ZHH informiert zum „Lkw-Kartell“.
Der ZHH rät zur Prüfung, ob Lkw möglicherweise zu teuer bezahlt wurden. (Quelle: Sonax)

Fachhandel 2021-06-22T13:42:42.631Z ZHH informiert zum „Lkw-Kartell“

Wie der ZHH berichtet, erhielt der Verband den Hinweis, dass es neue Möglichkeiten gibt, um gegen das sogenannte „Lkw-Kartell“ vorzugehen. Im Prinzip betrifft es jeden Händler, der eigene Lkw der jeweiligen Hersteller im Einsatz hat.

Darum geht es:  Von 1997 bis 2011 haben die Anbieter Daimler, MAN, Volvo/Renault, DAF, Iveco und Scania ein rechtswidriges Kartell betrieben. Die EU-Kommission hatte damals wegen illegaler Preisabsprachen bereits eine Rekordstrafe von mehr als 2,9 Milliarden Euro gegen mehrere Lkw-Hersteller verhängt. Die Hersteller wiesen den Vorwurf zurück, da lediglich ein Informationsaustausch stattgefunden hätte, und beantragten die Abweisung aller anhängigen Klagen. In den Medien war hierüber vor einigen Wochen berichtet worden.

Amsterdamer Richter sind nun zu dem Urteil gekommen, dass Unternehmen, die in der betreffenden Zeit (gegebenenfalls wegen Kartellnachwirkungen auch darüber hinaus) schwere oder mittelschwere Lkw der oben genannten Hersteller gekauft oder geleast haben, einen zu hohen Preis gezahlt haben könnten und ihnen damit Schadenersatzansprüche zustehen, die sich auf mehr als 10.000 Euro pro Lkw belaufen können.

Das Urteil könnte wegweisend sein für alle vor den niederländischen Gerichten geführten Lkw-Kartell-Klagen und ist auch für Kläger aus Deutschland relevant, sagt der ZHH.

Die „ Stiftung Unilegion Truck Claims “ vertritt bereits mehr als 500 betroffene Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich vor Gerichten in den Niederladen und bietet eine risikolose Teilnahme an einer Sammelklage auf Schadenersatz an, heißt es dazu seitens des ZHH. Betroffene, die noch Schadenersatzansprüche in den Niederlanden geltend machen möchten, sollten laut Zentralverband umgehend aktiv werden, da die Verjährung der Ansprüche droht und die Frist bereits im Juli 2021 ablaufen dürfte.

zuletzt editiert am 22. Juni 2021
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