Das Herzstück der „Pivota DX“-Bandserie von Basys ist das patentierte Konstruktionsprinzip aus einem symmetrischen Vier-Arm-Gelenk, das die Kräfte des Türflügels gleichmäßig in die Zarge leiten soll. Foto: Basys
Die Fenster- und Türbänder der Firma Haps sind aus stranggepresstem Aluminium gefertigt. Es gibt sie in eloxalveredelten oder kunststoffbeschichteten Oberflächen. Foto: Haps
Die VL-Bänder von Dr. Hahn sind so aufgebaut, dass sie bei geschlossenen Türen und Fenstern nicht zu sehen sind. Foto: Dr. Hahn
15.08.2018 Produkt-News

Türbänder: Der Dreh- und Angelpunkt der Tür

Türbänder erfüllen meist viel mehr als nur eine Funktion und sind dauerhaften Belastungen ausgesetzt, denen sie tagtäglich standhalten müssen. Für die verschiedenen Anwendungsbereiche von Außen- über Innen- bis hin zu Sicherheitstüren sind verschiedene Lösungen gefragt.

Die Hersteller bieten für jeden Anwendungsbereich entsprechende Beschläge an. Sie verfolgen ganz unterschiedliche Designansätze und sorgen  dafür, dass die Bandbreite von auffällig gestaltet bis hin zu nicht sichtbar reicht.

Türbänder verbinden Zarge oder Blendrahmen mit dem Türblatt und sorgen so dafür – ähnlich wie Scharniere –, dass sich die Tür öffnen und schließen lässt. Eine Funktion, die nahezu unverzichtbar ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Türbänder beziehungsweise ihre Vorläufer auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurückblicken können. Ein Beispiel hierfür ist eine Holztür mit Türangel, die Archäologen in der Schweiz gefunden haben. Sie ist circa 5 000 Jahre alt und gilt als eine der ältesten Türen Europas. Dennoch kann man davon ausgehen, dass es schon viel früher Türen gab – und damit Vorrichtungen, sie zu öffnen. Eine Variante hierzu sind beispielsweise Türen, die oben und unten mit Zapfen aus Holz oder Stein versehen waren. Sie wurden in die Schwelle und den Sturz eingelassen und bildeten damit eine Achse, um die die Tür gedreht werden konnte. Später ging man dazu über, Metallbänder zu verwenden. Sie wurden in der Regel von Schmieden hergestellt und waren immer wieder als dekoratives Element kunstvoll gestaltet. Die Flacheisen wurden quer über die einzelnen Holzbohlen des Türblattes gespannt und hatten die Aufgabe, diese zusammenzuhalten. Das herausragende Ende wurde eingerollt und in die in den „Stock“ eingeschlagene Angel eingehängt. So entstand eine Drehachse, mit deren Hilfe die Tür geöffnet und geschlossen werden konnte.

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Der Weg zu Einbohrbändern

Heute werden meist Einbohrbänder verwendet. Sie haben sich erst ab den 1950er-Jahren gegenüber den bis dahin üblichen Bändern mit Einstemm-, Einfräs- oder Aufschraublappen durchgesetzt. Der Ersatz der Einstemm-Fitschenlappen durch runde Zapfen zum Einbohren war eine geradezu revolutionäre Entwicklung. Denn sie hat den Vorteil, dass sie sich hervorragend industriell verarbeiten lässt und einen sehr viel rationelleren Einbau der Tür ermöglicht. Prinzipiell bestehen alle Bänder aus drei Bauteilen: erstens dem Element, das am Rahmen oder an der Zarge befestigt ist, zweitens dem am Flügel befestigten Bandoberteil und drittens dem Dorn, der die Drehachse bildet. Moderne Türbänder erfüllen zahlreiche Aufgaben: Sie sind Drehachse, nehmen die Gewichtskraft des Flügels auf, erlauben eine reibungsarme Bewegung, begrenzen die Flügelbewegung – und sind architektonisches Designelement. Hierbei haben sich zwei gegensätzliche Gestaltungsansätze herauskristallisiert: erstens die Denkweise, dass etwas so Unerlässliches wie ein Türband gezeigt und durch eine besondere Farb-, Form- oder Materialwahl in den Fokus des Betrachters gerückt werden sollte. Und zweitens, dass man durch technische Raffinessen das Türband so gestaltet, dass es fast nicht mehr zu sehen ist. Beidem wird die Industrie mit entsprechenden Produkten gerecht.

