Verbändepapier zu den Auswirkungen des Ukraine Krieges.
Hier finden Interessenten das vollständige Verbändepapier mit der Nennung aller 14 beteiligten Unterzeichner. (Quelle: VFF)

Bauelemente

26. April 2022 | Teilen auf:

Verbändepapier zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges

14 Verbände und Interessenvertretungen der Baubranche haben sich am 20. April 2022 mit einem gemeinsamen Papier an die Bundesregierung gewandt, um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf Bauprodukte aus Glas, Kunststoff, Mineralwolle und Keramik zu verdeutlichen und Lösungsvorschläge anzubieten.

Zu den Unterzeichnern gehören auch alle Verbände der Fenster-, Fassaden- und Haustürenindustrie wie zum Beispiel der Verband Fenster + Fassade (VFF), der Bundesverband Flachglas BF oder auch die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle RTG. „Die Auswirkungen des Krieges betreffen unsere Branche massiv“, betont VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Es geht insbesondere um Versorgungssicherheit im Blick auf die enorm gestiegenen Energiepreise und die Möglichkeit von Preisgleitklauseln angesichts massiver Kostensteigerungen aufgrund der Störungen der Lieferketten.“ Die Unterzeichner des Verbändepapiers begrüßen das Maßnahmepaket der Bundesminister Habeck und Lindner vom 8. April 2022, wollen aber darüber hinaus die darin noch nicht berücksichtigten Herausforderungen für bauwirtschaftliche Unternehmen sowie Lösungsvorschläge verdeutlichen: Als erste Herausforderung nennt das Papier die Kostensteigerungen bei Bauprodukten, „die von Fenstern über Fassaden- und Sonnenschutzelemente bis zu smarten Steuerungselementen reichen.“

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, müssen Unternehmen von Kosten entlastet und die Kostensteigerungen fair auf die Akteure der Wertschöpfungskette verteilt werden, so die Unterzeichner. Die Lösungsvorschläge für diese Problematik umfassen erstens das Zulassen nachträglicher Preisgleitklauseln für die Bauprojekte des Bundes auch für Produkte aus Glas, Kunststoff, Mineralwolle und Keramik, zweitens den Appell, dass diese Verfahrensweise auch allen Auftraggebern der öffentlichen Hand auf landes- und Kommunalebene seitens des Bundes empfohlen wird, drittens die Absicherung der Förderprogramme für energetische Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle wegen der weitreichenden Bedeutung der Verbrauchsreduktion durch Energieeffizienz, und viertens die Ausgestaltung der Maßnahmen zum Nutzen der gesamten Wertschöpfungskette, verbunden mit einer schnellen, unbürokratischen Umsetzung unter Vermeidung einer staatlichen Regulierung der Energiepreise, soweit es denn möglich ist. Als zweite Herausforderung stellt das Verbändepapier das Risiko einer Verknappung am Gasmarkt in den Fokus.

zuletzt editiert am 26.04.2022