Die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle kritisiert die verschlechterten Rahmenbedingungen für Gebäudesanierungen. Demnach stutzt die Bundesregierung die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, kurz BEG, wegen des Sparzwangs im Bundeshaushalt. „Die im Schnelldurchgang beschlossenen Einschnitte bei der Sanierungsförderung gehen komplett in die falsche Richtung. Energetische Sanierung ist ein probates Mittel, um die Abhängigkeit von teurer Heizenergie zu verringern und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen“, sagt Thomas Drinkuth, der mit der „Repräsentanz Transparente Gebäudehülle“ (RTG) den Fenster- und Fassadenbau, die Glasindustrie und die Sonnenschutz- und Automationsindustrie vertritt.
Die Verunsicherung in den vergangenen Jahren habe ohnehin zu einem Rückgang der Sanierungstätigkeit geführt. „Jetzt kommt wieder eine Vollbremsung in der Förderung. Das ist energie-, wirtschafts- und verbraucherpolitisch einfach falsch“, kommentiert Drinkuth.
Förderung wird bei Mehrfamilienhäusern unattraktiver
Die Förderung werde insbesondere bei Mehrfamilienhäusern unattraktiver: Hier sinken die förderfähigen Sanierungskosten ab der zweiten Wohneinheit von 30.000 auf 15.000 Euro. Ab der siebten Wohneinheit sind nur noch 8.000 Euro förderfähig. Zudem fallen bei den Krediten für umfassende Effizienzhaussanierungen die Tilgungszuschüsse künftig um zehn Prozentpunkte geringer aus. Auch der Bonus für Modernisierungsmaßnahmen, die im Rahmen eines „Individuellen Sanierungsfahrplans“ stattfinden, wird eingeschränkt und greift erst ab Kosten von 30.000 Euro, teilt die RTG mit.
Besonders ärgerlich für den Fenster- und Fassadenbau: Mit einem neuen Förderbonus in Höhe von fünf Prozent wolle die Bundesregierung gezielt Sanierungsmaßnahmen in energetisch schlechten Gebäuden anreizen. Eigentlich sinnvoll – doch ausgerechnet für die reine Fenstersanierung solle es diesen Bonus nicht geben. Man befürchte hohe Förderkosten, weil Fenstersanierungen eine beliebte Maßnahme seien.
„Heftiges Foulspiel“
Drinkuth: „Der Ausschluss vom neuen Sanierungsbonus wirkt marktverzerrend. Investitionen werden so gezielt in andere Gewerke gelenkt. Für tausende Fensterbauunternehmen, die ohnehin unter der Bau- und Sanierungskrise leiden, ist das ein heftiges Foulspiel.“
