Wie im Schloss+Beschlagmarkt Ausgabe 5 und 6 angekündigt, bilden wir die Umfrageergebnisse zum Thema Partnerschaftliches Miteinander zwischen Herstellern von Beschlägen, Schlössern sowie Sicherheitstechnik, der Groß- und Fachhandel sowie Errichter hier in vollem Umfang ab. Die Antworten sind nicht gekürzt oder verändert, sondern so, wie die Unternehmen sie eingereicht haben.
Befragt wurden 14 Herstellern, von zehn Unternehmen haben wir Antworten erhalten.
Hier lesen Sie die Antworten von Axel Ossmann, Leiter Vertrieb der Evva Sicherheitstechnik GmbH in Deutschland
Sehen Sie sich als Partner des Fachhandels?
Definitiv ja! Der gemeinsame Weg mit unseren Partnern ist ein sehr vielseitiger. Zahlreiche Touchpoints – also die potenziellen Berührungspunkte, die der Partner mit der Marke Evva, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Produkten hat – säumen diesen Weg. Wir bemühen uns immer, diese Kundensicht zu übernehmen und als „der verlässliche Begleiter“ an jedem Berührungspunkt Begeisterung auszulösen. Der Anspruch ist, dass der Evva-Partner an jedem Berührungspunkt eine besonders positive Erfahrung mit Evva hat. Aber die beste Strategie und Technik hilft nichts, wenn Verhalten und Glaubwürdigkeit nicht mitspielen. An unseren Kundenberührungspunkten treffen sich Kompetenz mit Emotion, Hilfsbereitschaft und positiver Überraschung. Das geht sogar so weit, dass Evva gemeinsam mit den Partnern Produkte (weiter-)entwickelt. Eines dieser Produkte im Bereich der mechanischen Zutrittssysteme wird im Sommer 2021 neu auf den Markt gebracht. Evva hat dazu bereits 2018 das Projekt „Users im Fokus“ und 2019 das Projekt „Kunden verstehen, erfolgreich entwickeln“ gestartet. Produktmanagement und Forschung & Entwicklung initiierten – in Abstimmung mit dem Vertrieb – drei Teilprojekte, die allesamt ein gemeinsames Ziel haben: Entwickler und Produktmanager von Evva früher mit Kunden und Partnern zusammenzubringen. Um den Puls des Marktes genau zu treffen, haben sich dabei nicht nur wie üblich Vertrieb und Produktmanagement, sondern auch Entwickler mit Kunden über ihre Herausforderungen ausgetauscht. In einem weiteren Schritt wurden in Deutschland und Österreich mehrere ausgewählte Partner besucht und mit ihnen über die neuen Ideen wie beispielsweise unterschiedliche Sicherheitsstufen diskutiert. Ebenso wurden für die weitere Entwicklung des elektronischen Zutrittssystems "Xesar" Endkunden, Anlagenbetreibern, Partnern sowie eine Wohnbaugenossenschaft gemeinsam an einen Tisch geholt, um die Anforderungen für künftige elektronische Entwicklungen zu diskutieren. Es war ein extremer guter und spannender Austausch. Neben dem Vertrauens-Boost für die Marke Evva hat das Projekt weitere handfeste Erkenntnisse gebracht, die in die Produktentwicklung einfließen. Wir bringen diese neuen Produkte im Laufe des Jahres auf den Markt. Sie sehen, unsere Partner haben einen großen Anteil an der Entwicklung gehabt. Zudem gibt es in der Elektronik bei Evva ein sehr gut angenommenes Evva-Partnerprogramm, das bereits im ersten Jahr über 900 Evva-Partner weltweit gewann und bis heute eine ungebrochene Erfolgsgeschichte schreibt. Das Evva-Elektronik-Partnerprogramm beinhaltet drei Partnerstufen: Reseller, Partner und Certified-Partner. Partner werden in den Bereichen Technik, Vertrieb, Schulung und Marketing unterstützt und haben Zugang zu dem umfassenden Know-how von Evva. Das modulare Programm wurde entsprechend den Bedürfnissen und Zielen der Wiederverkäufer entwickelt. Zusätzlich haben Evva-Partner Zugang zum exklusiven Evva-Partnerportal, in dem sich der Partner aktuelle Informationen besorgen kann.
Nehmen Sie als Hersteller auch an Ausschreibungen und öffentlichen Vergabeverfahren direkt teil?
Nein. Weil wir partnerorientiert arbeiten. Wir unterstützen unsere Partner sehr gerne in Deutschland in der Angebotslegung und Beratung, mehr aber nicht.
Haben Sie einen an Endkunden gerichteten E-Shop eingerichtet oder planen Sie das in naher Zukunft?
Nein, Evva hat keinen an Endkunden gerichteten E-Shop eingerichtet, weil wir ausschließlich mit unseren Evva-Partnern arbeiten. Aber, wir haben letztes Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein neues Online Bestell-Tool für Evva-Partner im Evva-Partnerportal gelauncht. Mit der Online-Bestellung kann der Evva-Partner einzelcodierte Schließungen, Nachbestellungen für Zylinder und Schlüssel sowie elektronische Produkte beauftragen, mit dem neu überarbeiteten Access Designer auch ganze Schließanlagen planen. Das Tool führt unsere Kunden Schritt für Schritt durch ihre Produktkonfigurationen schließt gleichzeitig Eingabefehler aus. Das System zeigt dem Kunden sofort, welche Produktkombinationen technisch möglich sind. Vor allem die jüngere, nachfolgende Generation unserer Handelspartner beauftragt praktisch nur noch digital – unabhängig von Ort und Uhrzeit.
Was sollte der Fachhandel Ihrer Meinung nach tun, um zukunftsfähig zu bleiben?
Die Zukunftsfähigkeit des Fachhandels wird sicher auch mit dem Digitalisierungsgrad einhergehen. Corona hat gezeigt, dass jene Händler, die digital gut aufgestellt sind, auch in der Krise leichter den Kundenkontakt aufrechterhalten konnten. Corona hat auch gezeigt, dass die Partner mit mehreren Standbeinen (Projekt, Privat, Alarm, etc.) und hohen vertrieblichen Aktivitäten gut durchgekommen sind und auch weiter gut am Markt sind und dies auch vom Markt gefordert wird.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Marktes und Ihre Rolle darin?
Evva's Vision ist es, in allen Kundenberührungspunkten der beste und zuverlässigste Hersteller von mechanischen und elektronischen Zutrittssystemen zu sein. Wir forschen selbst, wir entwickeln selbst und wir stellen unsere innovativen Zutrittssysteme selbst her. Als familiengeführtes Unternehmen sehen wir unsere Rolle aber nicht nur als einer der Top-Hersteller von Zutrittssystemen in Europa, sondern sind immer mehr auch als Global Player. Evva zählt zu den international erfolgreichsten Unternehmen seiner Branche: über 300 Patente sind derzeit angemeldet, wir sind mit Niederlassungen in zehn europäischen Märkten sowie durch Distributoren weltweit vertreten.
