Die Verbindung von IoT mit KI braucht hochqualifizierte Mitarbeiter.
Die Verbindung von IoT mit KI braucht hochqualifizierte Mitarbeiter. (Quelle: Bosch)

Smarte Gebäude 2022-02-04T12:34:36.530Z Smarte Lösungen brauchen kreative Köpfe

Smarte Serie Teil 11

Wer die digitale Welt fachlich beherrschen will, muss ständig auf dem neusten Stand der Technik sein. Ausbildung und Studium verändern sich dahingehend permanent und setzen völlig neue Trends bei Herstellern, im Handwerk und Fachhandel. Neue Berufe werden entwickelt. Herkömmliche verändern ihr Berufsbild, werden attraktiver, stellen aber auch höhere Anforderungen. 
Bärbel Rechenbach

Verfolgt man intensiv die Newsletter, jagt eine smarte Produktneuheit die andere ab. Die Digitalisierung verändert das Arbeitsleben, krempelt Unternehmen völlig um. Neue Berufe sind gefragt und lösen traditionelle ab. Doch anstatt sich in Angst und Schrecken vor Arbeitsverlust zu versetzen, gilt es vielmehr die vielfältigen Chancen zu nutzen, um sich im digitalen Zweitalter neu zu orientieren, sich mutig für neue Berufe zu entscheiden oder weiterzubilden. Denn Building Technologies zur Steigerung der Gebäudesicherheit verlangen Fachkompetenz auf allen Ebenen, fordern Unternehmen in allen Belangen immer wieder aufs Neue heraus. Seit Herbst 2021 arbeitet beispielsweise die Bosch Sicherheitssysteme GmbH mit Yale zusammen (Assa Abloy) und integriert das smarte „Linus“-Türschloss im Bosch Smart-Home-System. Ohne Schrauben und Bohren lässt es sich nicht nur über die Yale „Access“-App in Betrieb nehmen, sondern auch mit anderen Bosch Smart-Home-Geräten koppeln. In erster Linie betrifft das die Außenkamera an der Haustür, vorausgesetzt die Bosch „Smart Connect Plus Home“-App, die Yale „Access“-App sowie die Yale „Connect Wi-Fi Bridge“ sind installiert. Das entsprechende Bundle dazu steht den Kunden bereits zur Verfügung. In dieser neuen App ist der Stuttgarter Hersteller auch mit dem Raumklima-Marktführer Tado kombinierbar, der unter anderem hier seine smarten Thermostate integrierte, die 31 Prozent Energie sparen und damit erheblich Betriebskosten schmälern sollen.

Die Chance, sich mit Bosch smart zu verbinden, nutzt ebenfalls Netatmo und ergänzt das Ganze beispielsweise mit seinem smarten Kohlenmonoxid-Melder, der in Echtzeit agiert. Geräte von Philips Hue, Homematic IP, Bose, Nanoleaf, Sonos, Nuki, Gardena, Somfy, Hansgrohe lassen sich in der Bosch-App ebenfalls miteinander koppeln.

Für das Entwickeln und Handhaben solcher intelligenten Vernetzungen und Geräte braucht es qualifizierte Mitarbeiter mit speziellem Wissen und die Bereitschaft, national wie international eng zusammenzuarbeiten. Nicht nur die duale Ausbildung hat sich darauf eingestellt, auch Universitäten und Hochschulen und Unternehmen selbst. Smart-Home-Ingenieure, Mechatroniker, IT-Sicherheitstechniker, App-Entwickler, Facility Manager oder IT-Vertriebsberater heißen die Berufe der Gegenwart und Zukunft. 

„Wir bieten für den fachlichen Nachwuchs und unsere Mitarbeitenden unterschiedliche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Smart Technologies an“, informiert Agatha Brasnic, Vice President Human Resources bei Bosch Building Technologies. „Zu nennen wäre da das duale BA-Studium Wirtschaftsingenieur/Informatik. Unsere Techniker und Technikerinnen können sich an der betriebsinternen Akademie weiterqualifizieren und neue Kenntnisse über Digitale Transformation oder Künstliche Intelligenz erhalten. Dabei werden sie seitens des Unternehmens freigestellt sowie finanziell unterstützt und dann im Unternehmen im Hinblick auf weitere Einsatzchancen gefördert.“

Das Beherrschen digitaler Gerätesteuerung will gelernt sein.
Das Beherrschen digitaler Gerätesteuerung will gelernt sein. (Quelle: Netatmo)

Kreativen Köpfen stehen Tür und Tor weit offen

Der Bedarf an IT-affinen Fachleuten wächst rasant. Die Berufsbezeichnungen ändern sich wie die Arbeitsinhalte. So steigt die Nachfrage nach Cloud Solution Engineers and Team Architect for Software-defined Vehicle Offboard-Platform-Services, IT Network Engineers oder Systemelektronikern. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Die Stellenanzeigen in dieser Hinsicht sind unzählig und vielfältig. Doch so unterschiedlich und fremd sie klingen mögen, haben doch alle eins gemeinsam: Den Einstieg in die digitale Transformation der Wirtschaft.

Nicht nur Konzerne, sondern auch mittelständische Familienunternehmen öffnen dafür „kreativen Köpfen Tür und Tor.“ Mit diesem Slogan wirbt Geze für ihre digitale Zukunft der Gebäudeautomation.

In Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ermöglicht sie künftigen Wirtschafts- und Maschinenbauingenieuren, Wirtschaftsinformatikern oder Mechatronikern ein Duales Studium. Ohne gute Englischkenntnisse geht es dabei allerdings nicht mehr.

