Die Führungsriege der Oknoplast-Gruppe freut sich über die guten Ergebnisse (v. l.): Mike Žyrek, Direktor Forschung und Entwicklung, Betriebsleiter Łukasz Marzec, Gruppen-Präsident Mikołaj Placek, Tomasz Radecki, kaufmännischer Leiter, und Magdalena Cedro-Czubaj, Marketingdirektorin.
Die Führungsriege der Oknoplast-Gruppe freut sich über die guten Ergebnisse (v. l.): Mike Žyrek, Direktor Forschung und Entwicklung, Betriebsleiter Łukasz Marzec, Gruppen-Präsident Mikołaj Placek, Tomasz Radecki, kaufmännischer Leiter, und Magdalena Cedro-Czubaj, Marketingdirektorin. (Quelle: Redaktion/kosi)

Bauelemente 2022-10-27T08:00:00Z Wachstum in allen Bereichen - Langversion

Stetig baut die Oknoplast Gruppe ihren Stammsitz in Ochmanów bei Krakau in Polen aus. Die verstärkte Nachfrage nach den Fenstern und Türen der zur Gruppe gehörenden Unternehmen Oknoplast, Aluhaus, WnD und Ampuero erfordern dies. Von diesem Wachstum, der sich natürlich auch im Umsatz niederschlägt, konnte die Schloss- und Beschlagmarkt sich vor Ort überzeugen.

Mit einer Produktionskapazität von 2,5 Millionen Fenstereinheiten pro Jahr auf 124.000 Quadratmeter Produktionsfläche zählt Oknoplast zu den führenden Herstellern von Fenster- und Türen aus Kunststoff und Aluminium in Europa. In naher Zukunft sollen weitere 10.500 Quadratmeter hinzukommen, inklusive eines neuen Hochregallagers von 15 Metern Höhe und 30.000 Kubikmeter Füllmenge. Schon jetzt verlassen 25 Lkw pro Woche das Firmengelände, um die Waren an ihren Bestimmungsort zu bringen. Alle Abläufe sind „durch-geleant“, Kaizen in allen Abteilungen präsent.

Doch auch durch Zukäufe wächst die Gruppe. 2021 wurde der Kunststofffensterhersteller Ampuero Industrial Group mit Sitz im nordspanischen Limpias bei Bilbao mit einer Produktionsfläche von 20.000 Quadratmetern und 225 Mitarbeitern übernommen. Zu den Investitionen der Gruppe gehört auch der weitere Ausbau des Vertriebsnetzes auf dem polnischen und westeuropäischen Markt, wo das Unternehmen seit vielen Jahren aufgrund zufriedener Kunden ein gutes Markenimage aufbauen konnte. Die Produkte von Oknoplast sind mittlerweile in 19 Ländern weltweit erhältlich, wobei der Großteil der Verkäufe auf ausländischen Märkten getätigt wird – der Exportanteil macht fast 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus, der Umsatzanteil des deutschen Marktes liegt bei knapp elf Prozent. Das Unternehmen plant, seinen Marktanteil in Europa und darüber hinaus systematisch auszubauen, wie Mikołaj Placek, Präsident der Oknoplast Gruppe, beim Besuch am 10. Oktober bekannt gab.

Entsprechend der Investitionen ist auch der Umsatz. Im 1. Halbjahr 2022 konnte die Gruppe einen beachtlichen Umsatzanstieg von 37 Prozent auf 193 Millionen Euro verzeichnen. Unter Berücksichtigung des dynamischen Wachstums planen das Unternehmen einen Umsatz von etwa 350 Millionen Euro in diesem Jahr, und damit knapp 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Somit konnte in den Jahren von 2019 bis 2022 ein Wachstum von 89 Prozent verbucht werden. „Unser dynamisches und nachhaltiges Wachstum, das sich in diesem Jahr fortsetzt, spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahlen wider. Im Gesamtunternehmen sind derzeit 3.500 Menschen für Oknoplast tätig, die Anzahl der Fachhandelspartner beträgt ebenfalls 3.500“, schließt Placek seinen Halbjahresbericht ab.

