Trotz Corona und den Folgen für alle Unternehmen ist der Beschlag-Fachhandel optimistisch, das laufende Jahr mit einem kleinen Plus abschließen zu können. Und weil das Handwerk für die nächsten Monate voll ausgelastet sei, werde für das Jahr 2021 mit weiterem Wachstum gerechnet – vorausgesetzt dass es keinen Lockdown wie im Frühjahr 2020 mehr gebe. Dies hat Martin Meesenburg in seiner Funktion als AKB-Sprecher auf der „Ständigen Konferenz“ bekannt gegeben.
Corona-bedingt hat die „Ständige Konferenz“ vom Arbeitskreis Baubeschlag (AKB) im ZHH und vom Fachverband Schloss+Beschlagindustrie (FVSB) dieses Jahr als Videokonferenz unter den jeweiligen Vorstandsmitgliedern stattgefunden. Alle 18 Teilnehmer waren am 17. November froh, sich unter den derzeitigen Umständen wohlbehalten wenigstens digital zu treffen.
Laut AKB-Geschäftsführer Niklas Schulte stuften trotz der Pandemie-verursachten Schwierigkeiten 73,4 Prozent der befragten Mitglieder bis Mitte des Jahres ihre Lage als zufriedenstellend und jeweils von 13 Prozent als gut oder schlecht ein. Die Umsatzentwicklung für das 1. Halbjahr 2020 wird über alle Bereiche mit plus 1,2 Prozent beziffert. Das 2. Halbjahr soll ähnlich verlaufen. Der Baubeschlag-Fachhandel prognostiziert für das Geschäftsjahr 2020 ein Wachstum von circa 1,4 Prozent. Aufgrund der gefüllten Auftragsbücher der Verarbeiter geht der Fachhandel von einem Umsatzwachstum von rund zwei Prozent im Jahr 2021 aus.
Industrieseitig hat der Branchenumsatz in den ersten drei Quartalen 2020 ein Minus von 10,3 Prozent auf rund 5,3 Milliarden Euro aufgewiesen und die Produktion sei im 1. Halbjahr um 14,5 Prozent zurückgegangen, erläuterte Holger Koch, stellvertretender FVSB-Geschäftsführer. Allerdings sei die Entwicklung im Baubeschlag deutlich gemäßigter, als im Kfz- oder Möbelbereich verlaufen.
Die inländische, relativ krisenfeste Baubranche und die anhaltende hohen Baugenehmigungszahlen stimmen Koch optimistisch eine gute Auftragslage in den nächsten Jahren – was international anders aussieht: Das europäische Bauvolumen hat gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent verloren. Für die folgenden Jahre rechnet man nur mit einer Teil-Erholung (2021: plus sechs Prozent, 2022: plus 3,5 Prozent). Seit 2013 ist das Auslandsgeschäft der Schloss- und Beschlagindustrie im Baubeschlag beständig gewachsen. Corona sorge nun mit minus 10,4 Prozent für einen deutlichen Knick. Auch die Importe nach Deutschland seien mit minus 6,1 Prozent stark rückläufig.
Die nächste „Ständige Konferenz“ soll nicht digital, sondern – so die Planung – in Bremen am 9./10. November stattfinden. Mehr zur digitalen Konferenz in diesem Jahr lesen Sie im Schloss+Beschlagmarkt, Ausgabe 1/21.
