Quirin Lechner (l.) und Stephan Schlichting aus der Tobler-Geschäftsführung präsentieren ihr neuestes Produkt, den „Digital Cylinder AX“.
Quirin Lechner (l.) und Stephan Schlichting aus der Tobler-Geschäftsführung präsentieren ihr neuestes Produkt, den „Digital Cylinder AX“. (Quelle: Redaktion/BäRe)

Smarte Gebäude 2021-07-27T22:00:00Z Sicherheitstechnik ist heutzutage Chefsache

Smarte Serie Teil 5

„Smart Cities“ sind keine Utopie mehr, sondern auch in der deutschen Wirklichkeit angekommen. Inwieweit Städte, Regionen, Gemeinden lebenswerter und handlungsfähiger werden, sich zu „Smart Cities“ entwickeln, hängt unter anderem von Unternehmen ab, die sich zur digitalen Transformation bekennen und handeln. So wie die Münchener Firma Tobler, die im Bereich der Sicherheitstechnik und Beschläge ihren Kunden digitale, hochwertige und komplexe Lösungen anbietet.
Bärbel Rechenbach

„Ich kann Kollegen unserer Branche manchmal nicht verstehen“, meint Quirin Lechner, „wenn sie ausschließlich noch auf mechanische Produktangebote beharren. Da verliert man doch zumindest im Objektgeschäft schnell den Anschluss am Markt.

Als Seniorchef bei Tobler weiß der erfahrene Objektberater längst, dass moderne Zutrittstechnik, Sicherheitsanforderungen – wie die EU-DSGVO – oder flexiblere Arbeitszeitmodelle mit Digitalisierung einhergehen. Dafür benötigen Architekten, Planer und Bauherren individuelle Lösungen was automatische Türsysteme und Beschläge betrifft. „Die bietet Tobler“, versichert er und verweist dabei auf das fachkompetente Team an seiner Seite. 52 Mitarbeiter zählt seine Mannschaft an den Standorten München und Augsburg. Zur operativen Geschäftsleitung gehört mittlerweile Sohn Benedikt, der sich als IT-Fachmann um die Komplexität der digitalen Schließanlagen kümmert. Sein Bruder Markus, Experte für Finanzen und Backoffice sowie Stephan Schlichting, der als Prokurist den Vertrieb und die Technik betreut, verstärken die Führungsriege.

Digitale Zutrittskontrollen von Dormakaba gehören längst ins digitale Angebotssortiment bei Tobler.
Digitale Zutrittskontrollen von Dormakaba gehören längst ins digitale Angebotssortiment bei Tobler. (Quelle: Redaktion/BäRe)

In der Firma selbst wurden Prozesse digitalisiert, wurde umstrukturiert und gleichzeitig Mitarbeiter für die neuen Anforderungen qualifiziert. So stellt sich die Firma für die Zukunft auf. „Das Tagesgeschäft ist das eine. Die Zukunft unseres Unternehmens das andere. Wir sehen unsere aktuelle Herausforderung darin, heute schon Antworten auf die Ansprüche von morgen zu finden und planen deshalb vorausschauend. Meine Nachfolger sind integriert und qualifiziert, um den künftigen Anforderungen Rechnung zu tragen, damit wir unsere Kunden weiterhin zu deren Zufriedenheit bedienen können“. Doch so ganz glaubt er selbst nicht an seinen Ruhestand. In der Objektberatung möchte er weiterhin noch ein Wörtchen mitreden und sein Netzwerk sowie sein Knowhow mit einbringen.

Das will auch Stephan Schlichting, der seit geraumer Zeit als vierter Mann die Chefetage mit seinen Erfahrungen als Bauingenieur, Projektleiter und Facility Manager bereichert. „Nachdem ich damals erste Bauprojekte mit Tobler absolvierte, war für mich klar, dass ich in diese Firma einsteigen will. Eine Firma mit Visionen, das spürte ich sofort, mit ausgefeiltem Produktangebot und Service, wovon es nicht so viele in der Branche gibt. tobler ist immer seiner Zeit weit voraus. Das fordert einen und macht Spaß.“ Gebäudeorganisation sei hier mehr als nur Schließ- und Beschlagtechnik, sondern werde mit hochwertigen Spezialschlössern, Flucht- und Rettungswegtechnik, automatische Türschließsystemen oder Feststellanlagen komplettiert. „So sind wir in der Lage, Architekten, Planern und Bauherren unser Fachwissen bei der Planung, im Verkauf, bei der Montage und Wartung bis hin zum Support beizusteuern. Wir wollen mit kreativen projektbezogenen Lösungen überzeugen.“  Dabei legen sie, wie beide Männer betonen, viel Wert auf persönlichen Kundenkontakt und perfektionieren so gemeinsam mit langjährigen Partnern wie zum Beispiel Dormakaba und Simons-Voss den Anspruch – Lösungen aus einer Hand zu bieten. Im Neubau wie im Altbestand.