Der Grund für diese ansehnliche Steigerung sind unter anderem auch die guten „Zutaten“. Oknoplast ist immer noch der größte Veka-Abnehmer, die Beschläge liefert seit drei Jahren Winkhaus und die Schließanlagen für die Türen stammen von Gretsch-Unitas. Neben Fenstern in den üblichen Standardmaßen verfügt der Hersteller auch über einen Sonderbau. In einem 120 Grad Celsius heißen Glyzerinbad werden dort die Profile geschmeidig gemacht und mithilfe von Schablonen in die gewünschte Bogenform gebracht, um so circa 45 Minuten auszuhärten.

Oknoplast ist immer noch der größte Veka-Abnehmer, die Beschläge liefert seit drei Jahren Winkhaus und die Schließanlagen für die Türen stammen von Gretsch-Unitas.
Oknoplast ist immer noch der größte Veka-Abnehmer, die Beschläge liefert seit drei Jahren Winkhaus und die Schließanlagen für die Türen stammen von Gretsch-Unitas. (Quelle: Oknoplast)

Darüber hinaus bedient die Gruppe mit Aluhaus den Markt mit Aluminium-Haustüren und -Fenstern. Der größte Exportmarkt ist Frankreich 30 Prozent, weitere 25 Prozent werden nach Belgien geliefert und 15 Prozent nach Deutschland. Betrachtet man nur den Absatz der Aluminium-Haustüren, werden 60 Prozent nach Deutschland exportiert. Trotz der allgemeinen Lieferkettenproblematik kann die Oknoplast Gruppe mit einer Lieferzeit von fast durchgehend vier Wochen in der 1. Kategorie glänzen, bis zu acht Wochen in der 3. Kategorie. Doch die hohen Energiepreise spürt man auch in Polen, zudem haben die Lieferanten ihre Preise mehrfach erhöht, so dass auch die eigenen Fenster im Verkauf um knapp 30 Prozent teurer geworden seien.

Eventuell lassen sich die Energiekosten mindern, wenn das Unternehmen seine Umweltschutzpläne umgesetzt hat. Auf den Hallendächern werden nach und nach Photovoltaik-Anlagen installiert und bis Ende 2023 solle die Beleuchtung komplett auf LED umgerüstet sein. Die Abfalltrennung und ein Recyclingsystem gibt es bereits länger und ist zudem zertifiziert. Außerdem will das Unternehmen bald eine CO2-Bilanz erstellen, um weitere Maßnahmen festzulegen. Diese Bilanzerstellung ist in Polen erst ab 2024 gesetzlich verlangt, Oknoplast will dies aber vorher leisten.

Auch der Geschäftsführer von Oknoplast Deutschland, Jens Eberhard, freut sich, unter anderem über den neuen Musterstand, der dem Fachhandel für seine Ausstellung zur Verfügung gestellt wird.
Auch der Geschäftsführer von Oknoplast Deutschland, Jens Eberhard, freut sich, unter anderem über den neuen Musterstand, der dem Fachhandel für seine Ausstellung zur Verfügung gestellt wird. (Quelle: Redaktion/kosi)

Einen tollen Einsatz leistet das Unternehmen, als am 24. Februar die Ukraine von Russland überfallen wurde: Die 500 Mitarbeiter aus der Ukraine erhielten von Oknoplast Unterstützung, ihre Familien nach Polen zu holen. Sie wurden bei Behördengängen und der Wohnungssuche begleitet und 120 Ehefrauen ukrainischer Mitarbeiter sind mittlerweile ebenfalls für das Unternehmen tätig. Einige wenige Mitarbeiter haben sich allerdings auch dazu entschlossen, zum Kämpfen in ihre Heimat zurückzukehren.

