Acht von zehn Handwerksunternehmen sagen in einer Studie, dass sich ihre Auftragslage in den vergangenen sechs Monaten verschlechtert hat. 62 Prozent der Betriebe gehen der Studie zufolge allerdings lediglich von einer zeitweisen Abkühlung aus und rechnen damit, dass Mitte des Jahres die Auftragslage wieder anzieht.
Zu diesem Ergebnis kommt das „Stimmungsbarometer Hochbau 2024” der Unternehmensberatung Munich Strategy, die nach eigenen Angaben über 234 Entscheider der Bauindustrie zu ihrer aktuellen Stimmungslage und ihren Erwartungen für das Jahr 2024 befragt hat. Darunter seien auch Baumaterialhersteller, Handwerksunternehmen und der Baustoffhandel.
Fazit der Studie: Die Stimmung in der Branche sei deutlich getrübt. Am pessimistischsten bewerte der Handel seine Lage, während das Handwerk nur von einer vorübergehenden Abkühlung ausgehe. Materialhersteller erwarten der Mitteilung zufolge gegenüber 2023 den größten Einbruch.
„2023 erlebten viele Unternehmen einen Einbruch, konnten jedoch noch von den Auftragspolstern der vorherigen Jahre profitieren. Dieser Vorteil schwindet in diesem Jahr“, sagt Studienautor Dr. Sebastian Theopold.
2023 verzeichneten laut der Unternehmensberatung 70 Prozent der befragten Unternehmen eine Stagnation, 24 Prozent eine Verschlechterung der Auftragslage. Für 2024 erwarten laut der Studie nur noch 31 Prozent der Entscheider eine Stagnation und 62 Prozent eine weitere Verschlechterung.
Am schlechtesten bewertet der Handel in der Studie seine gegenwärtige Lage: Neun von zehn Handelshäusern sagen, dass sich ihre Geschäftslage 2023 verschlechtert hat. 65 Prozent gehen laut der Studie auch für 2024 von einer nachlassenden Nachfrage aus. Der Anteil der ertrags- und finanzstarken Akteure im Handel habe sich bereits seit 2022 reduziert. Die Unternehmensberatung erwartet, dass 2024 Übernahmen und Geschäftsaufgaben die Konzentration verstärken werden.