Digitale Sicherheitslösungen von Dormakaba wurden mit Tobler gemeinsam fürs „StadtNatur-Architektenhaus“ in München Alt Riem installiert.
Digitale Sicherheitslösungen von Dormakaba wurden mit Tobler gemeinsam fürs „StadtNatur-Architektenhaus“ in München Alt Riem installiert. (Quelle: Archiv Tobler)

Den Kunden vom Mehrwert überzeugen

Die Entwicklung der 120-jährigen Firma vom kleinen Eisenwarenhandel bis heute zu einem führenden Unternehmen in der Metropolregion München, Augsburg, Ingolstadt zollt branchenweit Respekt ab.

Lechner und sein Führungsteam kennen die Treiber ihrer Produkte genau: „Der Einsatz digitaler Schließanlagen wird heutzutage bei den Kunden in der Chefetage entschieden, denn dabei geht es um Zutrittsbefugnis, Mitarbeiterstammdaten, Zeiterfassung, letztlich um den Mehrwert ganzer Städte was Lebensqualität und Sicherheit angeht. Deshalb sitzen heutzutage IT-Verantwortliche oder Personalverwaltungen als Entscheider mit am Verhandlungstisch.“ 

Dabei ist Lechner der Meinung, dass die mitteleuropäische Beschlagsindustrie mit ihrem komplexen Sortiment an hochwertigen Produkten weltweit an der Spitze rangiert. Dazu gehört zweifelsohne sein Unternehmen, wie Projekte allein in München beweisen, beispielsweise die Allianz Arena. Bereits im Jahr 2005 wurde diese mit 1.600 Digitalzylindern von Simons-Voss sowie 3.500 Transpondern ausgestattet. Das Projekt sei übrigens mit der Knackpunkt in der Firma gewesen, berichtet der Seniorchef weiter. „Schlagartig mussten wir uns mit der digitalen Welt auseinandersetzen und lernten dabei sehr schnell und viel dazu. Heute entwickeln wir gemeinsam mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitern maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden, die ihnen zweifelsohne Mehrwert bringen.“

Viele moderne Gebäude in München tragen mittlerweile die ‚Handschrift‘ des Fachhändlers: Das BMW Stammhaus und die BMW Welt, das Technologiezentrum FIZ oder das Münchner Kulturzentrum Gasteig. Auch die regionalen Universitäten, eine Vielzahl Krankenhäuser sowie Gemeinden ringsum konnten sie von ihren Produkten und Dienstleistungen überzeugen. Dem Auftrag Allianz Arena folgten weitere Liegenschaften des FC Bayern wie das Nachwuchsleistungszentrum.

Zu den hochwertigen Sicherheitslösungen bei Tobler gehört der „MobileKey“ von Simons-Voss.
Zu den hochwertigen Sicherheitslösungen bei Tobler gehört der „MobileKey“ von Simons-Voss. (Quelle: Archiv Tobler)

Beim Modellprojekt „StadtNatur-Architektenhaus München“ war auch Stephan Schlichting mit involviert. 35 Familien, Paare und Singles aus elf Ländern haben zusammen ein 95 Meter langes Passivhaus gebaut, das nicht nur ohne fossile Brennstoffe auskommt und Photovoltaik aufs Dach setzte. „Tobler plante und installierte hier mit Dormakaba ein digitales Schließsystem, das sich einfach über eine App bedienen lässt und Betriebskosten für die Bewohner spart. Das spricht sich rum. Zunehmend fragen Wohnungswirtschafter bei uns nach digitalen Administrationslösungen an, die Kosten für den Unterhalt ihrer Gebäude sparen.“

Zu den jüngsten Kunden zählt der Konzern Ericsson mit einem komplexen Pflichtenheft. Mehr will Stephan Schlichting allerdings dazu noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir haben immer die neuesten Entwicklungen im Blick, um diese den Kunden nach internem Qualitäts-Check sofort präsentieren zu können – wie sie es von uns gewohnt sind. Wobei mit Qualität nicht nur die Funktionalität der Produkte, sondern auch das Marktverhalten des Anbieters beurteilt wird.“ Aktuell betrifft das den „Digital Cylinder AX“, wie er berichtet – den leistungsfähigsten Zylinder von Simons-Voss mit gekapselter Aktor-Elektronik und integriertem Secure-Element, geschützt im Zylinderkern. „Wieder ein Highlight mehr“, sind sich Lechner und Schlichting einig.

