Smart Homes verwenden eine recht neue Technologie – das Internet der Dinge (IoT) – um Komfort und Automatisierung im Haushalt auf ein neues Level zu heben. Doch dies bringt auch Gefahren mit sich. Vor allem private Daten können gefährdet sein. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vor diesen Gefahren schützen – und wie Sie Ihre privaten Daten vor dem Zugriff von Angreifern bewahren.
Ein Beitrag von Sebastian Rieche, Autor und Redakteur für Tech- und Internetthemen mit Fokus auf Sicherheit, Blockchain und IoT bei Techwarn Media.
Ein Smart Home erleichtert Ihnen den Alltag, ja automatisiert diesen vielleicht sogar fast komplett. Sie können die Heizung fernsteuern, Sie können per Sprachbefehl das Licht ausschalten oder neues Klopapier bestellen.
Doch welche Gefahren bringen das die neuartigen Konzepte mit sich? Vor allem geht es um die Sicherheit – oder die mangelnde Sicherheit – der privaten Daten. Dazu gehören unter anderem Name und Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer sowie Passwörter und weitere Daten. All diese Daten werden benötigt, um ein Smart Home in Gang zu setzen – die Anbieter von Smart Home-Technologie verlangen sie.
Es gibt – vereinfachend gesagt – zwei Arten der Datengefährdung. Die erste besteht darin, dass Angreifer (also Hacker) das Sicherheitssystem Ihres Smart Homes erfolgreich angreifen und so zu Ihren privaten Daten kommen. Damit können die Hacker dann anstellen, was sie möchten. Wenn sie beispielsweise Ihre Kreditkartendaten in Erfahrung bringen, können damit unautorisierte Transaktionen durchgeführt werden. Wenn es sich um persönliche Daten handelt, die Sie lieber geheim halten, kann es sogar zu Erpressungsversuchen kommen. Identitätsdiebstahl ist eine weitere Gefahr, die mit dem Diebstahl von privaten Daten assoziiert wird. Eine weitere Gefahr: Wenn Sie Ihr Smart Home voll automatisiert haben (wenn Sie etwa Türen per App öffnen oder Heizungen fernsteuern), dann kann es passieren, dass Hacker in diesen automatisierten und ferngesteuerten Prozess eingreifen. In diesem Fall hätten sie dann die Möglichkeit, in Ihr Haus einzubrechen.
Andererseits stellen die Unternehmen, von denen Sie die Hard- und Software für Ihr Smart Home beziehen, selbst eine Gefahr dar. Sie bringen eine unglaublich hohe Menge an privaten Daten in Erfahrung: Wann Sie nach Hause kommen, wann und wie lange Sie schlafen, welche Musik Sie hören, wo Sie sich aufhalten und so weiter. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie mit diesem Eingriff in Ihre Privatsphäre leben können. Denn dies ist der eigentliche Preis eines Smart Homes.
Wie private Daten geschützt werden können
Doch es muss nicht ganz so düster sein. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten , die eigenen Daten in Sicherheit zu bringen. Dazu reicht es, einige der im Folgenden genannten Tipps und Tricks zu befolgen.
- Sichere Passwörter: Dies ist von sehr großer Wichtigkeit. Wählen Sie ein möglichst langes Passwort, das Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen verwendet. Wenn Sie sich dieses nicht merken können, legen Sie einen Passwortmanager an.
- Software-Updates: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Software immer auf dem neusten Stand der Dinge ist. Wenn Software veraltet ist, können eventuelle Sicherheitslücken von Angreifern ausgenutzt werden.
- VPN: Wenn Sie Daten von einem Gerät zum anderen senden, ist ein VPN (Virtual Private Network) zu empfehlen. Ein VPN verschlüsselt Ihre Daten und schickt Sie durch einen sogenannten Tunnel. Angreifer können auf diese Daten nicht zugreifen, wenn Sie eine VPN-Verbindung nutzen.
- Datenschutzeinstellungen: Schauen Sie sich die Datenschutzeinstellungen (zum Beispiel für Windows) genauer an und wählen Sie jene Optionen ab, die Ihnen nicht geheuer erscheinen (etwa Location Tracking). Stellen Sie sicher, dass Ihre Daten auf europäischen Servern gespeichert werden.
Smart Home und private Daten
Nun wissen Sie, wie und warum Ihre privaten Daten möglicherweise gestohlen werden können, wenn Sie die Vorteile eines Smart Home nutzen. Gleichzeitig muss aber auch gesagt werden, dass es genügend Möglichkeiten gibt, sich vor einem solchen Datendiebstahl zu schützen. Wenn Sie darauf achten, dass Ihre Software immer auf dem neuesten Stand ist, wenn Ihre Passwörter sicher sind und Sie einige benutzerdefinierte Einstellungen vornehmen, so ist die Gefahr eines Datenverlustes beziehungsweise -diebstahles minimiert. Außerdem empfiehlt es sich, einen VPN zu benutzen. Dieser verschlüsselt Ihre Daten und stellt sicher, dass Sie auf dem Weg von einem gerät zum anderen nicht angegriffen und gestohlen werden.
Somit müssen Sie von etwaige Bedenken nicht abgehalten werden, Ihr Zuhause in ein modernes Smart Home zu verwandeln.