Automatisch gesteuerte Maschinen müssen gebaut werden und reibungslos bis ins kleinste technische Teil funktionieren. Dafür brauchen auch die Firmen der Schloss- und Beschlagindustrie hauptsächlich Mechatroniker und bilden sie wie bei Geze deshalb meist selbst aus. Die Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt wird zudem gefördert. Wer sich für die Ausbildung (egal welchen Geschlechts) speziell für die Berufe Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker, Technischen Produktdesigner oder Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik interessiert, soll bei Hörmann beste Ausbildungsbedingungen finden. Über diese kann sich jeder und jede ausführlich auf den Webseiten informieren oder persönlich im Bewerbungsgespräch.

Die Digitalisierung erfordert neue Ausbildungsinhalte.
Die Digitalisierung erfordert neue Ausbildungsinhalte. (Quelle: Maxim Hopmann)

Neue Studiengänge für Smart Home

Sieht man sich im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung um, zeigt sich: Nichts mehr geht ohne Spezialisieren auf Digitalisierung und allgemeine IT-Grundlagenkenntnisse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das bekräftigt eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters Hays der International Data Group (IDG). Wissenschaftliche Einrichtungen entwickeln dafür völlig neue Studiengänge. An der Fachhochschule Aachen/University of Applied Sciences kann man erstmalig deutschlandweit in sieben Semestern die Richtung „Smart Building Engineering“ studieren. Hierbei steht die intelligente Verknüpfung technischer Komponenten im Mittelpunkt. Man lernt sowohl das Planen der technischen Ausrüstung am Bau als auch das systematische Integrieren und Optimieren dieser mit modernen Methoden der Gebäude- und Versorgungstechnik sowie Elektro- und Regelungstechnik. Und wer sich partout auf die internationale Ebene begeben möchte, sollte sich dort für die angeboten Auslandssemester bewerben.

Neue Einsatzgebiete bringt ebenso das Bachelor-Studium „Sicherheitstechnik“ mit sich. Augenmerk liegt hier auf dem Entwickeln der Methoden zur Bewältigung von Risikofaktoren und Prävention.  

Das Sicherheitstechnik Bachelorstudium dauert je nach Hochschule sechs oder sieben Semester und beinhaltet neben dem Basisstudium ebenfalls Fremdsprachenmodule, Psychologie und praktische Laborübungen. Ein weiterführendes drei- bis viersemestrigen Studium endet mit dem Master, der unter anderem Voraussetzung ist für den späteren Einsatz als Sicherheitsmanager ist.

Laut einer Studie des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom) liegen auch Elektroingenieure und Ingenieure  der Automatisierungstechnik ganz weit vorn im gegenwärtigen Digitalisierungstrend. Als Ausbildungsberuf für den Bereich rangiert der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik an erster Stelle. Je nach Smart-Home-Anwendung sind auch Fachkräfte anderer Bereiche zunehmend im Kommen, zum Beispiel Anlagenmechaniker und Mechatroniker für den Einbau von Klimamanagementsystemen oder Elektroniker der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik für die Installation von Sicherheitsgeräten.

In einer intelligenten Fabrik, deren Maschinen sich vernetzen, miteinander kommunizieren und organisieren dirigieren qualifizierte Mitarbeiter die Produktion.
In einer intelligenten Fabrik, deren Maschinen sich vernetzen, miteinander kommunizieren und organisieren dirigieren qualifizierte Mitarbeiter die Produktion. (Quelle: Bosch)

Wer darin eine abgeschlossene Ausbildung hat, kann sich problemlos beim TÜV zum Fachberater Smart Home weiterbilden.

Nicht zu vergessen ist der Vertrieb beziehungsweise Verkauf. Um Kunden fachgerecht zu neusten, digitalen Produkten beraten zu können, sind kaufmännische wie technische Kenntnisse unabdingbar. Die Ausbildung als Kaufmann im E-Commerce eignet sich perfekt im Bereich der Smart-Home-Anwendungen. Auch Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung gehören in den Vertrieb.

Fest steht: Je eher und je tiefgründiger man in das Thema Smart Home, Smart Building, Smart City oder Smart Factory einsteigt, sei es in der Ausbildung im Studium oder in der Weiterbildung, desto eher wird man im Heute und Morgen des digitalen Zeitalters ankommen. Chancen gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen für Jeden und Jede. Die Berufspalette und der Bedarf gestalten sich dabei riesig wie nie zuvor.

www.ausbildung.de

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit informiert über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen unter dem Suchwort: smart home

www.berufenet.arbeitsagentur.de

https://abi.de

Mit dem Finder findet man hier beim Suchwort „Smart Home“ Studiengänge, die sich beispielsweise mit dem „Internet der Dinge“ oder „Smart Automation“ befassen: www.studienwahl.de  

Das Sicherheitstechnik Studium ist in Deutschland noch selten zu finden. Hochschulen, die ein Bachelorstudium in Sicherheitstechnik anbieten, sind zum Beispiel die Bergische Universität Wuppertal ( www.uni-wuppertal.de ) oder die Hochschule Trier ( www.hochschule-trier.de ) Sicherheitstechnik Master Studiengänge haben unter anderem die Hochschule Furtwangen ( www.hs-furtwangen.de ) und die RWTH Aachen ( www.rwth-aachen.de ) im Studienangebot. An der Hochschule Kaiserslautern ( www.hs-kl.de ) ist es möglich, berufsbegleitend einen Diplom Abschluss in Sicherheitstechnik zu erwerben.

www.smarthome-deutschland.de

www.vdi.de  

vde.com/de

www.Bitkom.de  

www.sgd.de/hub/weiterbildung-in-zukunftsberufen.html

zuletzt editiert am 04. Februar 2022
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