Notwendiges ästhetisch gestalten

Mit seinen schwarz satinierten Türbändern will Südmetall nach eigener Aussage den Nerv der Zeit treffen und bringt einen Beschlag auf den Markt, der die Blicke auf sich zieht. Das Unternehmen ergänzt dieses Angebot durch entsprechend beschaffene Zimmertürgarnituren, Stoßgriffe und Möbelgriffe. Dabei sind die Türbänder dreiteilig und haben einen Durchmesser von 15 Millimetern. Sie eignen sich für Holzzargen mit Nylonhülse. Eine ebenbürtige Alternative hierzu sind die Türbänder in Schwarzstahl-Optik des gleichen Anbieters. Nach Meinung des Herstellers handelt es sich dabei um einen edlen Farbton, der eine harmonische Symbiose aus Braun, Schwarz und Grau bildet. Auch zu diesen Türbändern gibt es ein passendes Komplettsortiment mit Türgriffen, Stoßgriffen, Möbelgriffen und vielem mehr.

 

Technische Möglichkeiten nutzen

Einen ganz anderen Weg geht Dr. Hahn und bewirbt Türbänder mit einer Band­rolle von 20 Millimetern Durchmesser, durch die die Rollenbänder an der Tür verhältnismäßig unscheinbar wirken sollen. Das Unternehmen möchte so den Wünschen der Architekten gerecht werden, die sich dazu entscheiden, den Beschlag so dezent wie möglich einzusetzen. Noch unauffälliger seien nur noch die Spezialbänder, die sich ganz im Inneren der Profile verbergen: VL-Bänder (verdeckt liegende Bänder). Sie verschwänden vollständig in deren Geometrie und verkörperten einen hohen Grad an Zuverlässigkeit sowie Stabilität. Dr. Hahn hat für viele bedeutende Profilausführungen VL-Bänder im Sortiment.

Genauso wie dieser Hersteller ist auch das Unternehmen Basys – Bartels Systembeschläge – der Auffassung, dass verdeckt liegende Türbänder aktuell den Trend vorgeben. Derzeit soll die Beschlagtechnik möglichst unsichtbar wirken, und zwar auch dann, wenn die Ansprüche an die Funktion steigen. Zu diesen zählt das Unternehmen unter anderem großflächige Türblätter, automatische Antriebe, filigrane Materialien wie Glas und besondere Sicherheitsaspekte wie Brand-, Rauch- oder Einbruchschutz.

Manchmal ist Tragkraft gefragt

Dementsprechend bringt es den Beschlag „Pivota“ auf den Markt. Dieser hält Belastungen von 40 bis zu 350 Kilogramm pro Bandpaar stand und deckt, nach Aussage des Unternehmens, das gesamte Türenspektrum von der einfachen Wohnungstür bis hin zur hochkomplexen Objekt- und Haustür ab. Die Türen lassen sich bis 180 Grad öffnen, sind wartungsfrei gelagert und dreidimensional justierbar. Der Hersteller führt an, dass das System mit „Pivota Connect“ darüber hinaus einen Mehrwert in Sachen Zutrittskontrolle und Kommunikationstechnik biete. Denn der verdeckt liegende Kabelübergang sorge dafür, dass zwischen Zarge und Türflügel Energie fließen könne. Das „Pivota DX Glass“ ist die neueste Entwicklung des Unternehmens. Mit ihm adaptiert es die CE-zertifizierte Technik seiner verdeckt liegenden Bänder auf die Anwendung von Glasdrehtüren, die auch im Objektbau eingesetzt werden können. Dies habe den Vorteil, dass keine Änderungen an der Zargenkonstruktion notwendig seien. Dabei führt der Hersteller an, dass das Herzstück seiner Bandserie das exklusiv von ihm entwickelte und patentierte Konstruktionsprinzip aus einem symmetrischen Vier-Arm-Gelenk sei. Dieses leite die Kräfte des Türflügels gleichmäßig in die Zarge. Es ist über Kolben, die das Gelenk transversal lagern, mit den Bandkörpern verbunden. Sie lenken die auftretenden Kräfte beim Öffnen und Schließen kreisförmig in alle Richtungen. Dieses Prinzip verleihe den Türen eine leichtgängige Mechanik. Es nähme die Flügelgewichte zuverlässig auf und sorge in Verbindung mit dem massiven Material – selbst bei extremen Gewichten und häufiger Nutzung – für hohe Stabilität.

Verschiedene Tragfähigkeiten

Bei unterschiedlichen Tragfähigkeiten von Türen setzt Basys auf Materialhy­bride, die fräsgleiche Scharnierdimensionen besitzen. Diese stellt der Hersteller aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium her. Dabei setzt er diese Werkstoffe, je nach Anforderung an die Tragfähigkeit, im Rahmen der Hybridtechnologie ein: Je höher das Gewicht der Tür, umso mehr Stahlkomponenten kommen zum Einsatz. Damit möchte der Beschlagspezialist das System universell machen und führt an, dass so beispielsweise Holz- gegen Glastüren und umgekehrt ausgetauscht werden können. Und er erklärt, dass auch Türen, die aus unterschiedlichen Materialien gefertigt wurden, von der einheitlichen Beschlagsoptik profitieren. Dies sei vor allem bei größeren Objekten von Vorteil.

