Durch Corona gestiegene Rohstoffpreise. Quelle: Pixabay
Starke Preisanstiege und lange Lieferzeiten bei Rohstoffen. Quelle: Pixabay

Bauwirtschaft

01. June 2021 | Teilen auf:

Rohstoffversorgung macht Betrieben zu schaffen

Lieferengpässe, Handelsrestriktionen und eine hohe globale Nachfrage sorgen derzeit bei wichtigen Rohstoffen für starke Preisanstiege und lange Lieferzeiten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beleuchtet das Thema in einer Sonderauswertung seiner aktuellen Konjunkturumfrage.

In vielen Fällen kann die Nachfrage etwa nach Holz, Metallen und Mineralien und daraus gefertigten Vorprodukten nur teilweise gedeckt werden. Betroffen sind Unternehmen verschiedenster Branchen. So ist die knappe Verfügbarkeit von Rohstoffen zu einem Hemmschuh dafür geworden, bald wieder an die wirtschaftliche Entwicklung vor der Corona-Krise aufzuschließen.

Die akuten Preissteigerungen zeigen sich auch in der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Dort geben 42 Prozent der Unternehmen hohe Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko an. Besonders das verarbeitende Gewerbe ist betroffen: Zwei Drittel der Industriebetriebe sehen in Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung – deutlich mehr als noch zu Jahresbeginn 2021 (45 Prozent). Kein Faktor wird derzeit in der Industrie häufiger genannt. Im Vergleich dazu hat das zuletzt als sehr hoch eingeschätzte Risiko der Inlandsnachfrage an Bedeutung verloren (49 Prozent nach 61 Prozent zu Jahresbeginn 2021).

Auch bei den Unternehmen im Baugewerbe hat das Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise mit 62 Prozent (Jahresbeginn 35 Prozent) enorm an Bedeutung gewonnen. Lediglich der Fachkräftemangel stellt in der Bauindustrie mit 67 Prozent aktuell noch mehr Unternehmen vor Herausforderungen.

Diese deutlichen Veränderungen im Vergleich zur Vorumfrage lassen sich weitgehend auf den sprunghaften Anstieg der Rohstoffpreise zurückführen. Daneben belasten bereits seit Jahren die hohen Energiekosten die Unternehmen, doch sind die Preise in den vergangenen Monaten weniger stark gestiegen als bei vielen Rohstoffen.

Als zentrale Ursache verweisen die Unternehmen auf ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage infolge der Corona-Pandemie: Vielerorts war die Produktion nach unten angepasst und die Nachfrage teils aus Lagern bedient worden. Nicht immer kann die Erzeugung und Produktion rasch genug wieder auf die unerwartet schnell angesprungene und hohe weltweite Nachfrage angepasst werden. Hinzu kommen fehlende Frachtkapazitäten und die Nachwirkungen der Suez-Kanal-Blockade, die zu Lieferschwierigkeiten beitragen.