Auch im Tobler-Showroom kann sich der Kunde einen ersten Angebotsüberblick verschaffen.
Auch im Tobler-Showroom kann sich der Kunde einen ersten Angebotsüberblick verschaffen. (Quelle: Archiv Tobler)

Das Unternehmen Tobler ist sicher nur eins der vielen, die den digitalen Umbruch in der bayrischen Metropolregion München, Ingolstadt, Augsburg auf ihre Weise, mit ihrer Manpower und ihren Qualitätsprodukten vorantreiben und die Stadt zukunftsträchtiger gestalten. Angesichts dessen verwundert es kaum, dass München im „Smart City Ranking“ aller 81 deutschen Großstädte sehr gut abschneidet. Experten des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Bitkom, erfassten in fünf verschiedenen Bereichen mehr als 11.000 Datenpunkte. Die Ergebnisse sind für jede Stadt einzeln unter www.bitcom.de einsehbar. Hinter Hamburg nimmt München den 2. Platz ein, gefolgt von Köln, Darmstadt, Karlsruhe, Stuttgart, Berlin, Osnabrück, Aachen und Heidelberg.

Dabei geht es um eine Stadt mit modernen Technologien in den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation. Diese Bereiche werden digital miteinander so vernetzt, dass die Stadt handlungsfähige und für Menschen lebenswerter wird. Das betrifft:

·                     Mobilität und Infrastruktur

·                     Energieeffizienz

·                     Umwelt- und Ressourcenschonung

·                     wirtschaftliche Attraktivität

·                     bürgerfreundliche Verwaltung

·                     Lebensqualität für Bewohner

Von Anfang 2019 an fördert die Bundesregierung „Smart Cities“ (intelligente Städte) als Entwicklungskonzept. Allein 2020 profitierten davon 32 Förderprojekte mit einer Finanzspritze von 820 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr wird die 3. Staffel der Modellprojekte nach Juryentscheid starten.

Bamberg

Berlin

Darmstadt

Freiburg i. Breisgau

Gelsenkirchen

Gemeinde Barleben

Gemeinde Eichenzell

Gütersloh

Hagenow

Iserlohn

Jena

Kassel

Kirchheim b. München

Köln

Lohmar

Lübeck

Mannheim

Mönchengladbach

Paderborn

Rostock 

Diese interkommunalen Kooperationen und Landkreise kamen 2020 in den Fördergenuss:

Aalen und Heidenheim

Bad Belzig und Gemeinde Wiesenburg/Mark

Dortmund und Schwerte

Eifelkreis Bitburg-Prüm

Gemeinde Fuchstal mit den Gemeinden Apfeldorn und Unterdießen

Hamburg mit Leipzig und München

Landkreis Hof

Kiel mit Kommunen aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön

Landkreis Mayen-Koblenz

Landkreis St. Wendel

Lemgo und Gemeinde Kalletal

Osnabrück mit den Gemeinden Hagen am Teutoburger Wald, Bissendorf sowie Samtgemeinden Fürstenau, Artland und Neuenkirchen 

Erklärtes Ziel dessen ist es laut Bund, „neue Technologien in den Dienst der Menschen und übergeordneter Ziele des Gemeinwohls zu stellen sowie Förderprojekte zu generieren, die einen Mehrwert für alle Kommunen in Deutschland schaffen. Digitale Lösungen sollen durch Wissenstransfer verbreitet werden.“

Gehirn des Ganzen ist das Internet of Things, eine Bezeichnung für alle Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und Daten erzeugen, die eine Stadt so effizient wie möglich verwalten. Eine intelligente Stadt entwickelt davon sehr viele und bündelt sie in einem Netzwerk und bildet eine zuverlässige IKT-Infrastruktur. Die wiederum sorgt für einen problemlosen Ablauf.

zuletzt editiert am 02. August 2021
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