Kein Absinken bei schweren Türen

Und auch der Hersteller Haps berücksichtigt bei der Weiterentwicklung seiner Türbänder, dass diese gegebenenfalls hohen Gewichten standhalten müssen. Infolgedessen stattet er das bewährte Türband „P800 CE Kl. 14“ mit einer neuen Flügelstabilisierung aus. Zusätzlich zu den bekannten Führungssicken werden jetzt die Verstellelemente im Flügelteil spielfrei geführt. Dies verhindere, dass der Türflügel bei hohem Gewicht absinkt. Die hierfür neu entwickelte und geschützte Bauteilgruppe ist zukünftig das Ausstattungsmerkmal der Premium-Bandserie „P800 CE Kl. 14“. Bei ihr bleibe die bewährte, optimierte Technik erhalten, und auch im Verarbeitungsprozess müssten keine neuen Handgriffe erlernt werden. Nach wie vor sei die 3-D-Justierung bei eingehängter Tür mit nur einem Werkzeug möglich. Dabei biete der Beschlag eine erhöhte Einbruchsicherheit, da sich die Tür im geschlossenen Zustand nicht demontieren lässt. Ferner ergänzt Haps seine Economy-Serie mit dem Türband „P120“. Es ist mit einer Flügellänge von 85 Millimetern und 100 Millimetern erhältlich und mit der CE-Klasse 13 zertifiziert. Es verfügt über ein schmales Rahmenteil mit nur 14 Millimetern Breite und lasse sich einfach verarbeiten. Beispielsweise ist laut Unternehmen für die Montage nur eine einzige Person erforderlich. Sie benötigt nur einen Bohrer, der einen Durchmesser von vier Millimetern haben muss. Hierbei könnten die Bohrbilder der bekannten „P80-/P100“-Türbänder eingesetzt werden. Darüber hinaus erleichtern den Angaben zufolge die 3-D-Justierung sowie die lineare Seitenverstellung die Arbeit.

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Für die Zukunft gerüstet

Dem Unternehmen Simonswerk ist es wichtig, dass seine Beschläge den neusten Anforderungen gerecht werden. Was bedeutet, dass sie sich sowohl für den Einsatz von Verriegelungs- oder Zutrittssystemen als auch für Smart-Home-Lösungen eignen. Da dies die Übertragung von Strom ins Türelement voraussetzt, bietet der Hersteller das Türband „Tectus Energy“ an. Nach seinen Angaben ermöglicht es den Einsatz von elektronischen Sicherheits- und Komfortkomponenten ohne sichtbare Kabeltechnik. Hierfür ist ein Flachbandkabel in einem geschlossenen System fest integriert. Eine spezielle Adaptertechnik ermöglicht den montagefreundlichen Einsatz an allen gängigen Motorschlössern sowie an weiteren marktüblichen Beschlagausführungen. Simonswerk bietet „Tectus Energy“ in verschiedenen Modellvarianten an. Nach Unternehmensangaben verfügen die Beschläge über die technischen und gestalterischen Vorteile der bewährten Serie „Tectus“. Hierzu gehöre die komfortable 3-D-Verstelltechnik. Sie ermögliche eine stufenlose Justierung von jeweils +/- 3 Millimetern zur Seite und in die Höhe sowie die Veränderung des Andrucks von +/- 1,5 Millimetern. Zudem verhindere die Höhenverstellung ein Absacken der Tür während des Verstellvorganges und ermögliche es dem Verarbeiter, die Tür schnell und effektiv auszurichten. Ferner zählt der Hersteller weitere Vorteile des Beschlagsystems auf. Hierzu gehören der 180-Grad-Öffnungswinkel, Belastungswerte von 60 bis 300 Kilogramm sowie die wartungsfreie Gleitlagertechnik. Der Beschlag wird laut Simonswerk für unterschiedlichste Projekte verwendet. Ein beliebter Einsatzbereich seien unter anderem Hotels. Diese würden häufig auf die Vorteile einer sicheren und permanenten Energieversorgung der Schließanlagen setzen. So biete die Bandtechnik sowohl Gästen als auch Hoteliers mehr Komfort und Sicherheit. Aber auch bei Architekten und Bauherren sei das Türbandsystem sehr beliebt. Sie würden sich wegen der technischen und optischen Vorzüge für den Einsatz an Funktions- und Hauseingangstüren entscheiden. Zudem würde „Tectus Energy“ dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Anforderungen an Barrierefreiheit gerecht. Wobei die Elektrifizierung und die permanente Datenübertragung eine entscheidende Aufgabe übernehmen. Gute Voraussetzungen also für Türen der nächsten Generation.

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