Ein Fenster mit dem Chip 'Cloudwindow'.
Ein Fenster mit dem Chip "Cloudwindow". (Quelle: Helmut Meeth)

Branche im Blick

20. November 2022 | Teilen auf:

Fortschritte beim digitalen Fensterbau

Die Digitalisierung macht auch vor der deutschen Fenster- und Türenbranche nicht Halt: ob digitale Konfigurationstools, online-basierte Verkaufsräume für den Vertrieb oder Reparaturaufträge über eine App sowie Smart-Home-Anwendungen. Von den digitalen Lösungen profitieren Kunden und Hersteller gleichermaßen, berichtet der Verband Fenster und Fassade (VFF).

Wer baut, muss umfangreiche Entscheidungen treffen. Im Bereich Fenster und Türen gibt es viel zu beachten: welches Material, welche Größe und Lage der Fenster, mit Schall-, Sonnen- oder Einbruchschutz? Um eine bessere Vorstellung der vielen Möglichkeiten zu haben, arbeiten Fensterbauer bereits mit Software-Lösungen.

Mit Hilfe von Augmented Reality-Systemen, englisch für erweiterte Realität, können Kunden im Handumdrehen animierte Fenster- und Türen im geplanten Haus darstellen. Mit dem Smartphone oder Tablet lassen sich durch eine App in wenigen Handgriffen die Fenster und Türelemente ändern, anpassen oder entfernen. „Das hilft vielen Bauherren bei der Entscheidung ungemein“, weiß VFF-Geschäftsführer Frank Lange.   

Aber auch bei der Fenster- und Türenproduktion setzen Hersteller vermehrt auf digitale Unterstützung. So produziert beispielsweise die Helmut Meet GmbH & Co. KG aus Rheinland-Pfalz seit kurzem sämtliche Fenster und Türen mit einem digitalen Chip, der alle Informationen zum jeweiligen Fenster – wie Größe, Pflegehinweise, Bedienungsanleitungen, Glas- oder Materialart – in einer Cloud-basierten Datenbank bündelt.

Entscheidet sich ein Kunde dafür, seine Fenster mit beispielsweise einbruchhemmenden Beschlägen oder einem Sonnenschutz nachzurüsten, kann er dies einfach über die eigens programmierte App beim Fachhändler anfragen. Auch der Auftrag für eine schnelle Fensterreparatur ist damit jederzeit möglich.  

„Digitale Chip- und Datenbanksysteme stellen sicher, dass dem Fachunternehmen alle Informationen über das jeweilige Fenster vorliegen, um gleich loslegen zu können“, erklärt Geschäftsführer Helmut Meeth. „Aufwendige Anfahrten zum Kunden und vorherige Terminabsprachen, um zum Beispiel das Fenster erst auszumessen, entfallen. Der Fachhändler kann über die Plattform dem Kunden umgehend ein entsprechendes Angebot unterbreiten.“

Gleichzeitig ersetzen die digitalen Systeme den persönlichen Kontakt nicht ganz. „Beim Hausbau und dem Kauf von so wichtigen Produkten wie Fenstern und Türen geht es um Vertrauen“, betont Lange abschließend. „Wichtig ist eine kompetente Beratung. Digitale Lösungen helfen Bauherren vor allem, sich für das ideale Fenster und die richtige Tür im neuen Haus zu entscheiden. Und sollte eine Reparatur oder Erweiterung der Fenster anstehen, beispielsweise für mehr Einbruchschutz, helfen die digitalen Schnittstellen dem Endkunden, viel Zeit und Kosten zu sparen.“

Auch der Fensterbau wird immer digitaler.
Auch der Fensterbau wird immer digitaler. (Quelle: Roma)
zuletzt editiert am 23.11.2022