Eine Steigerung der Sanierungsquote bedarf mehr Fachkräfte und einer höheren Produktivität.
Eine Steigerung der Sanierungsquote bedarf mehr Fachkräfte und einer höheren Produktivität. (Quelle: RTG/L+B)

Bauelemente 2022-10-21T11:11:26.846Z RTG veröffentlicht Studie zur Gebäudesanierung

Die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG) hat die Studie „Fachkräfte für die Sanierungswelle“ im Oktober in Berlin vorgestellt. Neben der Erhebung aktueller Kapazitätsreserven wird darin der Bedarf an Fenstern, Sonnenschutzsystemen und smarter Steuerung bis zum Jahr 2030 prognostiziert und Aussagen getroffen, wie für die steigende Nachfrage ausreichend Fachkräfte zu mobilisieren sind. Im Fensterbereich müssen bis 2030 mindestens 1.000 zusätzliche Beschäftigte pro Jahr eingestellt werden, damit die notwendige Sanierungsrate von zwei Prozent pro Jahr erreicht werden kann. In vergleichbarer Größenordnung sind zusätzliche Fachkräfte auch für Sonnenschutzprojekte notwendig, um die absehbare Nachfrage bedienen zu können. Thomas Drinkuth, Leiter der RTG, sagt dazu: „Wir brauchen dringend eine Fachkräfteoffensive, die zum einen bei der Aus- und Weiterbildung ansetzt und zum anderen den Focus auf Zuwanderung setzt: Ein praxisnahes Fachkräfteeinwanderungsgesetz und die Öffnung der Zeitarbeit für Fachkräfte aus Drittstaaten wäre hier ein Ansatz.“

Die RTG fordert entsprechend eine von Politik und Wirtschaft gemeinsam getragene Fachkräfteinitiative und Maßnahmen, um die Attraktivität des Bauhandwerks zu steigern. Zudem gelte es, die Betriebe zu stärken. Drinkuth: „Aus- und Fortbildungen sind im Handwerk ein echter Kostenfaktor. Um langfristig Personalkapazitäten aufzubauen, brauchen die Unternehmen die Sicherheit, dass der Sanierungsmarkt deutlich zulegen wird. Die Politik ist hier gefordert, kurzfristig durch eine Verbesserung der Förderung und mittelfristig durch ordnungsrechtliche Vorgaben die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen für eine Sanierungswelle zu schaffen.“ Die kürzlich vom Kabinett verabschiedete „Fachkräftestrategie der Bundesregierung“ gehe an vielen Stellen in die richtige Richtung. „Die besondere Problematik in der Baubranche und ihre Bedeutung für zahlreiche politische Ziele wurden offenbar erkannt. Einige richtige Ansätze wurden benannt. Jetzt müssen schnell Taten folgen“, so Drinkuth weiter.

Die Studie der RTG wurde vom Marktforschungsinstitut B+L in den Jahren 2021 und 2022 erstellt. Sie steht unter www.transparente-gebauedehuelle.de zur Verfügung.

zuletzt editiert am 21. Oktober 2022
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