Sanierung von Altgebäuden forcieren.
Die energetische Sanierung und die Umstellung auf klimaneutrale Energieträger müssen Hand in Hand gehen. (Quelle: Pixabay)

Branche im Blick 2025-12-22T16:04:49.259Z Sanierung von Altgebäuden forcieren

Kürzlich wurde die Studie „Auswirkungen unterschiedlicher Sanierungsraten auf das Energiesystem und seine Kosten“ der Stiftung Klimaneutralität vorgestellt. Thomas Drinkuth, Leiter der RTG Repräsentanz Transparente Gebäudehülle GbR, hat hierzu das folgende Statement verfasst: „Die „Stiftung Klimaneutralität“ empfiehlt auf Basis von Berechnungen der Beratungsfirma Prognos, energetische Sanierungen nicht mehr beziehungsweise nur noch im Bereich der energetisch schlechtesten Gebäude gezielt weiter voranzubringen. Dafür sei eine Sanierungsrate von einem Prozent ausreichend. Dieser Kurs ist aus unserer Sicht gefährlich. Die ausschließliche Betrachtung eines Kostenszenarios ist keine robuste Energie- und Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor. Nicht ohne Grund lautet der wissenschaftliche Konsens: Ein zukunftsfähiger Gebäudebestand mit erneuerbarer Energieversorgung basiert auf einer guten Energieeffizienz.

Würde man innerhalb eines kurzen Zeitfensters auf Wärmepumpen und Wärmenetze umstellen, ohne den Energiebedarf älterer Gebäude parallel durch Sanierungen zu senken, müsste die Energiewirtschaft sehr schnell und verlässlich noch größere Mengen an erneuerbaren Energien bereitstellen, als bisher ohnehin angenommen. Funktioniert das nicht genau wie geplant, droht eine massive Verfehlung der Klimaziele. Eine Strategie, die gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert (worst first), ist also deutlich robuster. Hinzu kommt: Viele Gebäude sind mit noch jungen Gas- und Ölheizungen ausgestattet, die noch lange weiterlaufen werden. Hier senken energetische Sanierungen unmittelbar die Nutzung fossiler Energieträger. Und: Selbst das hier angenommene eine Prozent Sanierungsrate wäre noch knapp 50 Prozent mehr als heute. Der politische Kurs muss daher klar in Richtung Sanierungssteigerung gehen.“

Interessengemeinsachalt

Die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle ist das gemeinsame Hauptstadtbüro des Bundesverbands Flachglas, der Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation und des Verbands Fenster + Fassade zusammen mit den Unternehmen Hunter Douglas, Roma, Somfy, Velux, Veka und Warema sowie den Kooperationspartnern Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz und EPPA Deutschland.

zuletzt editiert am 22. Dezember 2025