees Bachmann, der die Verantwortung für die Produktentwicklung innerhalb des Unternehmens trägt.

Der Beschlaghersteller war nach eigenen Angaben der erste Scharnierhersteller überhaupt, der sein Produktprogramm nach dem Cradle-to-Cradle-Standard zertifiziert hat und vor kurzem die Zertifizierungsstufe Silber für die wichtigsten Produktgruppen erreicht hat.

Ein weiterer Mosaikstein ist das „reuse + recycle“-Programm, das einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten soll. „Das Thema Recycling betrifft auch die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung“, sagt Mees Bachmann. „Recycling ist da ein wichtiger Baustein, gerade auch bei endlichen Ressourcen.“

Der Wunsch des Unternehmens lautet, dass idealerweise alle Bänder, nachdem sie ihren Dienst verrichtet haben und ausgemustert wurden, wieder an den Hersteller zurückkommen. „Im Moment sind wir davon noch weit entfernt, aber wir möchten die Bänder zurückbekommen, um sie zu erneuern, zu reparieren oder eben zu recyceln“, so Bachmann. Dabei lässt sich zurückgenommenes Material nicht einfach einschmelzen und zu neuen Stangen gießen. „Man benötigt immer auch einen gehörigen Anteil an frischem Material“, so Bachmann weiter, denn ansonsten wären die Produkte nicht mehr so belastbar.

Aus alt wird neu

Was passiert also mit einem Türband, das an den Hersteller zurückgeht? „Als erstes überprüfen wir, ob man es noch nutzen kann oder zumindest Teile davon zu verwenden sind“, erläutert Bachmann, der auch Ansprechpartner für Sonderkonstruktionen im Unternehmen ist. „Das heißt, wir prüfen die Lagerung, die Maße und erkennen dann, was getan werden muss, damit das Band noch einmal einsetzbar ist.“ Sollte ein Band nicht mehr reparabel sein, wird es sortenrein zerlegt: Edelstahl, Kunststoff und Stahl werden separiert und wieder dem Wertstoff-Kreislauf zugeführt. Ziemlich viel Aufwand, aber „wir wollen da auch etwas für die Umwelt tun“, betont Bachmann. „Grundsätzlich kommen bei uns sämtliche Materialien auf den Prüfstand.“ Selbst die Lieferanten oder Veredler, mit denen der Anbieter zusammenarbeitet, müssen entsprechend sorgsam agieren „Es ist eben ein ganzheitlicher Ansatz.“

Einen wachsenden Markt für die Produkte mit Bändern aus recyceltem Material gibt es auch. „Diese Bänder werden gerne in Gebäuden genutzt, die unter Berücksichtigung des Cradle-to-Cradle-Prinzips errichtet werden“, weiß Bachmann. Die Nutzer können auch sicher sein, dass diese Bänder ihre volle Leistung erbringen. „Die Bänder, die wiederverwendet werden, müssen genauso wie natürlich auch die neuen Bänder unseren Qualitätsansprüchen genügen“, betont Bachmann.

 „In den Niederlanden läuft das Programm gut an“, lobt Bachmann den Nachbarn. „Daher wollen wir nun auch auf dem deutschen Markt loslegen und ein Fundament für die Zukunft bilden.“

zuletzt editiert am 12. März 2025
Newsletter