Wie im Schloss+Beschlagmarkt Ausgabe 5 und 6 angekündigt, bilden wir die Umfrageergebnisse zum Thema Partnerschaftliches Miteinander zwischen Herstellern von Beschlägen, Schlössern sowie Sicherheitstechnik, der Groß- und Fachhandel sowie Errichter hier in vollem Umfang ab. Die Antworten sind nicht gekürzt oder verändert, sondern so, wie die Unternehmen sie eingereicht haben.
Befragt wurden 14 Herstellern, von zehn Unternehmen haben Antworten herhalten.
Hier lesen Sie die Antworten von Wilka, Robert Schlieper, geschäftsführender Gesellschafter:
Sehen Sie sich als Partner des Fachhandels?
Wilka ist definitiv Partner des Handels, historisch aber auch zukunftsorientiert. Wir achten sehr drauf den Handel nicht zu übergehen, denn Zusammenarbeit wird bei uns GROSS geschrieben. Der Fachhandel ist für uns ein hohes Gut und wir wissen was wir ihm zu verdanken haben. Er ist quasi unser „Ohr und Arm“ am Markt und unser Direkt-Bezug zum Endkunden. Unser Ziel ist zukünftig dies weiter zu fördern und aufrecht zu erhalten.
Nehmen Sie als Hersteller auch an Ausschreibungen und öffentlichen Vergabeverfahren direkt teil?
Als Hersteller nimmt Wilka nicht direkt an öffentlichen Ausschreibungen teil, da Service, Installation und Dienstleistung nicht zu unserer Kernkompetenz gehört und dies über den Handel abgewickelt werden muss. Wilka unterstützt selbstredend den Kunden bzw. den Fachhändler bei einer öffentlichen Ausschreibung, um den Zuschlag zu bekommen. Wir wollen dem Händler kein Geschäft abspenstig machen – sprich der Wilka Kunde kann und soll auch weiterhin nicht nur mit Service und Dienstleistung Geld verdienen, sondern auch mit unseren Produkten.
Haben Sie einen an Endkunden gerichteten E-Shop eingerichtet oder planen Sie das in naher Zukunft?
Wilka bedient keinen direkten E-Shop – speziell auch nicht für Endkunden. Wir bieten allerdings dem Fachhandel über mywilka.com die Möglichkeit, online Bestellungen zu platzieren. Eine Ausweitung der Produktpalette ist in Planung, da aktuell nur Zylinder und Anlagen digital geordert werden können. Wie schon vorher gesagt – wir wollen dem Fachhandel nicht das Geschäft abspenstig machen. Der Handel muss sich unserer Meinung nach dringend im Online-Handel entwickeln, was schon eine Herausforderung ist. Es werden voraussichtlich diejenigen stärker wachsen, die sich im Online-Geschäft und zusätzlich mit Dienstleistung weiterentwickeln. Wilka unterstützt den Handel wo es geht.
Damit wir als Unternehmen nicht irgendwann gezwungen werden, selbst einen Online-Shop für Endkunden bereitzustellen, sind wir darauf angewiesen, dass der Fachhandel diese Lücke weitereichend erfüllt.
Vertreiben Sie auch über andere Online-Plattformen, wie Amazon oder Ebay?
NEIN, aber wir wissen, dass einige unserer Handelskunden über diese Plattformen bereits anbieten.
Verkaufen Sie direkt an Amazon?
NEIN.
Was tun Sie gegen die ruinösen Preise, die bei Amazon angeboten werden und oftmals unter dem Einkaufspreis des Fachhandels liegen?
Da Wilka-Produkte nur von bereits bestehenden Handelskunden über diese Plattformen angeboten werden, sind die Preise laut unseren Informationen ähnlich wie im Ladengeschäft angeboten. Hier gibt es keine Sonderkonditionen aus dem Hause Wilka für Online Geschäfte.
Welche Rolle wird aus Ihrer Sicht künftig der Fachhandel übernehmen?
Der Fachhandel ist der Schlüssel im Thema Service und Dienstleistung. Sie werden immer der Ansprechpartner für den Kunden vor Ort bleiben. Die Laufkundschaft der Endkunden wird wohl eher weniger werden, wenn das Online-Geschäft bis ins Detail ausgearbeitet und eingesetzt wird. Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften sowie Endkunden erwarten ein „Rund-um-sorglos“ Paket, wobei der Direktkauf beim stationären Handel voraussichtlich eher abnehmen wird.
Was sollte der Fachhandel Ihrer Meinung nach tun, um zukunftsfähig zu bleiben?
Das Thema Digitalisierung ist auch für den Fachhandel unumgänglich. Das heißt Angebot, Bestellung, Lieferschein, Rechnung etc., alles muss digital abgebildet werden. Es fehlt heutzutage teilweise mehr Konzentration auf und Investition in das Online-Geschäft. Natürlich liegt der Fokus auch auf Dienstleistung und Service. Dafür sind aber zwingend gut geschulte Mitarbeiter notwendig. Der ursprüngliche Laden, der alles im Lager, im Keller oder in sonstigen Untiefen gebunkert hat, wird wohl immer weniger werden, da neue Generationen eher austauschen und „Neu“ machen als „Altes“ zu reparieren.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Marktes und Ihre Rolle darin?
Wilka steht dem Fachhandel jederzeit durch die Fachberatung weiterhin zur Seite. Wir begleiten den Handel in die Digitalisierung und sind sozusagen von Geburt an dabei. Der Handel muss sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Wilka muss den Handel dabei bestmöglich unterstützen! Gemeinsam mit dem Fachhandel erarbeiten wir stetig die neuen Anforderungen des Marktes, sowie die jeweils individuellen Themen im Bereich der Digitalisierung. Wir verstehen uns als Partner des Fachhandels und wollen es auch weiterhin in Zukunft bleiben!
