Ein Mann und eine Frau stehen in einer modernen Ausstellung zur Smart City Technologie. Sie halten ein technisches Gerät in den Händen.
Moderne Systeme und die kontinuierlich steigende Auflösung von Videokameras ermöglichen eine besonders detaillierte Erfassung von Personen, Objekten und Situationen. (Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Jochen Günther)

Beschlag- und Sicherheitstechnik 2025-12-04T00:00:00Z Videotechnologie im Wandel

Lange Zeit wurden Videokameras vorrangig zur Überwachung eingesetzt. Mit der Digitalisierung, neuen technischen Standards und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) haben sich die Anwendungsmöglichkeiten jedoch grundlegend erweitert. Welche Potenziale moderne Videotechnik im Gebäudeumfeld bietet, zeigt die Messe „Light + Building“ vom 8. bis 13. März 2026 in Frankfurt am Main. Wir bringen im Vorfeld bereits Licht ins Dunkle und zeigen, welche innovativen Lösungen aus der Branche, Sicherheit, Effizienz und intelligente Vernetzung versprechen.

Nach wie vor tragen Kameras entscheidend zur Erhöhung der Sicherheit bei. Doch auch in Bereichen wie Marketing, Parkraum-Management, Personalplanung oder der Steuerung gebäudetechnischer Systeme kommen sie zunehmend zum Einsatz. Aktuelle technologische Trends, die ursprünglich für sicherheitsrelevante Anwendungen entwickelt wurden, erschließen nun neue Nutzungsszenarien. Heute leisten Videokameras weit mehr als klassische Sicherheitsaufgaben und entwickeln sich zu wertvollen Sensorplattformen innerhalb moderner Gebäudeinfrastrukturen.

Beispielhaft dafür ist die kontinuierlich steigende Auflösung: 4K- oder gar 8K-Kameras ermöglichen eine besonders detaillierte Erfassung von Personen, Objekten und Situationen – eine Entwicklung, die sowohl der Sicherheit als auch anderen Einsatzbereichen zugutekommt. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen unter anderem die intelligente Videoanalyse, der Einsatz von KI, cloudbasierte Speicherlösungen, die Integration in IoT-Umgebungen sowie mobile Überwachungslösungen.

Kameras als vernetzte Sensoren

Der Begriff „visuelle Intelligenz“ löst dabei zunehmend das klassische Verständnis von Videoüberwachung ab. Kameras fungieren heute als multisensorische Systeme, die Audio-, Temperatur- oder sogar chemische Signale erfassen können. Mithilfe von KI-gestützter Analytik unterstützen sie so nicht nur die Gebäudesicherheit, sondern auch die Optimierung betrieblicher Prozesse. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Integratoren und Sicherheitsexperten entstehen Lösungen, die konkrete Mehrwerte bieten – von der Automatisierung bis zur Effizienzsteigerung.

Moderne Systeme analysieren Videodaten dabei nicht mehr nur passiv, sondern aktiv in Echtzeit – entweder direkt auf dem Gerät oder über zentrale Server. Dadurch lassen sich automatisch Alarme auslösen oder Prozesse anstoßen. Künstliche Intelligenz unterstützt bei der Erkennung von Mustern, Gesichtern oder Nummernschildern und hilft, verdächtige Aktivitäten automatisch zu melden. Anstelle lokaler Speichermedien wird zunehmend auf Cloud-Lösungen gesetzt, die flexibleren Zugriff und bessere Skalierbarkeit bieten. Kameras werden darüber hinaus verstärkt Teil intelligenter Gebäudesysteme – etwa im Smart Home, in der Verkehrssteuerung oder in der gebäudeweiten Automation. Auch der Einsatz von Drohnen mit Kameras gewinnt bei Sicherheitsbehörden und privaten Anbietern weiter an Bedeutung.

Videotechnologie im Wandel.
Auch Videotechnik ist im Fokus der Messe „Light + Building“. (Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Petra Welzel)

Neue Perspektiven für Gebäudesicherheit

Dank KI-basierter Videoanalyse ist eine proaktive Sicherheitsstrategie möglich. Kameras erfassen Verhaltensauffälligkeiten, Bewegungsmuster oder unbefugte Zugriffe und lösen automatisch Reaktionen aus. Gerade an sicherheitskritischen Orten wie Flughäfen können solche Systeme flexibel auf neue Bedrohungslagen reagieren und das Sicherheitspersonal gezielt unterstützen.

Eine der größten Innovationen im Brandschutz ist die KI-gestützte, videobasierte Branderkennung. Moderne Systeme nutzen so genannte Deep-Learning-Algorithmen zur Erkennung von Rauch und Flammen in Echtzeit. Sie funktionieren auch unter herausfordernden Bedingungen wie Dunkelheit, Feuchtigkeit oder starker Luftzirkulation und erkennen Gefahren oft früher als herkömmliche Melder.

Auch im Handel oder in Hotels kommen intelligente Kameras zum Einsatz. Sie erfassen Besucherströme, identifizieren Stoßzeiten oder analysieren Kundenverhalten. So unterstützen sie nicht nur die Sicherheit, sondern liefern auch betriebsrelevante Daten für Planung, Marketing und Personalmanagement.

Eine Überwachungskamera, die an der Decke eines modernen Gebäudes montiert ist, mit einem Glasdach im Hintergrund.
Die Systeme analysieren Videodaten dabei nicht mehr nur passiv, sondern aktiv in Echtzeit – entweder direkt auf dem Gerät oder über zentrale Server. (Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Screenshot Website)

Gebäudemanagement durch Videodaten

Managementsoftware wertet die erfassten Informationen aus und macht sie für Betreiber nutzbar: etwa zur Ermittlung von Auslastungen, Altersstrukturen oder Verkehrsflüssen. Auch Umweltaspekte profitieren, wenn etwa HLK-Systeme auf Basis der Raumbelegung gesteuert oder Beleuchtungen bedarfsgerecht geregelt werden. So trägt intelligente Kameratechnologie aktiv zur Nachhaltigkeit im Gebäude bei.

Das breite Spektrum reicht dabei von klassischen Anwendungen wie Brandschutz, Zutrittskontrolle und Videoüberwachung bis hin zu ganzheitlichen Systemlösungen für vernetzte Gebäude. Dabei rückt zunehmend der Schutz digitaler Infrastrukturen und sensibler Daten in den Mittelpunkt. In Smart Homes und Smart Buildings bildet die gewerkeübergreifende Systemtechnik die Grundlage für die Integration aller sicherheitsrelevanten Komponenten. Mit praxisnahen Innovationen und fundiertem Expertenwissen bietet der Bereich „Intersec Building“ wertvolle Einblicke in die Zukunft moderner Gebäudesicherheit.

Diesen Beitrag finden Sie auch in der Ausgabe 4/2025 des M&T Schloss + Beschlagmarkt, die Ende November erschienen ist.

zuletzt editiert am 01. Dezember 2025