Trotz der Prägung des Geschäftsjahres 2021 durch die Covid-19-Pandemie und einer weltweiten Rohstoffversorgungskrise mit Lieferengpässen und daraus resultierenden Preissteigerungen hat die Schüco Gruppe in ihrem 70-jährigen Jubiläumsjahr einen Umsatz in Höhe von 1,995 Milliarden Euro und damit 17,7 Prozent über dem Vorjahresumsatz (1,695 Milliarden Euro) generieren können. Dies ist laut Unternehmen auf eine erhöhte Nachfrage in wichtigen internationalen Kernmärkten zurückzuführen.
Insgesamt 6.330 Mitarbeiter sind für die Gruppe tätig, 3.940 Menschen davon in Deutschland, davon wiederum 2.355 Angestellte in Ostwestfalen-Lippe. Die Investitionssumme lag 2021 mit 87,5 Millionen Euro 62 Prozent über Vorjahr. Mehr als 30 Millionen Euro davon flossen in die 2016 gestarteten umfangreichen Baumaßnahmen zur Standorterweiterung. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Schüco Gruppe liegt unverändert bei rund 70 Prozent.
Der Geschäftsbereich Metallbau (Aluminium und Stahl) erzielte weltweit mit 1,585 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 13,6 Prozent. In Deutschland lag der Umsatz mit 558 Millionen 7,3 Prozent über Vorjahresniveau. Die in Weißenfels ansässige Tochtergesellschaft Schüco Polymer Technologies KG konnte trotz der allgemein bekannten Erschwernisse sich positiv entwickeln und setzte 389 Millionen Euro um, 38,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Kernmarkt Deutschland lag der Umsatz mit 143 Millionen Euro 24,3 Prozent über Vorjahr.
Digitalisierung – Nachhaltigkeit – Fachkräftemangel
Die Strategie einer nahezu vollständigen Digitalisierung der Prozesse im Bauwesen – mit der Zielsetzung einer Vernetzung von Entwurf und Planung eines Bauvorhabens bis hin zur Fertigung, Montage, Nutzung, Wartung und Recycling – wurde nach eigenen Angaben auch 2021 weiterverfolgt und mit neuen Produkten und Dienstleistungen verbessert. Schüco betrachtet zudem Nachhaltigkeit als konkrete Aufgabe mit sechs definierten Handlungsfeldern: Umwelt, Produkte, Geschäftsentwicklung, Lieferkette, Mitarbeitende und Gesellschaft. Da nicht alles gleichzeitig umgesetzt werden kann, hat Schüco zu diesen Handlungsfeldern sechs Projekte definiert, die die Nachhaltigkeitsschwerpunkte weiter eingrenzen und auf denen der Fokus liegt. Beispielsweise gehört zum Handlungsfeld Umwelt das Fokusprojekt „Emission Zero“, das sich konkret mit den CO2-Minderungszielen des Unternehmens beschäftigt. So will Schüco seine Gesamtemissionen bis 2025 um 30 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2018 reduzieren und bis 2040 keine klimaschädlichen Emissionen mehr verursachen. Ende 2021 hat die Gruppe mit der Agentur Yeahr eine umfassend angelegte Branchen- und Recruiting-Kampagne für Schüco Metallbaupartner entwickelt, mit der potenzielle Fachkräfte angesprochen und dem Nachwuchs der Weg in die Metallbaubranche aufgezeigt werden soll. Der Erfolg der Kampagne basiere auf der Initiative einer ganzen Branche: Je mehr Metallbauer teilnehmen, desto höher ist die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Auf der Website www.metallbaut-zukunft.com erfahren Interessenten Wissenswertes über die Metallbau-Branche, die jeweiligen Berufe sowie die freien Stellen der teilnehmenden Betriebe.
Die größten Baumaßnahmen für den Bielefelder Standortausbau, für den insgesamt über fünf Jahre 95 Millionen Euro bereitgestellt wurden, sind nahezu abgeschlossen. Zudem ist Schüco gut in das Jahr 2022 gestartet. Aktuell liegt das Unternehmen circa 20 Prozent über Vorjahr. Zukünftiges Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen nicht nur im Bereich klimaneutraler Neubauten. Vielmehr nehmen energetische Verbesserungen von Bestandsgebäuden einen signifikanten Stellenwert ein, denn diese sollen in Deutschland bis spätestens 2050 klimaneutral werden. Entwicklungshemmend seien jedoch weiterhin Versorgungsengpässe, instabile Lieferketten und steigende Rohstoffpreise. Je länger der Krieg in der Ukraine dauere, umso mehr sei weitere Beeinträchtigungen des wirtschaftlichen Lebens zu erwarten. Zudem sei unklar, wie sich die Corona-Lage weltweit entwickeln wird. Insofern kann keine solide Prognose formuliert werden – weder zur mittelfristigen noch zur kurzfristigen Geschäftsentwicklung. Schüco werde dennoch alles daransetzen, diese Situation für seine Partnerbetriebe, seine Mitarbeitenden und auch für seine weitere positive Geschäftsentwicklung zu meistern.