Produktseitige Entwicklung

Doch alles Wachstum und Engagement basiert auf den Produkten, die ankommen: So zeigt nach eigenen Angaben beispielsweise die Einführung der neuen Vintage-Linie bei Haustüren von Aluhaus, dass Marktentwicklungen aufgegriffen und umgesetzt werden. „Aluminium-Haustüren in klassischem Design erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit auf dem deutschen Markt“, weiß Jens Eberhard, Geschäftsführer von Oknoplast Deutschland. Elf neue Füllungen wurden in das Haustürprogramm aufgenommen. Auch das jüngst eingeführte Fenstersystem aus Aluminium „MIRU³“ sowie die neue Hebeschiebeanlage „HST MOTION 82“ tragen einen wichtigen Beitrag zum Umsatzwachstum bei. 

Ebenso konzentriert sich das Unternehmen weiter auf die Verbesserung der Produktwerte zur Energieeffizienz. Das Fenstersystem „Ecofusion“ in 76 Millimeter Bautiefe und die „Winergetic“-Serie in 82 Millimeter Bautiefe zeichnen sich in erster Linie durch hohe Wärmedämmwerte aus. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass viele Produkte, die die Energieeffizienz im Wohnbau erhöhen, vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) durch Förderprogramme unterstützt werden. Das gelte auch für die meisten Produkte von Oknoplast. Dabei bietet das Unternehmen seinen Fachhandelspartnern einen Rundum-Service zu diesen Fördermöglichkeiten, so dass der bürokratische Aufwand für Handel und Kunden gering bleibt.

Am 10. Oktober 2022 wurde zudem das neue „Pava“-Fenster präsentiert. Vor dem Hintergrund der ausufernden Energiepreise zeichne sich das Fenstersystem durch eine besondere Fertigungstechnologie aus, die das Fenster besonders energieeffizient und langlebig mache. „Pava“ erreicht einen Wärmedurchgangskoeffizienten Uw von 0,73 W/m²K und ein Schalldämmmaß von Rw 36 (-2,-6) db. Aufgrund der „STV“-Technologie – einer statischen Trockenverglasung, bei der die Scheibe mit dem Flügel trocken verklebt wird – gewinnt das neue Produkt an Statik und Steifigkeit. Dies ermögliche auch sehr große Verglasungen. Bei der Konstruktion des Fensters komme eine eigene Entwicklung zum Einsatz, die die Haltbarkeit signifikant erhöht – eine äußere Verglasungsdichtung. Sie schütze das „STV“-Band vor Beschädigung und Verschmutzung.

Das "Pava" von außen.
Das "Pava" von außen. (Quelle: Oknoplast)

„Das Pava-System ist die Antwort von Oknoplast auf die aktuelle Energiekrise, das heißt auf die Notwendigkeit, Wärme im Raum zu halten. Das ist saisonal wichtig, wenn im Herbst und Winter kalte bis frostige Temperaturen vorherrschen, und reduziert erheblich die Kosten. Angesichts explodierender Energiepreise werden Fenster mit hoher Wärmedämmung immer wichtiger – sowohl für Endkunden als auch für Fachhändler und Planer. In allen Regionen, in denen größtenteils niedrige Temperaturen herrschen, bietet ‚Pava‘ eine effiziente Alternative“, sagt Deutschland-Chef Eberhard.

Das "Pava" von innen.
Das "Pava" von innen. (Quelle: Oknoplast)

Zudem lasse das abgesenkte Flügelprofil bis zu zehn Prozent mehr natürliches Licht in den Innenbereich. Darüber hinaus mache die Technologie der Trockenverglasung des Flügels das Öffnen und Schließen des Fensters extrem leichtgängig und einfach.

Oknoplast verfolgt nach eigenen Angaben damit weiterhin konsequent den Weg, den Fachhandelspartnern exklusive Systeme mit Veka-Profilen für die Renovierung, die energetische Sanierung und den Neubau in unterschiedlichen Bautiefen anzubieten. Gemäß den technischen Raffinessen und den hohen Wärmedämmeigenschaften des neuen Systems baut die gesamte Produktkommunikation zur anstehenden Einführung auf den Eigenschaften „Technologie, Stabilität, Wärme. Pava – gemacht zum Energiesparen“ auf. Die offizielle Einführung des neuen Fenstersystems soll bis zum 1. Quartal 2023 stattfinden.

zuletzt editiert am 31. Oktober 2022
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